Die letzten Meldungen

KCMC-Hospital in Moshi ruft den Notstand aus

Das Kilimanjaro Christian Medical Center (KCMC) in Moshi am Fuße des Kilimandscharo schlägt Alarm: Das Krankenhaus ist bereits überlaufen mit schwerkranken Covid-19 Patienten, die täglich Sauerstoff benötigen. KCMC-Direktor Dr. Gilliard Masenga teilte am gestrigen Freitag der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' mit, dass die Sauerstoffflaschen des Krankenhauses nicht mehr ausreichen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Masenga: „Das Covid-19-Problem wird immer alarmierender. Die Öffentlichkeit sollte äußerste Vorsicht walten lassen, es ist eine sehr tödliche Krankheit. Wir müssen weiterhin alle präventiven Maßnahmen gemäß den Anweisungen des Gesundheitsministeriums einhalten."

Produktion von 400 Sauerstoff-Zylindern pro Tag reicht nicht mehr aus

Er fügte hinzu: "Wir haben hier im KCMC eine Fabrik, die in 24 Stunden 400 Flaschen produzieren kann, und wir dachten eigentlich, diese Kapazität würde für die nächsten 20 Jahre ausreichen. Unser täglicher Verbrauch lag anfangs bei 50 bis 60 Flaschen. Derzeit ist die Fabrik mit täglich benötigten über 400 Zylindern überfordert."
 

Landesweites Verbot aller "unnötigen Veranstaltungen" wie Konzerte, Discos oder Fußballspiele

Das tansanische Gesundheitsministerium hat angesichts der 3. Coronawelle landesweit alle "unnötigen öffentlichen Veranstaltungen" verboten. Bislang ist jedoch noch nicht im Detail bekannt, was von der Regierung als "nötig" und was als "unnötig" eingestuft wird. Laut Gesundheitsministerin gehören jedoch Musikkonzerte, Disco-Veranstaltungen und Fußballspiele zu den verbotenen Aktivitäten.

Die Regierung der Mwanza Region sprach sogar davon, dass lediglich religiöse Veranstaltungen von dem Verbot ausgenommen seien. Die Regierungszeitung Daily News berichtet heute jedoch, dass die angeordneten Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken in Mwanza kaum befolgt werden. Daher würden sich laut Daily News jetzt die Stimmen mehren, die eine entschiedenere Kontrolle durch die Regierung fordern.

Ansonsten sollen sich jetzt alle Tansanier auf die Corona-Schutzimpfungen vorbereiten. Das Gesundheitspersonal wird nach Angaben der Gesundheitsministerin bereits geschult.
 

Start der Massenimpfungen und Großbestellung der Regierung

Die Afrikanische Union (AU) teilte am vergangenen Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit, dass Tansania eine Großbestellung von Covid-19 Impfstoffen bei ihr in Auftrag gegeben habe. Von den insgesamt 400 Millionen Impfdosen der Firma Johnson & Johnson, die ab der kommenden Woche nach und nach ausgeliefert werden, geht laut AU ein nennenswerter Anteil nach Tansania. Die genaue Zahl wurde jedoch nicht genannt.

Darüber hinaus erwartet Tansania auch noch bilaterale Auslieferungen beispielsweise aus den USA (Johnson & Johnson) oder den Niederlanden. Sansibar hat bereits 10.000 Impfdosen Sinovac (China) und Sputnik (Russland) erhalten.

Sowohl auf Sansibar als auch auf dem Festland wurde inzwischen mit den Impfungen gestartet. Der tansanische Premierminister rief das medizinische Personal und sogenannte "Vielreisende" auf, sich als erste impfen zu lassen. Letzteres bezieht sich vor allem auf Mekka-Pilger, die ohne vollständige Impfung nicht in Saudi-Arabien einreisen dürfen.

176 neue Infektionen und 29 Todesfälle

Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan gab am gestrigen Freitag auf einer Pressekonferenz in Daressalam bekannt, dass es bis gestern 176 neue Covid-19 Infektionen und 29 Todesfälle gegeben habe. Damit erhöht sich die Zahl der offiziell registrierten Infektionen seit dem 28. Juni auf 858.

Start für 110.000 Sinovac-Impfungen auf Sansibar

Es war der sansibarische Gesundheitsminister Mazrui höchstpersönlich, der sich am Donnerstag als offiziell Erster impfen ließ. Ihm sollen 110.000 weitere Personen folgen. Zur ersten Priorisierungsgruppe gehören nach Angaben des Ministers das Gesundheitspersonal, der Grenzschutz, die Tourismusbranche sowie das Medienpersonal. Im zweiten Schritt folgt dann die Gruppe 60 plus.

Zur Impfung gelangt der von China gespendete Impfstoff Sinovac, der inzwischen die Notfallzulassung der WHO erhalten hat.
 

Oppositionsführer in Daressalam geimpft

Als einer der ersten auf dem Festland lebenden Tansanier wurde am vergangenen Donnerstag der Vorsitzende der Oppositionspartei CUF, Ibrahim Lipumba, gegen Covid-19 geimpft. Er erhielt seine Impfung in der Klinik der Vereinten Nationen (UN) in Masaki, Daressalam.

Journalisten der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' sagte Lipumba, dass ihm der Impfstoff durch seine Frau zur Verfügung gestellt wurde, die für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) in Cox Bazaar, Bangladesch, arbeitet. „Wie Sie wissen, dürfen sich Mitarbeiter dieser internationalen Organisationen gemeinsam mit ihren Familien impfen lassen. Durch meine Frau konnte ich heute diese Impfung bekommen“, sagte er.
 

Bislang in Afrika erst 1,39 % vollständig geimpft

Die Afrikanische Union teilte am vergangenen Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit, dass in Afrika bislang erst 1,39 % der Bevölkerung vollständig geimpft sind. Es sei schwierig, bis Ende 2021 das selbst gesteckte Ziel von 25 % zu erreichen. Mit der angestrebten Impfquote von mindestens 60 % sei frühestens Ende 2022 zu rechnen.

Afrikanische Union lobt die Firma Biontech

Die AU lobte die deutsche Firma Biontech für das Eingehen einer Partnerschaft mit der AU. Die Herstellung von Impfdosen für Afrika solle laut Vereinbarung so schnell wie möglich innerhalb von Afrika erfolgen. Bereits ab kommender Woche werden Impfdosen von Johnson & Johnson, die in Südafrika hergestellt werden, ausgeliefert.

52 Millionen Afrikaner mindestens ein Mal geimpft

Die erste Impfung erhielten nach WHO-Angaben inzwischen 52 Millionen Menschen. Ein Grund für den schleppenden Impfverlauf sei auch die Aussetzung der Versorgung mit bereits zugesagtem Impfstoff aus Indien wegen des dortigen Eigenbedarfs.

Fast 500.000 COVID-19-Impfstoffdosen mussten bisher zerstört werden - vor allem wegen des abgelaufenen Haltbarkeitsdatums.

WHO: Afrika muss sein Impftempo um das Drei- bis Fünffache erhöhen

Nach Auskunft von Richard Mihigo (WHO) gab es noch bis März große Lücken in der Bereitschaft der Länder, umfassende COVID-19-Impfkampagnen durchzuführen. Große Probleme bei der Planung und Finanzierung kamen hinzu. Zwar würden die Länder jetzt schneller Impfstoffe verabreichen, der Kontinent müsse sein Impftempo aber um das Drei- bis Fünffache erhöhen.

Deutschland spendet 30 Millionen Impfdosen und 260 Millionen EUR an die WHO

Positiv bewertet wird von Mihigo die Bereitschaft Deutschlands, afrikanischen Ländern 30 Millionen COVID-19-Impfstoffe zu spenden. Davon sollen 80 % über die internationale Impfinitiative COVAX und 20 % bilateral (z.B. an Namibia) abgegeben werden. Gesundheitsminister Jens Spahn hat die deutsche Spende am 15. Juli auf einer Pressekonferenz als "Basis" bezeichnet. In den kommenden Wochen und Monaten sollen weitere Lieferungen folgen. Spahn kündigte außerdem eine weitere Spende in Höhe von 260 Millionen Euro für die COVID-19-Arbeit der WHO an. Damit würden sich Deutschlands Beiträge an die WHO seit 2020 auf fast eine Milliarde US-Dollar erhöhen.
 

COVAX liefert die ersten 300.000 Impfdosen nach Tansania

Die BBC meldete am 15. Juli, dass Tansania 300.000 Covid-19-Impfdosen von der internationalen COVAX-Impfinitiative erhält. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima soll entsprechend der von der Regierung beschlossenen Prioritätenliste zuerst vor allem das medizinische Personal geimpft werden. 

Die Ministerin teilte außerdem den Beschluss der Regierung mit, zukünftig alle zwei Wochen Corona-Statistiken zu veröffentlichen.
 

Gefälschte Testzertifikate: 11 Personen auf Sansibar verhaftet

Auf Sansibar ist ein groß angelegter Betrug mit gefälschten Covid-19 Testzertifikaten aufgedeckt worden. Nach Angaben der sansibarischen Anti-Korruptionsbehörde ZAECA hat eine Gruppe von 11 Personen das staatliche Test- und Ergebnisausgabeportal gehackt und insgesamt 548 gefälschte Zertifikate ausgedruckt und verkauft. Abgesehen von der Gefährdung der Mitreisenden und der Zielstaaten wird der finanzielle Schaden auf 50.000 US-Dollar geschätzt.

Beteiligung von hochrangigen Regierungsbeamten

Nach Angaben von Ippmedia handelt es sich bei den verhafteten Personen zum Teil um hochrangige Regierungsbeamte. Drei Personen sollen im Labor des Gesundheitsministerium beschäftigt sein, weitere unter anderem in einem Krankenhaus, beim Covid-19 Center, in der Flughafenverwaltung und im Tourismussektor.
 

Neun Mitarbeiter der Corona Testeinheit am Flughafen Dar suspendiert

Neun Mitarbeiter der Covid-19 Testeinheit am Internationalen Flughafen von Daressalam sind am 13. Juli vom Dienst suspendiert worden. Nach einem Bericht der Regierungszeitung Daily News war der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Abel Makubi, zuvor unangemeldet zu einem Kontrollbesuch am Flughafen eingetroffen, wo er die nicht  genehmigte Abwesenheit des Testpersonals feststellte. 

In den Wochen zuvor hatten bereits mehrere ausländische Reisende über mangelnde oder lückenhafte Corona- Kontrollen am Flughafen berichtet.
 

EU-Ratspräsident unterstützt Tansania im Kampf gegen Covid-19

Nach einem Bericht der tansanischen Regierungszeitung Daily News hat EU-Ratspräsident Charles Michel in einem Gespräch mit Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan die Unterstützung Tansanias im Kampf gegen die Corona-Pandemie zugesichert. Vorab will die tansanische Regierung der EU eine nationale Strategie unterbreiten. Michel kann sich auch eine Unterstützung der EU beim Bau einer Impfstoffproduktionsanlage in Tansania vorstellen.

Tansania ist einer der größten Empfänger von EU-Hilfe. Alleine in den letzten 3 Monaten wurden Abkommen über 111,5 Millionen EUR in den Bereichen Erneuerbare Energien, Landwirtschaft und Handel abgeschlossen. Weitere 50 Mill. EUR sind für die Renovierung und den Bau von Regionalflughäfen vorgesehen.
 

Sansibar hat mit Impfungen des Gesundheitspersonals begonnen

Noch vor dem Festland hat Sansibar mit der Impfung des Gesundheitspersonals begonnen. Nach Angaben des sansibarischen Gesundheitsministers Nassor Ahmed Mazrui werden die Mitarbeiter der öffentlichen Krankenhäuser und das Gesundheitspersonal des Flughafens und des Hafens geimpft.

Laut Mazrui haben auch bereits die ersten Hotels mit den Impfungen ihres Personals begonnen. Zwar gebe es weiterhin keine erkrankten Personen auf Sansibar, jedoch sei vor allem angesichts des Einreisens von Touristen eine möglichst schnelle Impfung notwendig.
 

Gesundheitsministerin: Fast 300 Patienten werden derzeit beatmet

Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima gab am 10. Juli 408 neue Corona-Fälle bekannt. 284 Patienten lagen zu diesem Zeitpunkt in den Intensivstationen an Sauerstoffgeräten. Besonders die Regionen Daressalam, Kagera, Arusha, Mwanza und Dodoma sollen von der 3. Corona-Welle in Tansania betroffen sein. Zahlreiche Fälle werden auch aus Moshi gemeldet.
 

Afrika: Die schlimmste Wochen seit Beginn der Pandemie

Die vergangenen Wochen waren Afrikas schlimmste Woche seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Die Infektionszahlen stiegen jede Woche kontinuierlich um 25 %. In den 10 am stärksten betroffenen afrikanischen Ländern hatte sich die Zahl der registrierten Infektionen vom 4. Mai bis 4. Juli sogar um 760 % erhöht.  

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist die Sterblichkeit in der ersten Juliwoche um 23 % angestiegen. Einen Monat zuvor betrug der wöchentliche Anstieg nur 2 %. Die meisten neuen Todesopfer gab es in Südafrika, Sambia und Uganda.  

Die Regierung Südafrikas hat inzwischen wieder ein zweiwöchiges Versammlungsverbot verordnet, und in Liberia haben die Krankenhäuser damit begonnen, ihren eigenen Sauerstoff herzustellen. In Sierra Leone stiegen die Infektionszahlen von Mai bis Juni um 1.400 %. In Namibia, das derzeit mehr Tests pro Person durchführt als jedes andere afrikanische Land, fällt jeder dritte Test positiv aus (zum Vergleich Großbritannien: 1 von 70 Tests). 

Weiterhin keine Veröffentlichung von Statistiken in Tansania

Für die meisten afrikanischen Länder gibt es überhaupt keine öffentlich verfügbaren Daten über Testergebnisse. In Tansania wurden die letzten statistischen Zahlen im April 2020 an die WHO gemeldet. Die britische internationale Wochenzeitung The Economist schätzt, dass die tatsächliche Covid-19 Todesrate in Afrika bis zu 11-mal höher ist als offiziell gemeldet. Möglicherweise gab es demnach auf dem Kontinent bereits 1,4 Millionen Todesfälle.

"Wir befinden uns im aktuellen Notfallmodus"

Dr. Ayoade Alakija, Co-Vorsitzende der Africa Union Vaccine Delivery Alliance, sagte: „Wir befinden uns im akuten Notfallmodus“ und machte darauf aufmerksam, dass afrikanische Länder dringend Sauerstoff, Feldlazarette, Tests und Gesundheitspersonal benötigen, um mit der Entwicklung der Pandemie Schritt halten zu können.

Steigende Fallzahlen werden in Tansania bislang aus Daressalam, Mwanza, Arusha und Moshi gemeldet. Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan spricht vom "Beginn der 3. Welle".

Bislang erst weniger als 2 % vollständig geimpft

Afrika bleibt die am wenigsten geimpfte Region der Welt, nur 1,5 % der Bevölkerung (Stand: Mitte Juli) sind bislang vollständig geimpft (zum Vergleich Deutschland: 47,3 % am 21.7.). Tansania hat mit den Impfungen überhaupt noch nicht begonnen.

Die Chefs des IWF, der Weltbank, der WHO und der WTO warnen, dass die Schere zwischen den reichen und den ärmeren Ländern weiter auseinandergeht. Sie appellierten daher an die G20-Staaten vor ihrem Treffen in Venedig, sich das Ziel zu setzen, bis Ende 2021 40 % der Weltbevölkerung und bis Ende 2022 60 % der Weltbevölkerung zu impfen. 

Lieferengpässe in Afrika

Die internationale Impfinitiative COVAX hatte in der ersten Juli-Woche mehr als 100 Millionen Dosen von COVID-19-Impfstoffen in 135 Länder und Territorien geliefert, ein neuer Rekord. Der Großteil der Lieferungen waren AstraZeneca-Impfstoffe. Aber Lieferengpässe führen dazu, dass viele Länder, die frühe Lieferungen erhalten haben, jetzt nicht ihre zweite Dosis erhalten. Trotzdem hofft COVAX, bis Ende 2021 insgesamt 1,9 Milliarden Impfdosen zur Verfügung zu haben, darunter 1,5 Milliarden für Länder mit niedrigem Einkommen. 

UNICEF gab im Juli bekannt, dass es mit Belgien einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 220 Millionen Dosen von Johnson & Johnson an die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union bis Ende 2022 unterzeichnet hat. 

Rückgang der Impfraten bei anderen Krankheiten

Zunehmend wird darauf aufmerksam gemacht, dass die notwendigen Bemühungen um Impfungen gegen Covid-19 dazu führen können, dass die Impfraten bei anderen Krankheiten zurückgehen. So muss beispielsweise Kenia angesichts steigender Erkrankungen jetzt so schnell wie möglich circa 4 Millionen Kinder gegen Masern impfen. Masern sind die dritthäufigste Todesursache bei Kindern durch impfpräventable Krankheiten in Kenia. 2020 erhielten nur 85 % der Kinder die erste und weniger als 50 % die zweite Impfdosis.

Weiterhin starke Einbrüche in der Tourismusbranche

Besonders die Tourismusbranche hat in Afrika weiterhin starke Einbrüche zu verzeichnen. Es werden Einnahmeverluste in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar befürchtet. Ein Bericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung prognostiziert, dass sich die Branche voraussichtlich nicht vor 2023 erholen wird, da der Mangel an Impfstoffen viele Touristen auch noch die kommenden Jahre von einer Afrika-Reise abhalten könnte.
 

Staatspräsidentin warnt vor Nachlässigkeit der Bevölkerung im Umgang mit der Pandemie

Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan hat die Bevölkerung vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Pandemie gewarnt. Als sie am 7. Juli mit dem PKW zu einem zweitägigen Arbeitsaufenthalt nach Morogoro fuhr, legte sie einen Stopp im Bezirk Kongwa ein und stellte fest, dass die Menschen, die sich vor Ort um sie versammelten, alle keine Gesichtsmaske trugen. Dies wurde umgehend von Hassan kritisiert.

Sie verwies auf die Gefahr einer dritten Welle in Tansania und nannte konkret die Städte Daressalam, Arusha und Mwanza, in denen es aktuell Corona-Patienten gebe. Vereinzelt sei dies auch in der Hauptstadt Dodoma der Fall. Hassan: "Wir müssen ein Bewusstsein für die Pandemie schaffen!"
 

Regierung übernimmt Empfehlungen der Covid-19 Kommission

Die Regierung Tansanias hat die Übernahme der Empfehlungen der von der Staatspräsidentin eingesetzten Covid-19 Kommission bekannt gegeben. Auch wurde die landesweite Maskenpflicht für alle Schulen und der Bau einer eigenen Impfstoff-Produktionsstätte mitgeteilt. Die Regierung geht davon aus, nach dem Beitritt zur internationalen COVAX-Impfinitiative die besonders gefährdeten Gruppen bis Dezember 2021/Januar 2022 auf freiwilliger Basis impfen zu können.

Es war Prof. Abel Makubi, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, der sich am 4. Juli auf einer Pressekonferenz in Dodoma den Medien stellte und am darauffolgenden Tag in den tansanischen und mehreren ausländischen Nachrichtenagenturen und Medien zitiert wird.

Vorgaben für alle Bildungseinrichtungen

Makubi bekräftigte die Aussage der Staatspräsidentin über die drohende Gefahr einer dritten Coronawelle. Er sagte: „Die Anzahl der Patienten hat in der jüngsten Vergangenheit zugenommen, was die Infektionen in unseren Gemeinden signalisiert.“

Der Staatssekretär teilte mit, dass angesichts des am 5. Juli beginnenden Schulbetriebs für alle Bildungseinrichtungen die folgenden Vorgaben gelten: 

• Bereitstellung von Equipment zum Händewaschen, Bereitstellung von fließendem Wasser mit Seife und Desinfektionsmitteln in jedem Klassenzimmer, Büro, Eingang sowie in Büchereien, Schlaf- und Essenssälen sowie in Toiletten.

• Aufklärung von Schülern und Eltern, wie eine Übertragung des Virus verhindert werden kann.

• 1 Meter sozialer Abstand im Unterricht sowie Unterricht im Schichtsystem.

• Maskenpflicht an Schulen und Universitäten, wobei Masken laut Makubi derzeit an allen Bildungseinrichtungen „leicht verfügbar sind“.   

Eine entsprechende Dienstanweisung der Regierung erreichte die Schulen erst am 5. Juli, wobei die Verpflichtung zum Tragen von Schutzmasken auf das Lehrpersonal begrenzt wurde. Allerdings verfügen die meisten Schulen über keine Masken.  

Eigene Impfstoff-Produktionsstätte für Tansania?

Der Staatssekretär teilte außerdem der Presse mit, dass die Regierung mit der Herstellung des Covid-19 Impfstoffs beginnen will, "um die Importkosten zu senken.“ Makubi: „Wir haben viele Experten. Wir werden es schaffen!“

Die Impfstoff-Produktionsstätte soll 80 Milliarden TSH kosten (circa 28 Millionen Euro) und nicht nur Covid-19 Impfstoff, sondern auch Impfstoffe gegen andere Krankheiten produzieren. Makubi: „Die Machbarkeitsstudie für dieses Projekt ist im Gange.“

Ausländische Experten haben allerdings umgehend die kurz- oder mittelfristige Umsetzbarkeit dieses Vorhabens in Zweifel gezogen. 

Warnung vor gekauften Covid-19 Impfungen

Der Regierungsvertreter warnte auf der Pressekonferenz eindringlich vor einem Verkauf von Covid-19 Impfstoff in Tansania, „denn die Regierung trägt die Kosten für den Import des Impfstoffs.“ Der Impfstoff soll kostenlos und die Impfung freiwillig sein.
 

Bislang noch keine Umsetzung der verkündeten Schutzmaßnahmen im tansanischen Alltag

Trotz der Warnungen der tansanischen Regierung vor einer dritten Welle, trotz des Beitritts Tansanias zur internationalen COVAX-Impfinitiative, der Warnung vor Versammlungen, der Maskenpflicht für belebte Plätze in Daressalam und in Bildungseinrichtungen und trotz des ständigen Auftretens von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan mit Gesichtsschutz, sind Corona-Schutzmaßnahmen im tansanischen Alltag derzeit noch kaum zu beobachten.

Stattdessen häufen sich aus deutsch-tansanischen Partnergemeinden die Meldungen, dass auf Marktplätzen oder in Linienbussen so gut wie überhaupt keine Masken getragen und keine Abstände eingehalten werden. In Gottesdiensten sei oft nur der Pfarrer geschützt und  Großveranstaltungen und Versammlungen würden wie gewohnt genehmigt und durchgeführt. Selbst das vorgeschriebene PCR-Test-Zertifikat bei der Einreise am Flughafen würde kaum oder überhaupt nicht kontrolliert. Reisende berichten auch, dass bei der Ausreise aus Tansania im Test-Zertifikat nicht wie vorgeschrieben das Datum der Durchführung des Tests, sondern das spätere Datum der Zertifikatsübergabe eingetragen wird.

"Magufulis Erbe": Sehr große Impfskepsis in der Bevölkerung

Auch wird von einer sehr großen Impfskepsis innerhalb der Bevölkerung berichtet, denen ein Jahr lang durch die alte Magufuli-Regierung vermittelt worden war, dass Tests und Impfungen gefährlich seien. Sie würden im Interesse der westlichen Industriestaaten das Virus überhaupt erst nach Afrika tragen und die Afrikaner zu Versuchskaninchen imperialistischer Mächte degradieren.

Vor diesem Hintergrund ist nach Meinung von Tansania-Experten auch die eindringliche Bitte der Staatspräsidentin an die Kirchen zu verstehen, sich „mit lauter Stimme“ an der überfälligen Aufklärungskampagne zu beteiligen. Präsidentin Samia sucht offensichtlich Verbündete.

Noch ein weiter und beschwerlicher Weg für die Präsidentin

Wie weit und beschwerlich der Weg für die Präsidentin noch ist, wurde am 3. Juli beim landesweit übertragenen Fußball-Lokalderby zwischen den beiden Vereinen Young Africans und Simba SC aus Daressalam deutlich: Während Präsidentin Samia und Mitglieder ihres Stabs vorbildlich mit Maske und Abstandswahrung auf der Ehrentribüne saßen, drängten sich auf den Rängen des Benjamin Mkapa Stadions Zehntausende ungeimpft, ungetestet und vollkommen ungeschützt.

Tansanischer Experte an deutsche Partnerschaften: "Geduld bewahren!"

Ein tansanischer Journalist bezeichnete diese gefährliche Situation als „das Erbe Magufulis“ und empfahl den deutschen Partnergemeinden und Hilfsorganisationen, Geduld zu bewahren. 

Aus einer kirchlichen Partnergemeinde in Tansania kommt die Empfehlung, den Kurs der Staatspräsidentin durch entsprechende Basisinitiativen in den einzelnen örtlichen Gemeinden, zum Beispiel im Bereich der Aufklärung von Gemeindemitgliedern über die Gefährlichkeit von Covid-19 und die Notwendigkeit und den persönlichen Vorteil von Schutzimpfungen, zu unterstützen.
 


Die Situation in Afrika

WHO: "Geschwindigkeit und Ausmaß der 3. afrikanischen Welle mit nichts zu vergleichen"

Am ersten Juliwochenende hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erneut auf die gefährliche Corona-Lage in Afrika hingewiesen. Neue und sich schneller ausbreitende Varianten, insbesondere die Delta-Variante, die bereits aus 16 afrikanischen Ländern gemeldet wird, könnten dazu führen, dass die dritte Welle Afrikas schlimmer wird als frühere Wellen. Bis Ende Juni sei die Zahl der Neuerkrankungen sechs Wochen hintereinander um durchschnittlich 25 % gestiegen.

In Uganda werden bereits 66 % der schweren Erkrankungen bei Menschen unter 45 Jahren der Delta-Variante zugeschrieben. Die Todesrate stieg insbesondere in der DR Kongo (183 %), Kenia (42 %), Südafrika (20 %) und Äthiopien (18 %).

Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika: "Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der dritten afrikanischen Welle sind mit nichts zu vergleichen, was wir je zuvor gesehen haben. Die grassierende Verbreitung ansteckenderer Varianten hebt die Bedrohung für Afrika auf ein ganz neues Niveau."

Verdoppelung der Infektionen alle 3 Wochen

In der 2. Juliwoche wurden 202.000 neue Fälle der Krankheit gemeldet, und die Infektionen verdoppelten sich nach WHO-Angaben alle drei Wochen. Die Zahl der Länder Afrikas, die bisher eine dritte Infektionswelle verzeichneten, erhöhte sich auf 21. 10 Länder meldeten neue Höchstwerte seit Ausbruch der Pandemie.

Steigende Zahlen werden derzeit (Stand: 21.7.) vor allem aus Marokko, Libyen, Algerien, Botswana und Malawi gemeldet. Tunesien und Simbabwe befinden sich mitten in einer Welle. Langsam abnehmende Werte verzeichnen Südafrika, Sambia, Namibia und Uganda. Besonders betroffen sind also Länder in Nord- Ost- und Südafrika.
 

Der am wenigsten geimpfte Kontinent: 1,5 Prozent

Afrika ist der am wenigsten geimpfte Kontinent der Welt. Während die USA und Großbritannien fast die Hälfte ihrer Bevölkerung vollständig geimpft haben, sind es nach Angaben des Africa Centers for Disease Control & Prevention in Afrika nur circa 1,5 %.

Eine in 'The Lancet' veröffentlichte Studie legt nahe, dass Krankenhauspatienten, die in Afrika schwer an Covid-19 erkrankt sind, aufgrund begrenzter Gesundheitsressourcen weitaus häufiger sterben als in anderen Teilen der Welt.

Forscher, die Patienten in Krankenhäusern in 10 afrikanischen Ländern untersuchten, fanden heraus, dass fast die Hälfte derjenigen, die eine Intensivpflege benötigten, starben, während der globale Durchschnitt bei weniger als einem Drittel lag.

Afrikanische Länder haben auch mit der Verfügbarkeit von Sauerstoff zu kämpfen. 

Anstieg der Infektionszahlen in Afrika um 25 Prozent

Bis auf Südamerika erhöhten sich Mitte Juli in allen anderen Regionen der Welt die Infektionszahlen: In Europa um 30 %, in Afrika um 25 %, im Nahen Osten um 10 % sowie 5 % in den USA und Kanada und 4 % Prozent in Asien.

Bei den Neuerkrankungen verzeichnete Myanmar mit 119 % den größten Anstieg bei den Neuerkrankungen. Spanien folgte mit 80 % vor Großbritannien (71 %), Tunesien (69 %) und Kuba (68 %). 

Steigende Zahlen insbesondere in Süd- und Ostafrika

Auch wenn in vielen Ländern Europas angesichts niedriger Infektions- und Todeszahlen bereits eine Art 'Aufbruchstimmung' herrscht: Afrika verzeichnet aktuell wieder deutlich ansteigende Zahlen und liegt jetzt schon wieder auf dem Niveau von Ende März 2021. Besonders betroffen sind das nördliche, südliche und das östliche Afrika, wo die meisten Länder weiterhin als Hochinzidenz- oder sogar Mutationsgebiete eingestuft werden.

67.700 Todesopfer in Südafrika. 17.800 Tote in Tunesien

Südafrika befindet sich trotz abnehmender Zahlen immer noch in einer 3. Welle mit einem Höchststand von 26.485 neuen Infektionen am 3.7. und 633 Todesfällen am 13.7. Insgesamt werden 67.700 Todesopfer und 2,3 Mill. offiziell registrierte Infizierte gemeldet (Stand: 21.7.). Mit 36 % der offiziell gemeldeten Infektionen Afrikas und 42 % der offiziell gemeldeten Todesfälle liegt Südafrika gegenwärtig (21.7.) auf Platz 17 der Länder mit den meisten Infektionen weltweit.

Tunesien, das sich bereits in einer 4. Welle befindet (neue Höchstwerte mit 9.800 Neuinfektionen am 7.7. und 205 Todesfällen am 16.7.) , hat inzwischen als zweites afrikanisches Land die Zahl von 17.000 Todesopfern überschritten. In Ägypten wurden bis zum 21.7. 16.500 Todesopfer gemeldet - die dritthöchste offiziell gemeldete Zahl Afrikas.

Ebenfalls in einer 3. Welle, allerdings mit abnehmenden Werten, befinden sich die Länder Sambia (neue Höchstwerte seit Beginn der Pandemie mit 3.594 Infektionen am 24.6. und 72 Todesfällen am 1.7.), Namibia (2.602 neu Infizierte am 21.6. und 150 Todesopfer am 14.7.), Uganda (neuer Höchstwert bei den Todesfällen am 28.6.), DR Kongo, Reunion, Simbabwe (neue Höchstwerte mit 3.110 Infektionen am 14.7. und 102 Todesfälle am 16.7.) und die Seychellen.

Weiter ansteigende Zahlen melden Botswana (neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie mit 5.980 offiziell Infizierten am 15.7. sowie 51 Todesopfern am 12.7.), Malawi (867 Infektionen am 20.7. und 25 Todesfälle am 15.7.), Ruanda (neuer Höchstwert mit 2.773 Infektionen am 18.7.),  Algerien (neue Höchstwerte seit Beginn der Pandemie mit 1.298 Infektionen und 23 Todesfällen am 20.7.), Libyen (neuer Höchstwert mit 4.061 Infektionen am 18.7.) und Marokko.

Delta-Variante in mindestens 12 Ländern Afrikas nachgewiesen

Nach Angaben der BBC wurde bis Ende April in mindestens 20 Ländern Afrikas die Beta-Variante aus Südafrika und in mindestens 12 Ländern Afrikas die vermutlich sehr ansteckende Delta-Variante aus Indien nachgewiesen. Genannt wurden die Länder Uganda, Kenia, Marokko, Algerien, Südafrika, Botswana, Angola, DR Kongo, Nigeria, Uganda, Sambia und Simbabwe.

In Tansania werden gegenwärtig noch keine Tests oder Laboranalysen durchgeführt.

Untersuchung neuer afrikanischer Varianten noch nicht abgeschlossen

Neue Varianten aus Nigeria oder Tansania werden derzeit noch im Labor untersucht. Zwar gibt es noch keine Hinweise auf eine überhöhte Übertragbarkeit, diese kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Die BBC berichtete von einem Forschungsergebnis, wonach eine Untersuchung in den Krankenhäusern von 10 afrikanischen Ländern ergeben hat, dass circa 50 % der Patienten, die nach einer Covid-19-Erkrankung Intensivpflege benötigten, gestorben sind. Weltweit sind es circa 30 %.

WHO: "Das Schlimmste steht dem Kontinent noch bevor!"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte Mitte Juli davor, dass Afrika das Schlimmste noch bevorsteht. "Afrika hat gerade die bisher schlimmste Pandemie-Woche hinter sich", sagte Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin der WHO für Afrika. "Aber das Schlimmste steht uns noch bevor, da die dritte Welle der Pandemie auf dem Kontinent immer mehr an Fahrt gewinnt."

Jetzt 6,35 Millionen offiziell registrierte Infektionen in ganz Afrika

Insgesamt gab es am 21.7. in ganz Afrika 6,35 Millionen offiziell gemeldete Infektionen und 160.100 Todesopfer. 5,54 Millionen Menschen wurden bislang wieder gesund.

Die meisten Erkrankungen / Todesfälle / Todesfälle pro 1 Mill. Einwohner gibt es aktuell in den folgenden 10 Ländern:

Stand: 21.7.2021

• Südafrika (2.311.000 / 67.700 / 1.126)
• Marokko (562.000 / 9.500 / 254)
• Tunesien (555.000 / 17.800 / 1.492)
• Ägypten (284.000 / 16.500 / 158)
• Äthiopien (278.000 / 4.400 / 37)
• Libyen (227.000 / 3.300 / 475)
• Kenia (194.000 / 3.800 / 69)
• Sambia (188.000 / 3.100 / 166)
• Nigeria (170.000 / 2.100 / 10)
• Algerien (156.000 / 4.000 / 89)

Zum Vergleich:
• Deutschland (3.755.000 / 91.900 / 1.094)
• Schweiz (710.000 / 10.900 / 1.250)
• Österreich (655.000 / 10.700 / 1.184)

Aktuelle Zahlen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC)

Die aktuellen offiziellen Zahlen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (Erkrankungen / Todesfälle / Todesfälle pro 1 Mill. Einwohner)
Stand: 21.7.2020

• Kenia 193.800 / 3.800 / 69
• Uganda 90.900 / 2.412 / 51
• Ruanda 59.100 / 677 / 51
• Südsudan 10.900 / 117 / 10
• Burundi 5.900 / 8/ 1*
Tansania 509 / 21 / 0,3**

*    Bis zum 30.6.2020 weitgehende Leugnung der Pandemie und Ausweisung des WHO-Personals
**   Seit dem 29. April 2020 keine neuen Zahlen veröffentlicht

Sind diese Zahlen wirklich aussagekräftig?

Einige Experten stellen die Frage, wie weit die offiziellen Fallzahlen wirklich aussagekräftig sind. Die relativ geringe Zahl der bisher durchgeführten Tests oder die fehlenden Testmöglichkeiten in weiten Teilen der afrikanischen Länder erschweren nach Meinung der Experten ein realistisches Bild von der Verbreitung des Coronavirus in Afrika.
 


Frühere Meldungen

Deutschland an der Finanzierung der Produktion von Impfstoff in Afrika beteiligt

Die Weltbank, Deutschland, Frankreich und die USA stellen insgesamt 600 Millionen Euro für das südafrikanische Pharmaunternehmen Aspen Pharmacare zur Verfügung. Mit dem Geld soll die Produktion von COVID-19-Impfstoffen auf dem afrikanischen Kontinent ermöglicht werden.

Der Fonds umfasst Gelder für die gesamte Lieferkette von Impfstoffen. Bis Ende 2022 will Aspen mehr als 500 Millionen Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson herstellen.

An der Finanzierung des Finanzpakets sind die Weltbank (International Finance Corp.), die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG), U.S. International Development Finance Corp. sowie Proparco, eine Tochtergesellschaft der französischen Agence Française de Développement, beteiligt.

20 Milliarden USD der Weltbank für weltweite Impftstoffproduktion

Die Weltbank teilte am 30. Juni außerdem mit, dass sie ihre Mittel zur Unterstützung der weltweiten Impfstoffproduktion von 12 Milliarden US-Dollar auf 20 Milliarden USD erhöhen wird.

Weltbankpräsident David Malpass sagte, die Nachfrage nach Impfstoffen aus einkommensschwächeren Ländern sei „ansteigend“. Diese Länder sollten wissen, dass hierfür eine Finanzierung zur Verfügung steht.

Auf Länder mit niedrigem Einkommen entfällt nur ein Bruchteil der bislang verabreichten rund 3 Milliarden COVID-19-Impfdosen. Während die USA etwa 98 Dosen pro 100 Personen abgegeben haben, liegt die Quote in Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichstem Land, nur bei 1,7. Die Weltbank hat bislang 51 Länder mit Impfstoffen im Wert von mehr als 4 Mrd. USD unterstützt. 

Aufruf an den G20-Gipfel in Venedig

Malpass forderte alle Länder der G20-Staatengruppe auf, mehr Impfstoffdosen von ihrem eigenen Kontingent abzugeben und sich zu verpflichten, bis Ende dieses Jahres 40% und bis Ende 2022 60% der Weltbevölkerung zu impfen. Die G20-Staaten treffen sich vom 8.-12. Juli in Venedig.

Quelle: Devex
 

Staatspräsidentin Hassan bestätigt COVAX-Beitritt und nennt Zahlen

Erstmals seit dem Frühjahr 2020 hat Tansania wieder konkrete Zahlen über Covid-19-Infektionen bekannt gegeben. Es war Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan persönlich, die am 28. Juni in Daressalam auf einem Treffen mit Verlegern und Journalisten mitteilte, dass es am Samstag zuvor über 100 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung gab. Davon befanden sich 70 Erkrankte in einem kritischen Zustand und lagen an Beatmungsgeräten.

470 Millionen US-Dollar für Impfungen und Bestätigung des COVAX-Beitritts

Hassan teilte mit, dass die tansanische Regierung mindestens 470 Millionen US-Dollar für den Kauf von COVID-19-Impfstoffen und für sonstige Maßnahmen ausgeben wird. Die Hälfte des Geldes werde für Impfstoffe, Schutzausrüstung und andere medizinische Ausrüstung ausgegeben, die andere Hälfte soll die von der Pandemie besonders betroffenen Wirtschaftszweige ankurbeln.

Außerdem bestätigte die Staatspräsidentin, dass Tansania der internationalen COVAX-Impfinitiative beigetreten ist. Bislang hatte dies lediglich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkündet. Tansania werde in naher Zukunft mit der Impfkampagne beginnen. Die Regierung erarbeite bereits mit Partnern aus dem Gesundheitswesen einen Plan zur Verteilung der Impfstoffe.

"Jeder Tansanier, der geimpft werden möchte, wird geimpft", sagte Hassan.
 

Aufruf der Staatspräsidentin an alle Religionsführer Tansanias 

Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan hat am 25. Juni in Kurasini, Daressalam, vor Bischöfen der katholischen Bischofskonferenz von Tansania (TEC) alle religiösen Führer des Landes aufgerufen, die Gläubigen aufzufordern, Vorsichtsmaßnahmen gegen Covid-19 zu treffen und sich an die Vorgaben des Gesundheitsministeriums zu halten. Vorbeugen sei besser als Heilen, die Nation müsse vor zahlreichen Todesopfern geschützt werden.

Samia Hassan: "Sprechen Sie laut zu Ihren Gläubigen!"

Samia Suluhu Hassan: „Ich weiß, dass die Kirche von Anfang an eine starke Position im Kampf gegen diese Krankheit eingenommen hat. Wir sind in die dritte Krankheitswelle eingetreten, und die Anzeichen im Land sind sichtbar. Wir haben bereits Patienten, die im Zuge dieser Welle diagnostiziert wurden. (...) Ich möchte Ihnen versichern, dass Covid-19 noch existiert. Wir dürfen nicht aufgeben! Ich bitte Sie, die religiösen Führer, laut zu Ihren Gläubigen zu sprechen, um Massensterben im Land zu vermeiden. Außerdem sollten wir Gott bitten, uns von dieser Tragödie zu verschonen.“

Staatspräsidentin Hassan besuchte Corona-Patienten in Daressalam

Hassan teilte außerdem mit, dass sie erst kürzlich Covid-19 Patienten im Mwananyamala Hospital in Daressalam besucht habe. Damit hat erstmals seit Mai 2020 ein tansanisches Staatsoberhaupt die Existenz von Covid-19-Patienten auf dem Festland zugegeben.
 

Einführung der Maskenpflicht in Daressalam

Der Regional Commissioner (RC) von Daressalam, Amos Makalla, hat am 24. Juni für Daressalam die Maskenpflicht angeordnet. Sie gilt für alle Orte, an denen Menschenansammlungen stattfinden. Konkret nannte Makalla Märkte, öffentliche Verkehrsmittel, Versammlungen, Zeremonien, Gesundheitszentren, Büros, Restaurants, Bars, Schulen inklusive Klassenzimmer, Hochschulen und weitere Versammlungsstätten.

Makalla wies alle District Commissioners, Institutionen und Sicherheitsbehörden an, seine Anordnung auszuführen. Darüberhinaus appellierte er an die Bevölkerung, sich an die bekannten Schutzmaßnahmen wie Händewaschen und Abstand zu halten.

Reaktion auf Warnung des Gesundheitsministeriums vor dritter Welle

Der RC reagierte mit seinem Erlass auf die zuvor ausgesprochene Warnung des Gesundheitsministeriums vor einer dritten Covid-19 Welle in Tansania. Das Ministerium hatte dazu geraten, auf allen Ebenen notwendige Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Die Warnung erfolgte vor allem vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklung in mehreren tansanischen Nachbarländern.

Mazrui: "Ohne PCR-Test keine Einreise nach Sansibar"

Der Gesundheitsminister von Sansibar, Nassor Mazrui, sagte ebenfalls am 24. Juni  in einem Gespräch mit der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen', dass kein Ausländer mehr ohne PCR-Test nach Sansibar einreisen dürfe.

Angesprochen auf den Impfbeginn sagte Mazrui, dass Sansibar trotz seiner Autonomie gemeinsam mit dem Festland die Impfkampagne starten wolle. Denn nur so könne vermieden werden, dass Interessenten auf die Insel reisen, um sich dort impfen zu lassen. Der Gesundheitsminister kann sich vorstellen, dass Impfungen auf Sansibar auch durch Nicht-Regierungsorganisationen durchgeführt werden.
 

Über 200 Parlamentsabgeordnete und -mitarbeiter in Uganda positiv getestet

Die Situation in Tansanias nördlichem Nachbarland Uganda hat sich dramatisch verschärft: Am 19. Juni wurde in ostafrikanischen Medien gemeldet, dass in den 3 Wochen zuvor über 200 Abgeordnete und Mitarbeiter des Parlaments positiv getestet worden sind. Der Sprecher des Parlaments sprach von einer "Katastrophe im Repräsentantenhaus" und verhängte eine zweiwöchige Schließung.

Präsident verordnete einen 42-tägigen "vollständigen Lockdown"

Die Regierung Ugandas hatte bereits zuvor die Notbremse gezogen und einen 42-tägigen harten Lockdown verhängt. Das Überqueren einer Distriktgrenze ist für Einheimische untersagt. Der Internationale Flughafen des Landes bleibt hingegen geöffnet. Allerdings dürfen nur geimpfte Touristen einreisen.

Für ganz Uganda wurde eine Ausgangssperre zwischen 19.00 Uhr und 5.30 Uhr verhängt. Nur Fahrzeuge, die wichtige Fracht oder kranke Menschen transportierten, sind noch auf der Straße zugelassen. Die Nachbarländer wurden um Sauerstoff gebeten, man benötige mindestens 15.000 Zylinder. Auch die Armee sei angewiesen worden, Sauerstoff zu produzieren.

Korrektur: Uganda gilt nach einer Entscheidung des Auswärtigen Amtes (Deutschland) seit dem 20.6.2021 als Risikogebiet. Zuvor war es nicht - wie an dieser Stelle irrtümlich gemeldet - bereits als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

Präsident Musoveni: "Wir sind in Gefahr!"

Von 100 Corona-Tests sollen landesweit bereits über 17 positiv sein. Präsident Yoweri Museveni: "Wir sind in Gefahr!"

Bereits am 17. Juni hatte Monica Musenero Masanza, Ugandas Epidemiebeauftragte, mitgeteilt, dass das Land mindestens fünf Covid-19-Varianten registriert hat. „Wir haben alle drei Subtypen der indischen Variante, der südafrikanischen Variante, der britischen Variante sowie der nigerianischen und ugandischen Variante, die nicht so virulent sind wie die anderen drei“, sagte sie.

Rekordstand an Neuinfektionen in Uganda

"Die Neuinfektionen in Uganda hatten nach Angaben der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union mit fast 12.000 einen Rekordstand erreicht. Hintergrund ist die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Auch in anderen Staaten Afrikas nehme deren Anteil zu. Der Notfalldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Ryan, sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. Diese sei auch Folge der unfairen Verteilung von Corona-Impfstoffen auf der Welt. Bislang habe lediglich ein Prozent der Menschen in Afrika einen vollständigen Impfschutz gegen Covid-19." (Deutschlandradio vom 19.6.2021)  

"Coronadesaster in Afrika: Das passiert, wenn die Delta-Variante auf eine ungeimpfte Bevölkerung trifft"
SPIEGEL vom 19.6.2021
 

Lockdown auch im Westen Kenias

Kenia hat 13 Landkreise im Westen des Landes für mindestens einen Monat gesperrt und sie zum Covid-19-Hotspot erklärt. Die Regierung spricht von der Gefahr eines Zusammenbruchs des Gesundheitssystems.
 

Gesundheitsministerium: Tansania hat durchgehend Corona-Daten gesammelt

In einem Interview mit der Deutschen Welle teilte der Stellvertretende Gesundheitsminister Godwin Mollel am 23. Juni mit, dass die Regierung nie aufgehört habe, die Daten zur Covid-19 Pandemie zu sammeln. Die Statistiken seien unter dem früheren Präsidenten John Magufuli lediglich nicht veröffentlicht worden. Die Regierung habe ihre eigene Art, mit den zuständigen Stellen, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in Bezug auf Krankheiten zu kommunizieren.

Die tansanische Regierung hat seit Mai 2020 keine Daten zur Corona-Pandemie veröffentlicht.

In der Vergangenheit keine Einhaltung von Schutzmaßnahmen

Mollel räumte in dem Gespräch ein, dass Schutzmaßnahmen wie Lockdowns, das Tragen von Gesichtsmasken oder Abstandhalten nicht praktiziert beziehungsweise nicht strikt eingehalten wurden. Der Schwerpunkt zur Corona-Bekämpfung sei auf die Verwendung traditioneller Heilmittel, einschließlich Dampfinhalation, gelegt worden. Seit dem Amtsantritt von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan am 19. März dieses Jahres hat sich allerdings vieles geändert.

Die Freigabe der Corona-Daten ist eine der wesentlichen Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), bevor Tansania Zugang zu einem Darlehen in Höhe von 571 Millionen US-Dollar erhält zur Bewältigung der durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Herausforderungen. 

Bislang noch keine Beweise für die Wirksamkeit traditioneller Heilmittel 

Im Interview stellte die Deutsche Welle auch eine Frage nach der Rolle traditioneller Heilmittel im Kampf gegen Covid-19. Der Stellvertretende Gesundheitsminister antwortete, dass die Regierung ihre Forschungen fortsetzen werde, um Beweise für ihre Wirksamkeit zu finden.

Ab sofort Maskenpflicht im Muhimbili National Hospital

Das Muhimbili National Hospital (MNH) in Daressalam hat am 23. Juni neue Besucherrichtlinien festgelegt. In den Krankenhäusern in Mloganzila und Upanga herrscht ab sofort Maskenpflicht. Außerdem wurde die Zahl der täglichen Patientenbesucher begrenzt.
 

Gesundheitsminister von Sansibar: "Ich werde mich als Erster impfen lassen!"

Der Gesundheitsminister von Sansibar, Nassor Ahmed Mazrui, hat am 22. Juni auf einer Pressekonferenz erklärt, dass er sich als erster Sansibari mit der Corona-Schutzimpfung impfen lassen möchte. Damit will er offensichtlich der Öffentlichkeit demonstrieren, dass vorhandene Ängste gegen die Impfungen haltlos seien: "Wenn es  irgendwelche Probleme gibt, wäre ich dann das erste Opfer", sagte er.

Mazrui kündigte nicht nur den baldigen Beginn der Impfungen an, er schilderte auch die aktuelle Situation auf Sansibar. Die Inseln seien coronafrei, aktuelle Infektionen würden nicht vorliegen. Es gehe gegenwärtig angesichts der Situation in den Nachbarländern darum, den Ausbruch einer dritten Infektionswelle zu verhindern. 

Folkfestival von Rumänien nach Sansibar verlegt

Die russische Regierung hat indes das Aussetzen der Flüge nach Sansibar bzw. Tansania verlängert. Sie befürchtet das Einschleppen von Corona-Varianten.

Dies hielt einen rumänischen Kulturveranstalter am vorletzten Juniwochenende jedoch nicht davon ab, ein in Rumänien wegen der Corona-Pandemie abgesagtes mehrtägiges Musikfestival komplett an die Küste Sansibars zu verlegen. Es wurde dort dann ohne Corona-Schutzmaßnahmen durchgeführt und widersprach damit auch den vor wenigen Tagen verkündeten Empfehlungen des tansanischen Gesundheitsministeriums.
 

Eindringliche Warnung der Regierung vor dritter Welle

Die tansanische Regierung hat in eindringlichen Worten vor einer dritten Corona-Welle in Tansania gewarnt. Nach Angaben von Leonard Subi, Direktor für Prävention im Gesundheitsministerium, gibt es im Land bereits Indikatoren für den Beginn einer dritte Corona-Welle. Auch nähmen die Coronafälle in den Nachbarländern deutlich zu.

Auf einer Pressekonferenz im Internationalen Flughafen von Daressalam informierte Subi am 20. Juni über den Aufruf der Regierung, Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Schutzmasken, Verwendung von Desinfektionsmitteln und Händewaschen mit Seife und fließendem Wasser zu befolgen.

"Erste Anzeichen für eine dritte Welle"

Subi wörtlich: "Das Ministerium erinnert alle Bürger daran, Covid-19 nicht zu ignorieren. Das Ministerium sieht erste Anzeichen für das Auftreten der dritten Welle von Covid-19.“ Der Direktor bezog sich dabei auf Erkenntnisse durch Berichte des Ministeriums und die Interaktion zwischen Tansania und anderen Nationen.

In den Nachbarländern sei die Zahl der Covid-19 Erkrankungen in den letzten 5 Wochen deutlich angestiegen. Die Zahl der Infektionen hätte sich im Vergleich zur zweiten Welle sogar verdoppelt. Konkrete Zahlen zur aktuellen Lage in Tansania nannte Subi allerdings nicht.

Erstmals deutliche Worte auch in der Regierungszeitung 'Daily News'

In bemerkenswerter Deutlichkeit macht am 20. Juni erstmals auch die 'Daily News' auf den Ernst der Lage aufmerksam. Nach Angaben der tansanischen Regierungszeitung appelliert das Gesundheitsministerium an den gesamten privaten Sektor und auch an die Religionsführer des Landes, die Bevölkerung „auf allen Ebenen zu Vorsichtsmaßnahmen zu erziehen.“ 

"Jetzt sind auch jüngere Menschen betroffen"

Die gegenwärtigen Erfahrungen in Ländern wie Südafrika, Uganda, Sambia, Namibia, DR Kongo und Angola, die sich bereits mitten in der dritten Welle befinden, würden aufzeigen, dass sich in diesen Ländern neue Covid-19 Varianten verbreiten und dass jetzt auch jüngere Menschen betroffen seien. Bislang ist Afrika vor allem aufgrund des niedrigen Alterdurchschnitts von noch höheren Todeszahlen verschont geblieben.   

Erstmals Aufruf zur Vermeidung religiöser Versammlungen

Laut Daily News geht es dem tansanischen Gesundheitsministerium jetzt vor allem um das Tragen „richtiger Masken“ in bevölkerten Gegenden und um das Vermeiden unnötiger Versammlungen. Konkret benannt wurden laut Daily News Fahrten, Beerdigungen, Gottesdienste und Fußballspiele. Grundsätzlich solle ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden. Laut einer schriftlichen Erklärung des Gesundheitsministeriums soll auch auf die Luftzirkulation geachtet werden.

Mit diesen Vorgaben hat die Regierung erstmals seit Ausbruch der Pandemie auch religiöse Versammlungen in ihren Maßnahmenkatalog einbezogen.

"Besonderer Schutz bestimmter Bevölkerungsgruppen"

Auch der notwendige „ganz besondere Schutz“ bestimmter Bevölkerungsgruppen wurde angesprochen. Angeführt wurden ältere Menschen und Menschen mit Erkrankungen wie Übergewicht, Asthma, Bluthochdruck, Diabetes und Nieren- oder Herzproblemen.

Bei ersten Anzeichen einer Erkrankung wie Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Atemnot, Appetitlosigkeit oder Verlust des Geruchssinns sollten sich die Betroffenen sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Appell an das gesamte Gesundheitssystem Tansanias

Das Gesundheitsministerium hat das gesamte Gesundheitssystem Tansanias aufgerufen, sich jetzt auf die dritte Welle vorzubereiten.      
 

WHO: Tansania will COVAX-Impfinitiative beitreten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, dass Tansania der internationalen Impfinitiative COVAX beitreten will. Dies sei ein weiteres Indiz für eine Kursänderung der Regierung nach dem Tod des COVID-19 Leugners und Impfskeptikers John Magufuli.

Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, sagte am 17. Juni auf einer Pressekonferenz: "Wir haben Informationen erhalten, dass Tansania nun offiziell daran arbeitet, der COVAX-Einrichtung beizutreten."

Die Belieferung Tansania könne trotz der aktuellen Knappheit an Impfstoffen bereits innerhalb von zwei Wochen starten.  

WHO: Impfstoffe können bereits in den nächsten Wochen in Tansania eintreffen

Auch Richard Mihigo vom Immunisierungs- und Impfstoffentwicklungsprogramm der WHO in Afrika bestätigte, dass Tansania bereits die vorbereitenden Schritte unternommen hat, um der COVAX-Initiative beizutreten. Die Planung einer nationalen Impfkampagne werde vorbereitet.  Die ersten Impfstoffe würden bereits in den nächsten Wochen in Tansania eintreffen.

Seitens der tansanischen Regierung liegt noch keine Bestätigung dieser WHO-Meldung vor.

Allerdings hat das von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzte Nationale Corona-Komitee bereits eine Prioritätenliste für Impfungen vorgelegt. Ganz oben stehen alte Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und vor allem das medizinische Personal des Landes. Diese Liste muss noch von der Regierung beschlossen werden.

Endgültige Abkehr von der bisherigen Corona-Politik

Tansania hat seit über 14 Monaten keine Zahlen über Infektionen und Todesopfer an die WHO weitergeleitet. Der inzwischen verstorbene Staatspräsident John Magufuli hatte das Land vor einem Jahr für "coronafrei" erklärt und den westlichen Industrieländern mit wirren Verschwörungstheorien die Schuld an der Verbreitung des Virus in die Schuhe geschoben.

WHO-Regionaldirektorin Moeti: „Wir ermutigen das Land nachdrücklich, jetzt, da mit den Impfungen begonnen wird, auch die Daten mit uns zu teilen, damit wir die effektivste Rolle bei der Hilfe spielen können – zum Beispiel bei der Ausrichtung, bei der Planung, wo wir anfangen sollen, auf was man sich konzentrieren soll. Das alles kann nur auf der Grundlage von Daten erfolgen".
 

IWF: Notkredit an Tansania nur nach Veröffentlichung der Corona-Statistiken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht die Auszahlung eines Notkredits in Höhe von 574 Millionen US-Dollar von der Veröffentlichung der Statistiken über die Ausbreitung der Covid-19 Pandemie in Tansania abhängig.

Präsidentin Samia Suluhu Hassan hat zwar bereits eine Wende in der Corona-Politik ihres Landes eingeleitet und einen Prozess zur Beschaffung von Impfstoffen initiiert, bislang aber noch nicht mit der Praxis ihres Vorgängers gebrochen, keine Zahlen an die WHO weiterzuleiten. John Magufuli hatte vom Frühjahr 2020 bis Anfang 2021 die Existenz von Covid-19 in Tansania geleugnet und das Land für „coronafrei“ erklärt. 

"Für die Rechtfertigung einer Notfinanzierung müssen Daten veröffentlicht werden"

„Die Veröffentlichung solcher Daten wäre eine Voraussetzung, um voranzukommen“, teilte Jens Reinke, Vertreter des IWF in Tansania, mit. "Um eine Notfinanzierung im Kontext der Pandemie zu rechtfertigen, müssen relevante Daten zur öffentlichen Gesundheit veröffentlicht werden."

Die Regierung habe den IWF im März letzten Jahres erstmals um einen Kredit im Rahmen seiner Rapid Credit Facility gebeten, sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Verhandlungen seien aber nie vorangekommen. Im Mai habe die tansanische Regierung den Antrag jedoch wieder aktiviert.

Sogar Verdoppelung auf 1,15 Milliarden USD möglich

Die tansanische Regierung könnte auf den ihr zustehenden Notkredit in Höhe von 574 Millionen US-Dollar zugreifen oder diesen sogar verdoppeln, wenn der IWF einer vorgeschlagenen neuen allgemeinen Sonderzuteilung zustimmt, um den Ländern bei der Bewältigung der Folgen der Pandemie weiter zu helfen.

Verwendung vor allem für die Bereiche Gesundheit und Wirtschaftsförderung

Der Notkredit soll vor allem für die öffentliche Gesundheit und für die von den Auswirkungen der Pandemie am meisten betroffenen Wirtschaftsbereiche wie beispielsweise den Tourismus verwendet werden.  

Tansania meldet seit April 2020 keine Zahlen mehr

Tansania hat seit April 2020 keine Zahlen mehr an die WHO gemeldet. Tests finden weiterhin kaum statt. Im Falle der neu entdeckten 'Tansania Mutation' können die dringend notwendigen Testreihen nicht im Land selbst, sondern nur in den umliegenden Nachbarländern durchgeführt werden.

"Prävention statt Wegbeten - Ob und wie Tansania seine Corona-Politik ändert"
Tagesschau vom 14.6.2021
 

Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung: Regierung verzichtet auf Zolleinnahmen

Als Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie will die Regierung ein Jahr lang auf Zolleinnahmen für Rohstoffe verzichten, die zur Herstellung von Geräten zur Bekämpfung von Covid-19 verwendet werden, darunter Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel, Beatmungsgeräte und spezielle Schutzkleidung von Ärzten und Gesundheitspersonal. Dies teilte nach Angaben der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' Finanz- und Planungsminister Mwigulu Nchemba am 11. Juni bei den parlamentarischen Haushaltsberatungen in Dodoma mit.
 

Tansania bereitet sich auf Covid-19 Impfkampagne vor

Tansania bereitet sich auf seine Beteiligung an der weltweiten Impfkampagne gegen Covid-19 vor. Am 4. Juni legte die von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzte nationale Covid-19 Kommission unter dem Vorsitz von Prof. Said Aboud der Regierung einen zweiten Expertenbericht mit Empfehlungen darüber vor, wie die Impfungen in Tansania konkret eingeführt werden können. 

„Die Kommission hat verschiedene Möglichkeiten zur Bereitstellung von Finanzmitteln aus dem Haushalt und anderer Stakeholder einschließlich  internationaler Organisationen und des Privatsektors beraten“, sagte das State House in einer vom Präsidentensprecher Gerson Msigwa unterzeichneten Erklärung. „Das Geld soll verwendet werden, um medizinische Geräte, Schulungen und Impfstoffe zu finanzieren.“

Auch Sansibar will sich an der weltweiten Impfkampagne beteiligen

Bereits am 3. Juni hatte Sansibars Präsident Hussein Mwinyi dem Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Tansania, Tigest Ketsela Mengestu, mitgeteilt, dass Sansibar bereit sei, die Covid-19-Impfunterstützung und andere Spenden zur Bekämpfung der Pandemie entgegenzunehmen. Mengestu bat seinerseits die Regierung von Sansibar, die Art des gewünschten Impfstoffs zu bestimmen, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Vorbereitung der Muslime auf den Haddsch, der heiligen Pilgerfahrt nach Mekka vom 17.-22. Juli.

Endgültige Kehrtwende in der Coronapolitik des Landes

Die Covid-19 Kommission hatte der Regierung bereits im Mai empfohlen, freiwillige Impfungen zuzulassen und wieder Statistiken über die Pandemie zu führen und an die WHO weiterzuleiten. Im Gegensatz zu dem Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker John Magufuli ("Die ausländischen Tests und Impfungen bringen Corona überhaupt erst in unser Land") kam die Kommission zu dem Ergebnis, "dass die Impfstoffe wissenschaftlich unter Beweis gestellt haben, dass sie effektiv und effizient wirken."

In dem zweiten Bericht ging es um Wege zur Mobilisierung von Ressourcen zur Bekämpfung von Covid-19 und um konkrete Vorschläge für die Impfstrategie. Weltweit sind bereits 3,73 Millionen Menschen an Covid-19 gestorben.

Hassan genehmigt Botschaften und internationalen Organisationen die Einfuhr von Impfstoffen

Als ersten Schritt hat die Staatspräsidentin am 4. Juni den in Tansania vertretenen Botschaften und internationalen Organisationen die Einfuhr von Covid-19 Impfstoffen für ihre Bürger und Mitarbeiter genehmigt. Der Import soll jedoch durch das Gesundheitsministerium koordiniert werden.

Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima wurde beauftragt, für das Kabinett eine Beschlussvorlage zu erstellen.
 

Jetzt über 2 Milliarden Impfungen weltweit - aber Impfquote von unter 2 % in Afrika

Am 4. Juni wurde die Zahl von weltweit 2 Milliarden Impfungen gegen Covid-19 erreicht. 60 % der Impfungen erfolgten in den drei bevölkerungsreichsten Ländern China, USA und Indien, 13 % in der Europäischen Union. Bei der Anzahl der kompletten Impfungen liegt, gerechnet auf die Einwohnerzahl, Israel mit fast 60 % gegenwärtig an der Spitze.

Tansania zählt noch zu den weltweit 6 Ländern ohne Impfungen

In Afrika ist Anfang Juni hingegen erst 1,86 % der Bevölkerung geimpft (Quelle: Devex). Tansania zählt zu den sechs Ländern weltweit, die bisher noch nicht mit dem Impfen begonnen haben: Tansania, Tschad, Burundi, Eritrea, Nordkorea und Haiti.

"Corona-Impfungen in Afrika: Was läuft schief?"
Deutsche Welle vom 3.6.2021

Staatspräsidentin Hassan: Vorsichtsmaßnahmen beachten!

Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan hat am 2. Juni  während des Besuchs eines Krankenhauses in Daressalam die Bevölkerung noch einmal aufgefordert, die Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken und das Desinfizieren von Händen zu beachten. Die von der nationalen Covid-19 Kommission vorgeschlagenen weitergehenden Maßnahmen wie Impfungen, Veröffentlichung aller Corona-Daten oder eine enge Kooperation mit der WHO sind bislang noch nicht von der Regierung beschlossen worden.

Laut Hassan sei es der Regierung gelungen, die Pandemie einzudämmen. Es müssten jetzt aber auch Vorkehrungen gegen Bedrohungen wie die Verbreitung der indischen Variante getroffen werden.
 

Mwinyi: Niemand wird zu einer Corona-Impfung gezwungen

Der Präsident von Sansibar, Hussein Mwinyi, sagte am 29. Mai bei einem Treffen mit Führern der Regierungspartei CCM, dass niemand gegen seinen Willen zu einer Covid-19-Impfung gezwungen werde. Die Menschen sollten allerdings auch nicht Behauptungen glauben, dass sie durch eine Impfung sterben würden. Schließlich seien auf der ganzen Welt Menschen geimpft worden.

Ohne Impfung keine Pilgerfahrt nach Mekka

Mwinyi ging in seiner Rede auch auf Einreisebestimmungen von Saudi-Arabien ein, wonach muslimische Pilger nur gegen Vorlage eines Impfnachweises einreisen dürfen. Dies sei eine Bestimmung, auf die er keinen Einfluss habe und über die daher auch keine Diskussion lohne. Wer sich nicht impfen lasse, könne halt nicht nach Mekka pilgern.
 

Corona-Ausschuss fordert Kehrtwende in der Corona-Politik

Der von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzte 12-köpfige Corona-Ausschuss hat in seinem Abschlussbericht, der am 17. Mai vom Vorsitzenden des Ausschusses, Prof. Said Aboud (Muhimbili University of Health), im State House in Daressalam übergeben wurde, eine radikale Kehrtwende in der Corona-Politik Tansanias vorgeschlagen. Die Vorschläge stehen deutlich im Gegensatz zu dem bisherigen, weltweit kritisierten Vorgehen der tansanischen Regierung unter dem verstorbenen Staatspräsidenten John Magufuli, der das Vorhandensein der Pandemie in Tansania  monatelang geleugnet und wirre Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt hatte.    

Warnung vor der „hohen Wahrscheinlichkeit einer 3. Welle“ 

Prof. Aboud teilte nach Angaben der tansanischen Regierungszeitung 'Daily News' mit, „dass das Land von zwei Wellen der Covid-19-Pandemie schwer getroffen wurde“. Er warnte „vor der hohen Wahrscheinlichkeit einer dritten Welle“.

Die Bemühungen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie seien bei der ersten Welle im Vergleich zur zweiten Welle noch intensiv gewesen. Jetzt sei die Regierung gefordert, den Kampf gegen die dritte Welle zu verstärken.

"Genehmigung von Impfungen auf freiwilliger Basis"

Notwendig seien Schritte der Regierung zur „Genehmigung von Impfungen gegen Covid-19 auf freiwilliger Basis“ - und zwar unter Verwendung von Impfstoffen, die von der WHO empfohlen werden. Die Analyse der Kommission habe ergeben, dass diese Impfstoffe „wirksam sind und sich wissenschaftlich als für den Menschen geeignet erwiesen haben“. 

5 priorisierte Impfgruppen

Bei den Impfungen sollen fünf systemrelevante Gruppen und Risikogruppen bevorzugt berücksichtigt werden:

• Gruppe 1: Personal von Gesundheitsdiensten und das Personal mit Publikumskontakt in den Bereichen Tourismus, Hotelgewerbe und Grenzkontrolle sowie religiöse Führer und Pilger

• Gruppe 2: Ältere Menschen ab 50

• Gruppe 3: Erwachsene mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Atemwegs- und Nierenerkrankungen

• Gruppe 4: Personal von Verteidigungs- und Sicherheitsbehörden

• Gruppe 5: Personen, die ins Ausland reisen

Auch das Personal internationaler Organisationen soll Zugang zu den Impfungen erhalten.

"Die Regierung soll der COVAX-Initiative beitreten"

Der Ausschuss fordert die Vorbereitung des Empfangs, der Lagerung und des Transports des Impfstoffs und die Vorbereitung der Durchführung von freiwilligen Impfungen vor Ort durch die Regierung.

Der Ausschussvorsitzende zur Beteiligung Tansanias an der internationalen COVAX-Initiative: „Die Regierung soll Mitglied von COVAX werden und Impfstoffe anfordern.“

Empfehlung einer Mitgliedschaft bei der GAVI-Impfallianz

Tansania soll auch der in Genf beheimateten GAVI-Impfallianz beitreten, die vor allem die ärmeren Länder mit Impfstoffen versorgen will. Mitglieder von GAVI sind  Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, WHO, UNICEF, Weltbank, die Bill & Melinda Gates Stiftung, NGOs, Impfstoffhersteller aus Industrie- und Entwicklungsländern sowie Gesundheits- und Forschungseinrichtungen und weitere private Geber.

Gleichzeitig soll die Regierung „die aktuelle Situation nutzen, um mit dem Aufbau von Impfstofffabriken zu beginnen.“

Einführung von Corona-Tests und Veröffentlichung von Tagesstatistiken

Auch Covid-19-Tests sollen jetzt durchgeführt und interne Diagnosedienste gestärkt werden. Die Kapazitäten des National Public Health Laboratory und anderer Labors im Land sollen ausgebaut werden. Dabei gehe es um den Nachweis verschiedener Viren, die Covid-19 und andere Infektionskrankheiten im Land verursachen sowie um die regelmäßige tägliche Bereitstellung genauer Daten über die Pandemie für die Öffentlichkeit und die WHO.

Dadurch könnten die Bürger genaue Informationen von den Behörden erhalten, "wieweit diese sich an die ratifizierten Vereinbarungen und Vorschriften halten.“ Die letzte Corona-Tagesstatistik Tansania liegt bereits ein Jahr zurück.

Traditionelle Medizin "unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Grundsätze"

Der Einsatz traditioneller und alternativer Medizin soll nach den Empfehlungen nicht mehr wie bisher im Vordergrund stehen, sondern „unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Grundsätze im formalen System der modernen Medizin  berücksichtigt und respektiert werden“.

"Berücksichtigung der Besonderheit des Landes"

Bei der Bekämpfung der Pandemie, insbesondere bei der Frage eines Lockdowns müssten jedoch auch die Besonderheiten des Landes berücksichtigt werden. Die Entwicklung „kreativer Modelle“ sei insbesondere für die Fortsetzung des Wirtschaftswachstums notwendig. 

Im Abschlussbericht wird der Regierung die Belebung von Notfallplänen für alle Ebenen vorgeschlagen. Erstmals veröffentlichte konkrete Informationen über die Verbreitung von Covid-19 in Tansania sollen die Notwendigkeit einer beschleunigten Umsetzung dieser Notfallpläne verdeutlichen.

"Effektive Zusammenarbeit mit der WHO"

Der Abschlussbericht enthält auch eine deutliche Absage an die Weigerung Magufulis, mit den Organisationen der internationalen Völkergemeinschaft zusammenzuarbeiten. Der Bericht fordert laut Prof. Aboud eine „effektive Beteiligung Tansanias an der Entscheidungsfindung und Umsetzung regionaler und internationaler Resolutionen, die in den Gemeinschaften von EAC, SADC, AU und WHO verabschiedet wurden".

Gleichzeitig sagte der Vorsitzende des Ausschusses, dass die National Technicalization Technical Advisory Group zusammen mit der Tanzania Medicines and Medical Devices Authority (TMDA) weiterhin an der Weitergabe von Informationen, der Erteilung von Ratschlägen und der Kontrolle solcher Impfstoffe beteiligt sein sollte.

Bericht und Entwicklung von Plänen zur Ankurbelung der Wirtschaft

Das Finanz- und Wirtschaftsministerium soll eine umfassende Bewertung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie durchführen und einen umfassenden mittel- und langfristigen Plan zur Ankurbelung der Wirtschaft des Landes aufstellen. Dabei soll mit den Gewerkschaften kooperiert werden.

Die Zuständigkeit für Katastrophenmanagement soll im Büro des Premierministers verbleiben.

"Schulden gegenüber Dienstleistern und Mitarbeitern begleichen"

Das Komitee fordert die Regierung auf, alle ausstehenden Schulden gegenüber Dienstleistern und Mitarbeitern zu begleichen, die bei der Bekämpfung von Covid-19 an vorderster Front standen. Dadurch könne ihre Moral und Produktivität bei der Bekämpfung der Krankheit gesteigert werden.

Zu den entscheidenden Aspekten, die vom Ausschuss im Umgang mit der Pandemie hervorgehoben wurden, zählt vor allem auch die Zusammenarbeit zwischen der Regierung und Interessengruppen wie Kirchen, Entwicklungspartnern, dem Privatsektor und den Medien.

Entscheidung liegt nun bei der Regierung

Nachdem der Ausschuss seine Empfehlungen abgegeben hat, liegt es nun in der Verantwortung der Regierung unter Präsidentin Samia Suluhu Hassan, die Empfehlungen zu beraten, zu beschließen und umzusetzen.
 

Evangelikaler Erzbischof warnt vor Corona-Impfungen

Während weltweit die mangelnde Versorgung Afrikas mit Corona-Schutzimpfungen beklagt und die Freigabe der Patente gefordert wird, haben bislang immer noch drei afrikanische Länder bis heute keine Impfungen zugelassen: Tansania, Burundi und Eritrea. Nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation WHO gefährden sie damit nicht nur ihre eigene Bevölkerung, sondern auch die internationale Völkergemeinschaft. Denn ohne Tests und Impfungen könnten fortlaufend neue gefährliche Mutationen entstehen und sich weltweit ausbreiten. Inzwischen wird die vor mehreren Wochen bei Reisenden aus Tansania entdeckte sogenannte "Tansania-Mutation" von afrikanischen Experten bereits vor dem Abschluss wissenschaftlicher Untersuchungen als "besorgniserregend" eingestuft.  

Vor diesem Hintergrund warten nicht nur die WHO und die internationale COVAX-Initiative, sondern auch viele Mediziner, Oppositionspolitiker und Mitglieder der Zivilgesellschaft in Tansania auf eine baldige Zulassung der Covid-19 Impfungen durch Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan.

Gwajima: "Man soll nicht alles, was aus Europa kommt, automatisch gut finden"

Während der Beratung des Gesundheitsetats Mitte Mai hat der radikale evangelikale Erzbischof Josephat Gwajima (CCM) in seiner Funktion als Parlamentsmitglied zur Wachsamkeit bei der Auswahl des COVID-19 Impfstoffs aufgerufen. Gwajima sagte, dass er zwar nicht grundsätzlich gegen Impfungen oder auch gegen Corona-Schutzimpfungen eingestellt sei, dass man aber nicht alles, was aus Europa kommt, automatisch gut finden solle. Die Tansanier wüssten bislang recht wenig von den vorhandenen Impfstoffen.  

Der Erzbischof forderte das Gesundheitsministerium auf, sich ernsthaft mit dem Thema Impfung und den nationalen Konsequenzen zu befassen. Auch müsse berücksichtigt werden, dass es ohne eine Impfung schwierig werden könne, nach Europa zu reisen. 

Der Bischof forderte eigene tansanische Spezialisten, die vor einer Zulassung erst einmal die Covid-19 Impfstoffe prüfen müssten. Er frage sich, „warum die Impfstoffe so schnell zugelassen wurden.“ Normalerweise sei ein jahrelanges Zulassungsverfahren vorgeschrieben. Gwajima sagte, dass es lächerlich sei, unter Berufung auf die Dringlichkeit „allen Tansaniern Versuche mit dem Impfstoff zu erlauben“.  

Gwajima folgte mit seinen Einlassungen weiterhin der Linie des verstorbenen Staatspräsidenten John Magufuli, der den Europäern unterstellt hatte, mit den Impfungen überhaupt erst das Virus ins Land zu bringen. Er hatte die Tansanier davor gewarnt, die Versuchskaninchen für Imperialisten zu spielen und sogar von den angeblich virusverseuchten europäischen Schutzmasken abgeraten.

Wunderheiler, Gründer und Oberhaupt der Glory of Christ Tanzania Church

Josephat Gwajima, 50, Gründer und Oberhaupt der pfingstkirchlichen Glory of Christ Tanzania Church (GCTC), war trotz seiner Niederlage in der parteiinternen Vorwahl von der Regierungspartei CCM für den Wahlkreis Kawe in Daressalam aufgestellt worden. Der charismatische Wunderheiler ("Wunderheilungen täglich sonntags um 16 Uhr auf Facebook und Twitter") hat bereits 40 Bücher geschrieben und stammt wie der verstorbene Staatspräsident John Magufuli aus der Region um den Viktoriasee.

400 Kirchen gehören landesweit der GCTC an. Gwajima hatte Mitte letzten Jahres die Nachbarländer Kenia und Ruanda verspottet und ernsthaft behauptet, dass "Corona beschlossen hat, sich in Kenia und Ruanda zu verbreiten, weil die Menschen dort nicht in die Kirche gehen."
 

Staatspräsidentin Hassan will Senioren vor Covid-19 schützen

Auf einer Veranstaltung mit 900 Senioren in Daressalam hat Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan nach Angaben der Parteizeitung 'Daily News' versprochen, Maßnahmen zum Schutz der Senioren vor Covid-19 zu ergreifen. Hassan: "Wir werden sicherstellen, dass die Senioren geschützt werden. Denn sie gehören zu den Gruppen, bei denen ein höheres Risiko besteht, an Covid-19 zu erkranken."

Auftritt der Präsidentin mit Corona-Schutzmaske

Die Präsidentin trug erstmals bei einem wichtigen öffentlichen Termin innerhalb Tansanias eine Corona-Schutzmaske. Zuvor hatte sie die Maske jedoch auch bereits bei ihren Staatsbesuchen in Uganda und Kenia angelegt.

Hassan: Das Corona-Expertenkomitee beendet seine Arbeit

Hassan äußerte sich außerdem zu dem von ihr eingesetzten Corona-Ausschuss: "Das Expertenkomitee, das ich kürzlich zur Bewertung der Corona-19-Pandemie gebildet habe, schließt seine Arbeit ab." Dies bedeutet, dass wohl in Kürze die Empfehlungen des Komitees veröffentlicht werden. Viele tansanische Mediziner hoffen auf die Einführung von Corona-Tests, Impfungen, einen Beitritt zur internationalen COVAX-Impfinitiative und eine Zusammenarbeit mit der WHO.

Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Senioren

Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima, die auch für den Bereich Senioren zuständig ist, versprach auf dem Treffen weitere Maßnahmen für eine Verbesserung der Situation von Senioren. Sie benannte in diesem Zusammenhang den Kampf gegen die Tötung älterer Menschen sowie eine bessere Gesundheitsvorsorge. Teilnehmer der Veranstaltung verwiesen auf zu niedrige Renten, die schlechte Wohnungssituation und die mangelnde Vertretung von Senioren in politischen Gremien. Sie forderten außerdem die Reservierung von Sitzplätzen für Senioren im Öffentlichen Personennahverkehr.

Im Jahr der Volkszählung 2012 gab es in Tansania 2,5 Millionen Senioren (= 5,6 %). Inzwischen besitzen von ihnen 1,4 Millionen eine kostenlose Krankenversicherungskarte- ein Anstieg um 30 % gegenüber 2016/17. 
 

Tansanische Ärzte warnen vor der Verbreitung der indischen Variante

Joel Manyahi, Mikrobiologe an der Muhimbili University of Health and Allied Science (Muhas), warnte vorgestern in einem Gespräch mit der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' vor einer Verbreitung der indischen Corona-Variante in Tansania. Die ersten Fälle wurden bereits in Uganda und Kenia entdeckt.

Nach Angaben der Tageszeitung haben die Ärzte Tansanias angesichts der neuen Gefahr die Regierung gebeten, auf soziale Distanzierung zu drängen, mehr Tests durchzuführen, qualifizierte Institutionen mit der Durchführung von Tests zu beauftragen und Notfallkrankenhäuser vorsorglich mit ausreichend Sauerstoff auszustatten. Tansania müsse aus der dramatischen Entwicklung in Indien lernen. 

Tansania und Indien sind schon seit sehr langer Zeit auf verschiedenen Ebenen eng miteinander verbunden. Viele tansanische Familie blicken auf indische Wurzeln zurück.

Tansania verbietet Flüge von und nach Indien

Nach Kenia und Uganda hat in dieser Woche auch die tansanische Regierung mit sofortiger Wirkung alle Passagierflüge von und nach Indien untersagt. Damit soll der Versuch unternommen werden, eine Verbreitung der indischen Virus-Variante in Tansania zu verhindern. 

Internationale Nachrichtenagenturen kommentieren den Beschluss als ein weiteres Zeichen für eine Veränderung Tansanias im Umgang mit der Corona-Pandemie.
 

Ab sofort verschärfte Corona-Einreisebestimmungen für Tansania

Die tansanische Regierung hat mit sofortiger Wirkung neue Einreisebestimmungen festgelegt, die eine weitere Verbreitung der Corona-Pandemie sowie insbesondere die Verbreitung neuer Mutationen in Tansania verhindern sollen:

1. Einreisende sind zu Händehygiene, Verwendung von Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis, physische Distanzierung und Tragen von Gesichtsmasken verpflichtet.

2. Alle Reisende müssen innerhalb von 24 Stunden vor ihrer Ankunft in Tansania ein im Internet unter https//:afyamsafari.moh.go.tz abrufbares Online-Formular zur Überwachung von Reisenden ausfüllen. Sie erhalten daraufhin eine Bestätigungsmail mit einem Unique Health Code (UHC), den sie bei ihrer Ankunft in Tansania am Health Desk der Einreisestation (Flughafen, Hafen, Grenzstation) vorlegen müssen. Dabei muss beachtet werden, dass das Online-Formular nur innerhalb von 24 Stunden vor der Anreise eingereicht werden kann.

3. Alle Reisenden, ob Ausländer oder zurückkehrende Tansanier, müssen bei ihrer Ankunft ein negatives Covid-19-Testzertifikat auf RT-PCR-Basis vorlegen (kein Schnell- oder Selbsttest). Der Test darf frühestens 72 Stunden vor der Ankunft in Tansania durchgeführt werden.

4. Alle Reisenden, ob Ausländer oder zurückkehrende Tansanier, die in die Vereinigte Republik Tansania einreisen oder diese verlassen, werden einem verbesserten Covid-19 Screening unterzogen, einschließlich eines Schnelltests für diejenigen, die aus Ländern mit einer hohen Anzahl von Covid-19-Fällen (wie zur Zeit z.B. auch Deutschland) einreisen. Die Kosten für einen Schnelltest betragen 25 US-Dollar pro Person.

5. Alle Reisenden, ob Ausländer oder zurückkehrende Tansanier, die aus Ländern mit neuen Covid 19-Varianten kommen (basierend auf den täglichen Aktualisierungen der WHO), oder diejenigen, die in den letzten 14 Tagen unabhängig von ihrer Reiseroute durch diese Länder gereist sind, werden am Einreisepunkt in Tansania einem Schnelltest unterzogen - gefolgt von einer 14-tägigen Quarantäne auf eigene Kosten.

6. Reisende, die einer Quarantänepflicht unterliegen, müssen sich aus einer von der Regierung festgelegten Liste einen Ort für ihre Quarantäne aussuchen. Nur in Tansania lebende Rückkehrer dürfen sich in ihren eigenen Häusern isolieren.

7. Bei der Ankunft an einem beliebigen Einreisepunkt (Flughafen, Bodenübergang oder Hafen) erhalten alle Reisenden Gesundheitsinformationskarten mit einer gebührenfreien Telefon-Nummer. Es wird empfohlen, sich selbst auf Symptome und Anzeichen einer Corona-Infektion zu überwachen. Falls Symptome und Anzeichen erkennbar sind, werden die Reisenden von der Regierung auf eigene Kosten in ausgewiesenen Gesundheitseinrichtungen getestet und behandelt.

8. Reisende, die im Verlauf ihrer Reise länger als 72 Stunden in anderen Ländern unterwegs sind, müssen bei ihrer Ankunft in Tansania durch einen Schnelltest erneut getestet werden.

10. Während ihres Aufenthalts in Tansania sollten alle Ausländer Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionen durchführen wie Händehygiene, Tragen von Masken und körperliche Distanzierung.
 

Bau von Sauerstoff-Produktionsanlagen an 7 Krankenhäusern

Am 30. April wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in sieben großen Krankenhäusern Tansanias medizinische Sauerstoffproduktionsanlagen installiert, um Patienten auf der Intensivstation versorgen zu können - einschließlich Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte das Ministerium mit der Aussage, dass die Anlagen aus Mitteln der Weltbank finanziert werden und medizinischen Sauerstoff für die tägliche Füllung von 200 Zylindern produzieren können.
 

Nach Impfbeschluss in Madagaskar: Tansanias zunehmende Isolation

Aus der Gruppe der vier Länder Afrikas, die weiterhin Impfungen ablehnen, ist Madagaskar ausgeschert. Nach einem Bericht des Ministerrats vom 28. April ist Madagaskar inzwischen der internationalen COVAX-Initiative beigetreten und will bereits Anfang Mai mit den Impfungen beginnen. Zudem sollte noch in der letzten Aprilwoche ein Flugzeug von Air Madagaskar nach China fliegen, um dringend benötigte Sauerstoff-Flaschen auf die Insel zu bringen.

Damit bleiben in Afrika jetzt nur noch drei Länder übrig, in denen Impfungen weiterhin nicht vorgesehen sind: Tansania, Burundi und Eritrea. Zwar hat die tansanische Staatspräsidentin inzwischen ein Corona-Komitee zur Erarbeitung weiterer Schritte in der Pandemiebekämpfung eingesetzt, nach Meinung von vielen tansanischen Ärzten, Juristen, Oppositionspolitikern sowie Vertretern von Kirchen und Zivilgesellschaft dauert die Kehrtwende in der Corona-Politik Tansanias aber viel zu lange. Zumal mit der neu entdeckten sogenannten 'Tansania Mutation', die gegenwärtig noch in Südafrika untersucht wird, eine weitere potentielle Gefährdung der Bevölkerung droht.  

Immer noch kein Beitritt Tansanias zur internationalen COVAX-Initiative

In ihrer viel beachteten ersten Regierungserklärung hat Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan Ende April die Corona-Bekämpfung nicht als eine der Schwerpunkte ihrer zukünftigen Arbeit benannt. Auch ist nicht bekannt, dass Tansania inzwischen der COVAX-Initiative beigetreten ist, die afrikanische Länder mit Corona-Impfstoffen versorgt - unter erschwerten Bedingungen, da die überwiegend in Indien hergestellten Impfdosen inzwischen weitgehend für den indischen Eigenbedarf verwendet werden.
 

Covid-19 Expertenteam durch Staatspräsidentin einberufen

Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan hat nach einem Bericht der Regierungszeitung Daily News am 19. April mitgeteilt, dass das von ihr Anfang April angekündigte Expertenteam zur Untersuchung und Bekämpfung von Covid-19 eingerichtet worden ist. Sie werde sich gemeinsam mit Vertretern des Gesundheitsministeriums sowie des Ministeriums für Finanzen und Planung mit dem Team treffen. „Danach werde ich entsprechend der Vorschläge des Expertenteams den weiteren Weg bekannt geben", erklärte sie.

Hassan: "Das Virus ist immer noch da"

Hassan machte ihre Mitteilung während eines Symposiums mit Kirchenführern zu Ehren ihres verstorbenen Vorgängers John Magufuli. Sie bat die religiösen Führer Tansanias, die Gläubigen weiterhin zu ermutigen, die von Gesundheitsexperten vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen zur Kontrolle der Ausbreitung des Coronavirus einzuhalten. „Religionsführer sind in einer guten Position, um die Tansanier durch ihre Lehren zu überzeugen. Wir müssen weiter aufpassen. Obwohl die Situation in Tansania nicht so alarmierend ist: Das Virus ist immer noch da“, sagte sie.

Hassan forderte das Volk auf, sich weiterhin an die von Gesundheitsexperten empfohlenen Schutzrichtlinien gegen Coronaviren zu halten, z. B. Abstandwahren, Händewaschen mit Seife und Verwendung von Desinfektionsmitteln sowie das Tragen von Gesichtsmasken. Sie merkte an, dass es für das Land von entscheidender Bedeutung sei, die empfohlenen Schutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten. Nur so könne die weitere Verbreitung des Virus auf der ganzen Welt verhindert werden. Denn das Virus neige zur Mutation.

"Große Rolle der religiösen Führer bei der Aufklärung"

Die Präsidentin fügte hinzu: „Letztes Jahr, als wir zum ersten Mal das Vorhandensein von Coronavirus in Tansania verkündeten, spielten religiöse Führer eine große Rolle bei der öffentlichen Aufklärung über die Schutzmaßnahmen. Ich ermutige Sie, den gleichen Geist zu bewahren."
 

Covid-19 Hilfslieferung der USA für Sansibar

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat über ihre Entwicklungsagentur USAID Materialien im Wert von 400.000 USD zur Bekämpfung von Covid-19 an das Gesundheitsministerium von Sansibar geliefert. Darunter Atemschutzgeräte, Nasenkanülen für Kinder und Erwachsene, Masken und Hygieneartikel wie Rückensprühgeräte sowie Entsorgungsbeutel für biologisches Gefahrgut.

Dr. Abdullah S. Ali, Generaldirektor des Sozialministeriums, begrüßte die Hilfe aus den USA: „Wir glauben an partnerschaftliche Beziehungen, die der allgemeinen Bevölkerung eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung bieten. Die Lieferung wird bestehende Lücken schließen.“

Im vergangenen Jahr haben die USA nach Angaben der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' 16,4 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung von Covid-19 in Tansania bereitgestellt.

Botschafter Wright begrüßt Einrichtung einer Task Force

Der US-Botschafter in Tansania, Donald Wright, sagte: „Wir begrüßen die Ankündigung von Präsidentin Samia Suluhu Hassan, eine Task Force einzurichten, um Covid-19 zu untersuchen und wissenschaftlich fundierte Ratschläge zu erarbeiten, wie effektiv reagiert werden kann. Darüber hinaus hofft die US-Regierung, dass eine Überprüfung der Evidenz von Impfstoffen Teil dieses Prozesses ist und dass sich Tansania zu einer besseren Berichterstattung und einem verbesserten Datenaustausch verpflichtet."
 

Opposition, NGOs und Ärzte fordern schnellen Kampf gegen Covid-19 in Tansania 

Der tansanische Oppositionsführer Freeman Mbowe (Chadema) hat Präsidentin Samia Suluhu Hassan aufgefordert, ihre Ankündigung zur Einsetzung eines Komitees zur Festlegung der zukünftigen Corona-Strategie Tansanias möglichst schnell umzusetzen. Der Kampf gegen die Pandemie müsse in Tansania "beschleunigt" werden.

Ähnlich äußerten sich Mitte April verschiedene Gesundheitsexperten des Landes. Sie kritisierten, dass sich leitende Mitarbeiter medizinischer Institute Tansanias offensichtlich noch nicht mit der neuen Linie der Präsidentin angefreundet hätten. Das nationale Covid-19-Komitee müsse jetzt möglichst schnell geeignete Maßnahmen gegen die Pandemie in die Wege leiten.

"Corona in Tansania: Das Volk hofft auf »Mama Samia«"
SPIEGEL vom 14.4.2021

Medical Association of Tanzania: "Impfungen sind unvermeidlich"

Shadrack Mwaibambe, Präsident der Medical Association of Tanzania, wird in Medien mit seiner Forderung zitiert, dass sich die Mitglieder des Komitees aus Vertretern der Zivilgesellschaft, Fachärzten für Medizin und öffentliche Gesundheit sowie Rechts- und Kommunikationsexperten zusammensetzen sollten, um die vielfältigen Herausforderungen des Landes anzugehen.

Mwaibambe bezeichnete in einem Interview mit Azam TV die Aufnahme von Impfungen als "unvermeidlich".

Aktuell gehört Tansania immer noch zu den vier Ländern Afrikas, die sich nicht an der internationalen Impfkampagne beteiligen (Tansania, Burundi, Eritrea, Madagaskar).

Online-Kampagne gegen Covid-19-Verweigerung

Maria Sarungi, die Gründerin von Change Tanzania, hat eine Online-Kampagne zur Bekämpfung der Covid-19-Verweigerung initiiert. Sie betonte gegenüber Medien die Notwendigkeit, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu folgen, um die Pandemie zu bekämpfen und das Vertrauen in die Impfstoffe zu stärken. "Ob die neue Präsidentin der Wissenschaft folgen wird, hängt davon ab, wie sehr sie die Kontrolle über die Regierung erlangt", fügte Sarungi hinzu.

KCMC: "Die Menschen zögern immer noch"

Norman Jonas, Anwalt für öffentliche Gesundheit und Tutor für Innere Medizin am Kilimanjaro Christian Medical College (KCMC) in Moshi, fordert ein transparenteres Umfeld und einen offenen Raum für die Wissenschaft. „Während der Pandemie gab es viele Kommunikationsmängel in Bezug auf landesweite Verhaltensänderungen. Infolgedessen zögern die Menschen immer noch, die grundlegenden Gesundheitsregeln einzuhalten“, sagte er.

"Was derzeit in Tansania fehlt, ist ein Umfeld, das wissenschaftliche Untersuchungen zu Themen wie Pandemien ermöglicht", sagt auch Frank Minja, tansanischer Arzt und außerordentlicher Professor für Neuroradiologie an der Abteilung für Radiologie und biomedizinische Bildgebung der Yale School of Medicine in den USA. Minja: "Natürlich arbeitet die Wissenschaft nicht isoliert, sie braucht wirtschaftliche und politische Entscheidungen. Aber die Wissenschaft ist ein Werkzeug, das zur Lösung unserer Probleme eingesetzt werden sollte."

"Präsidentin Hassan wird in den nächsten Wochen Impfstoffe bestellen"

"In Bezug auf Afrika haben wir die gute Nachricht, dass 44 Länder bereits Impfstoffe erhalten haben. Umgekehrt bedeutet dies natürlich auch, dass 10 Länder bisher keine Impfstoffe erhalten haben", teilte Clemens Schwanhold mit, politischer Leiter bei die Nichtregierungsorganisation ONE.

In einem Gespräch mit der Deutschen Welle drückte Schwanhold seine Überzeugung aus, dass die von Präsidentin Samia Suluhu Hassan geführte Regierung in den nächsten Wochen Corona-Impfstoffe bestellen wird. "Danach würde es aber wohl noch einige Monate dauern, etwas eintrifft. Idealerweise wäre dies bereits in wenigen Wochen der Fall. In der zweiten Jahreshälfte könnte das dann aber möglich sein."
 

Nach eingeschleppten Mutationen: Russland streicht Flüge nach Tansania

Russland streicht nach Angaben von Vize-Ministerpräsidentin Tatiana Golikova seit dem 15. April alle Flüge nach Tansania und in die Türkei. Begründet wird diese Maßnahme mit immer mehr Touristen, die die britische Corona-Variante aus diesen beiden Ländern nach Russland eingeschleppt haben. Die Zahl hätte sich von 101 Infektionen in der Vorwoche auf 128 in der vergangenen Woche erhöht. Hinzu kämen 16 Fälle einer Infektion mit der südafrikanischen Variante, entdeckt bei Reisenden aus der Türkei, Tansania und Südafrika.

Von der Maßnahme, die bis zum 1. Juni 2021 gilt, ist auch der Tourismus auf Sansibar betroffen, in dessen Strandhotels sich gegenwärtig hauptsächlich russische und osteuropäische Touristen aufhalten. Russische Urlauber, die sich bereits auf Sansibar befinden, können nun selbst entscheiden, ob sie ihren gebuchten Urlaub regulär beenden oder vorzeitig nach Russland zurückkehren wollen.

Fälschung von Test-Zertifikaten auf Sansibar?

Auch in deutschen sozialen Medien wird sehr detailliert beschrieben, wie die vorgeschriebenen Corona-Tests auf Sansibar offenbar recht einfach illegal umgangen werden können. Demnach sollen die sansibarischen Behörden angeblich bereit sein, ein falsches Testdatum auszustellen, damit Reisende am Flughafen problemlos einchecken können.

Bereits seit längerer Zeit ist auch die Einreise von Tansania nach Großbritannien untersagt. Deutschland hat Tansania als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Auch die Schweiz und Österreich warnen nachdrücklich vor Reisen nach Tansania.
 

Neue Studie: Südafrikanische Mutation kann auch Impfschutz von Biontech/Pfizer durchbrechen

Die zweite Coronawelle ist wie in vielen anderen süd- oder ostafrikanischen Ländern vermutlich auch in Tansania auf die zunehmende Verbreitung der südafrikanischen Variante zurückzuführen. Daher stellt sich bei Reiseplanungen nach Tansania die Frage, welche Impfung den besten Schutz bietet.

Es scheint inzwischen ziemlich sicher zu sein, dass AstraZeneca nur einen sehr schwachen Schutz vor der südafrikanischen Variante bietet. Die südafrikanische Regierung hatte daher bereits im Februar angekündigt, auf Impfungen mit AstraZeneca zu verzichten.

Untersuchung aus Israel

Am 12. April wurde eine Untersuchung aus Israel bekannt, wonach es Hinweise darauf gibt, dass die südafrikanische Mutation offenbar auch den Impfschutz des Vakzins von Biontech/Pfizer durchbrechen kann: "Trotz Impfung erkrankten überproportional viele Menschen mit der Virusvariante", heißt es in mehreren Pressemeldungen. Das Portal 'Apotheke adhoc' meldet zu diesem Thema heute:

"Die Untersuchung der israelischen Forscher und Forscherinnen von der Universität Tel Aviv wurde am vergangenen Wochenende veröffentlicht. Die Studie verglich knapp 400 Menschen, die 14 Tage oder länger nach der Verabreichung von ein beziehungsweise zwei Impfdosen positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, mit der gleichen Anzahl nicht-geimpfter Personen. Dabei stellte das Team fest, dass es bei Menschen, die mit einer zweiten Dosis von Biontech/Pfizer geimpft wurden, unverhältnismäßig häufiger zu einer Infektion mit der südafrikanischen Variante B.1.351 kam als bei der nicht-geimpften Gruppe. Dies bedeutet, dass die südafrikanische Variante den Schutz des Impfstoffs bis zu einem gewissen Grad durchbrechen kann.“

Noch keine Aussage über den Krankheitsverlauf

Allerdings gibt es bislang noch keine Aussage über den konkreten Krankheitsverlauf und die Schwere der Krankheit der Betroffenen. Und die Zahl der Geimpften, die sich mit B.1.351 infizierten, sei bislang noch zu gering, um eindeutige Aussagen treffen zu können.

Vorherige Studien waren bezüglich der Wirksamkeit von Biontech/Pfizer und auch Moderna laut 'apotheke adhoc' und RND bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Gegen die britische Variante wurde bislang jedoch kein reduzierter Schutz ermittelt.

Die unlängst entdeckte neue 'tansanische Variante' mit über 40 Mutationen wird gegenwärtig noch in einem renommierten Labor in Südafrika untersucht.

"Biontech/Pfizer-Vakzine: Israelische Studie zeigt schlechteren Schutz vor südafrikanischer Variante"
RND vom 12.4.2021

"Biontech: Südafrika-Variante durchbricht Impfschutz"
'apotheke adhoc' vom 12.4.2021
 

WHO begrüßt Kehrtwende bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 9. April in einer Stellungnahme die Kehrtwende Tansanias bei der Bekämpfung des Coronavirus begrüßt. Die neue Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan hatte einige Tage zuvor die Einsetzung eines Komitees zur Bekämpfung von Covid-19 angekündigt, das auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Virus und seine Verbreitung berücksichtigen soll. Auch kündigte Hassan die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen der Völkergemeinschaft an.

Die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti: "Wir begrüßen diese Initiative der neuen Präsidentin von Tansania und ihre Aussagen gegenüber der Bevölkerung sehr. Wir begrüßen, dass sichergestellt werden soll, dass die Menschen die Existenz des Virus in Tansania akzeptieren.   Und wir begrüßen, dass sie versuchen will, die Situation besser zu verstehen."

"Äußerst ermutigt von den Signalen aus Tansania"

Die WHO habe Gespräche mit Tansania geführt, Fachwissen angeboten und Möglichkeiten für den Zugang zu Covid-19-Impfstoffen erörtert, ergänzte Moeti. John Nkengasong, Direktor des 'Africa Centres for Disease Control and Prevention', sagte, er sei "äußerst ermutigt von den Signalen" aus Tansania. Bislang sei zwar noch keine Unterstützung aus Tansania angefordert worden, er freue sich jedoch auf eine Zusammenarbeit.
 

Staatspräsidentin signalisiert ein Umdenken in der Corona-Politik Tansanias

Die neue Staatpräsidentin Tansanias hat eine Abkehr von der bisherigen Coronapolitik der tansanischen Regierung signalisiert. Sie will ein Expertengremium einsetzen, das sie bei der Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 beraten und das dabei auch wissenschaftliche Erkennntisse berücksichtigen soll. "Wir können uns nicht als Insel isolieren", sagte Präsident Samia Suluhu Hassan Anfang April gegenüber hochrangigen Regierungsbeamten in einer im Fernsehen ausgestrahlten Ansprache des staatlichen Senders TBC1. "Wir können nicht alles aus dem Ausland akzeptieren, aber wir können auch nicht alles ablehnen."

"Tansania vor Kurswechsel in Corona-Politik"
Tagesschau vom 6.4.2021

Hassan: "Die Menschen fordern Medikamente"

Die Regierungszeitung 'Daily News' zitierte Hassan mit den Worten:  "Ich war überrascht, dass die Menschen, insbesondere die Ältesten, bei der Beerdigung des verstorbenen Präsidenten Magufuli in Chato Medikamente forderten". Sie habe daraufhin die Beamten angewiesen, an der Angelegenheit zu arbeiten.

Hassans Vorgänger John Magufuli hatte sich ausschließlich für die Verwendung traditioneller Heilmittel und gegen die Verwendung von Masken ausgesprochen. Bereits im Frühjahr 2020 stellte Tansania die Veröffentlichung von Covid-19-Daten ein und erklärte im Sommer 2020 Tansania als "coronafrei". Es wurden weder Tests durchgeführt noch Impfstoffe bestellt. Bis heute ist Tansania der internationalen COVAX-Initiative nicht beigetreten. Kritik an der staatlichen Corona-Politik oder die Veröffentlichung von Zahlen wurden mit einer dreijährigen Haftstrafe bedroht.

Hassan will Beziehungen zur Völkergemeinschaft wieder verbessern

Hassan, die in den letzten Tagen sowohl ihr Kabinett als auch mehrere wichtige Leitungspositionen in  Ministerien umgebildet hatte, forderte die neu ernannte Außenministerin Liberata Mulamula auf, "die Beziehungen Tansanias zur internationalen Gemeinschaft zu verbessern". Sie sprach sich nicht nur für neue Wege in der Gesundheitspolitik aus, sondern forderte auch die rasche Beilegung des jahrelangen Steuerkonflikts mit Barrick Gold.
 

Neue Covid-Variante mit 40 Mutationen bei Tansania-Reisenden entdeckt

Nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC ist bei Reisenden aus Tansania in Angola eine neue Corona-Variante entdeckt worden. John Nkengasong, Leiter der Africa CDC, sprach am 1. April auf einer Pressekonferenz von bis zu 40 Mutationen - also mehr als bei jeder anderen bisher bekannten Variante und deutlich mehr als bei der britischen Linie B.1.1.7. "Das ist sicherlich eine Variante, die Anlass zur Sorge gibt", sagte Nkengasong, "wir wissen leider nicht, wie diese Variante auf Impfstoffe reagiert."

Mehrere Nachrichtenagenturen hatten bereits in den Tagen zuvor über "die bisher am stärksten mutierte Variante des Coronavirus" berichtet, "die bei Reisenden aus Tansania entdeckt wurde". Gemeint sind drei Tansanier, die aus Tansania nach Angola eingereist sind.

"Bei Reisenden aus Tansania: Neue Corona-Variante in Afrika entdeckt"
ZDF vom 1.4.2021

Bislang noch kein Nachweis einer höheren Ansteckungsrate

Immerhin scheint die neue Variante nicht die Mutation N501Y zu besitzen, die mit einer höheren Ansteckungsrate in Verbindung gebracht und sowohl bei der britischen als auch bei der brasilianischen und der südafrikanischen Variante nachgewiesen wurde.

Noch kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die neue tansanische Variante ansteckender ist als andere Stämme. Und noch weiß man nicht, wie sie sich auf Impfstoffe auswirkt. Wissenschaftler aus Durban (Südafrika) teilten mit, dass sie zur Beantwortung dieser Fragen jetzt erst einmal das Virus züchten werden, dessen Stamm zum ursprünglichen Virus aus China gehören soll.

Wissenschaftler fordern Überwachung der Pandemie in Tansania

Mit der neuen Entdeckung scheint laut Neue Zürcher Zeitung (NZZ) "einzutreten, was Experten befürchtet hatten: dass die laxe Corona-Politik der tansanischen Regierung die Entstehung neuer Varianten begünstigt".

Zur Sicherheit wird jetzt eine verbesserte Überwachung der Pandemie in Afrika und insbesondere in Tansania gefordert, wo bislang weder Tests noch Impfungen stattfinden und auch weiterhin keine Zahlen an die WHO gemeldet werden. KRISP-Direktor Prof. Tulio de Oliveira erhofft sich jedoch von der neuen tansanischen Staatspräsidentin "einen großen Weckruf für Tansania".

Zur Frage, über welche Route die drei betroffenen Tansanier von Tansania nach Namibia geflogen sind, sagte Oliveira: "Ich kann die Route aus Gründen des Datenschutzes nicht nennen, aber es waren Tansanier, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie unterwegs mit den Mutationen angesteckt wurden."

"Forschung auf Weltklasse-Niveau"

In Durban findet laut ZDF "Forschung auf Weltklasse-Niveau statt". Das wissenschaftliche Institut, das Viren in Afrika aufspürt und Gentests für 10 afrikanische Länder durchführt, hatte im vergangenen Jahr auch bereits die gefährliche südafrikanische Variante entdeckt und ist auf die sogenannte Sequenzierung spezialisiert, die Untersuchung der genetischen Diversität des Virus.

"Afrikanische Forscher entdecken bei Reisenden aus Tansania eine neue Sars-CoV-2-Variante mit 31 Mutationen"
Neue Zürcher Zeitung vom 30.3.2021
 

Auch die Schweiz erklärt Tansania jetzt zum Corona-Risikoland

In einem Update hat auch die Schweiz Tansania in die BAG-Risikoländerliste aufgenommen und trägt damit der unsicheren Datenlage durch das Verschweigen der Infektions- und Todeszahlen sowie der Ausbreitung der südafrikanischen Mutation in Tansania Rechnung. Die neue Liste tritt am 5. April in Kraft.

Deutschland stuft Tansania bereits seit dem 12. März als 'Hochinzidenzgebiet' ein

Die deutsche Bundesregierung hat Tansania bereits am 12. März als 'Hochinzidenzgebiet' eingestuft. Zuvor galt das Land lediglich als 'Risikogebiet'.

Für Einreisende aus Tansania gelten jetzt strengere Regeln, um vor allem die schnelle Verbreitung neuer Virusvarianten zu vermeiden. Wer sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in Tansania aufgehalten hat, ist verpflichtet, bereits bei Einreise einen Nachweis (ärztliches Zeugnis oder Schnelltest-Ergebnis) über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus mitzuführen und auf Anforderung vorzulegen. Dieser Test darf frühestens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.

Vorlage eines negativen Testergebnisses bereits beim Einchecken

Das negative Testergebnis muss bereits vor dem Abflug in Tansania beim Einchecken vorgelegt werden. Auch bei Kontrollen durch die Bundespolizei (z.B. Einreisekontrolle am Flughafen oder grenznahe Kontrollen bei Einreise auf dem Landweg) kann der Nachweis verlangt werden.  Er muss in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorliegen und die unter https://www.rki.de/tests genannten Anforderungen erfüllen.

KLM bietet für 25 USD Schnelltests vor dem Einchecken am Flughafen Daressalam und am Kilimanjaro Airport an. Vor der Buchung eines Tansania-Fluges sollte aber unbedingt abgeklärt werden, ob die ausgewählte Fluggesellschaft beim Einchecken möglicherweise auch noch einen negativen PCR-Test verlangt, der in Tansania meist nur sehr zeitaufwendig zu erhalten ist. 

Bei der Einreise aus Risikogebieten besteht außerdem die Pflicht zur digitalen Einreiseanmeldung, eine Testpflicht auf das Coronavirus, die Verpflichtung zur direkten Fahrt zum Zielort und (abhängig von der Regelung des Bundeslandes) eine Quarantänepflicht von 10 Tagen.

Weitere Informationen zu Einreisen aus Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten finden Sie auch unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus-infos-reisende/faq-tests-einreisende.html.

Dringender Appell des Auswärtigen Amts

Bei einer Reisewarnung handelt es sich um einen dringenden Appell des deutschen Auswärtigen Amts, entsprechende Reisen nicht zu unternehmen. Die Reisewarnung ist kein Reiseverbot. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten. Das Bestehen einer Reisewarnung kann jedoch mittelbar rechtliche Auswirkungen haben, beispielsweise für die Gültigkeit einer Reisekrankenversicherung. Hierzu sollten sich Reisende mit ihrem Versicherungsdienstleister in Verbindung setzen.

Mehrere Kriterien für eine Einstufung als Risikogebiet

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen überschreitet. Umgekehrt hängt die Aufhebung der Reisewarnung von einer Besserung der Infektionslage ab. Dabei kommt es nicht auf Momentaufnahmen an, sondern auf einen stabilen Trend in den Zahlen.

Neben den Zahlen spielen bei der Einstufung aber auch weitere Kriterien eine Rolle. Hierzu gehören zum Beispiel die Art des Ausbruchs (lokal begrenzt oder flächendeckend), die Testkapazitäten, die Anzahl der durchgeführten Tests pro Einwohner, die Rate der positiv Getesteten sowie in den Staaten ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (Hygienebestimmungen, Kontaktnachverfolgung etc.).
 

Katholischer Erzbischof für die Fortsetzung der Coronapolitik Magufulis

Der Erzbischof der Erzdiözese Mwanza, Renatus Mkwande, hat am 26. März in Chato, Geita Region, bei der Trauermesse für den verstorbenen Staatspräsidenten John Magufuli die Führung des Landes aufgerufen, jederzeit an Gott zu glauben, um dem Verstorbenen Tribut zu zollen. Nach Angaben der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' lobte der Erzbischof den verstorbenen Staatspräsidenten, weil dieser sich, obwohl selbst Wissenschaftler, nicht auf die Erkenntnisse der Wissenschaften verlassen habe, sondern stattdessen dem Coronavirus durch den Glauben an Gott entgegengetreten sei.  

Mkwande, der entgegen einer Empfehlung der Katholischen Bischofskonferenz auf eine Schutzmaske verzichtete, forderte die Staatsführung auf, in diesem Sinne von Magufuli zu lernen. Er sagte: "Der Glaube gab ihm die Kraft - selbst als sich die große Angst vor Covid-19 in vielen Teilen der Welt ausbreitete."

"Abtreibung und Homosexualität nicht ins Land lassen"

Der Erzbischof lobte bei der im Fernsehen live übertragenen Trauerfeier nicht nur die Coronapolitik Magufulis, sondern forderte auch die anwesende Staatsspitze auf, Abtreibung oder Homosexualität nicht in das Land zu lassen. Er bat die neue Präsidentin Samia Suluhu Hassan, standhaft zu bleiben, damit Tansania "nicht in diese Falle gerät."
 

"Die Kirchen schweigen nicht länger"

Die Publikation 'Welt-Sichten - Magazin für globale Entwicklung und ökumenische Zusammenarbeit' berichtete am 16. März über das Engagement der evangelischen und katholischen Kirche in Tansania gegen die Corona-Pandemie. Unter der Überschrift "Die Kirchen schweigen nicht länger" schreibt das Magazin, das von 'Brot für die Welt', 'Brot für alle', Christoffel Blindenmission, Kindernothilfe und Misereor herausgegeben wird: "Nun wagen sich die Kirchen im Land aus der Deckung und warnen vor der Pandemie."

Muslime aus Tansania dürfen nicht zur Pilgerfahrt nach Mekka

'Welt-Sichten' berichtete auch über "ein besonderes Problem" der bis zu 24 Millionen tansanischen Muslime. Nachdem Saudi-Arabien verkündet hat, dass zur diesjährigen Pilgerfahrt im Juli nach Mekka nur Geimpfte kommen dürfen, ist angesichts der Ablehnung von Corona-Schutzimpfungen in Tansania der Weg der tansanischen Gläubigen nach Mekka versperrt. 

"Corona in Tansania: Die Kirchen schweigen nicht länger"
'Welt-Sichten' vom 16.3.2021
 

Oman verbietet Einreise aus Tansania

Die Regierung des Oman hat für Einreisende aus Tansania ein Einreiseverbot verhängt. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung von COVID-19 und seinen neuen Varianten eingedämmt werden. In den vergangenen Wochen war bei zahlreichen Einreisenden, die mit Oman Air aus Sansibar eingeflogen waren, eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden. 

Bereits am 19. Februar hatten die Süddeutsche Zeitung und die Washington Post berichtet, dass die Behörden im Oman festgestellt hätten, "dass 18 Prozent der ankommenden Reisenden aus Tansania mit Corona infiziert seien, obwohl für das Besteigen des Flugzeugs ein negativer Test vorgeschrieben" sei.

Insgesamt 11 Länder vom Einreiseverbot betroffen

Von der Maßnahme des Oman sind aktuell 11 Länder betroffen: Der Libanon, der Sudan, Südafrika, Brasilien, Nigeria, Tansania, Ghana, Sierra Leone, Guinea und Äthiopien. Die Maßnahme gilt auch für alle Reisenden, die in den 14 Tagen vor ihrer Reise in den Oman durch eines dieser Länder gereist sind. Diplomaten, Gesundheitspersonal und Bürger des Oman sowie Familienangehörige dieser Personen sind vom Verbot ausgenommen.
 

WHO fordert von Tansania Impfungen und die Veröffentlichung der Zahlen

Die afrikanische Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, hat am 11. März erneut an Tansania appelliert, endlich die Informationen über Coronavirus-Infektionen und Todesfälle zu veröffentlichen. Dies ist seit nunmehr über 10 Monaten nicht mehr geschehen.

Sie lobte die in letzter Zeit beschlossenen Empfehlungen des Gesundheitsministeriums wie das Tragen von Masken, Abstandhalten, Hygienemaßnahmen, den besonderen Schutz von Risikogruppen etc. Zum Thema 'Impfungen' fügte sie hinzu: "Es ist riskant für die Region und die Welt, einen Teil der Bevölkerung zu haben, der geimpft wurde, und den anderen, der nicht geimpft wurde. Daher sollten Tansania und Burundi die Impfstoffe einführen. Sie sind sicher für unser Volk. “

WHO-Generaldirektor fordert "robuste Maßnahmen"

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte bereits am 21. Februar angesichts der zunehmenden Verbreitung von Covid-19 und der wachsenden Gefahr durch die britische Mutation die tansanische Regierung aufgefordert, "robuste Maßnahmen" zur Bekämpfung von Covid-19 im eigenen Land zu ergreifen. Ghebreyesus verwies dabei auf zahlreiche Tansanier, die nach ihrer Ausreise aus Tansania in anderen Ländern positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. ""Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Tansania, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um sowohl die eigene Bevölkerung als auch die Bevölkerung in diesen Ländern zu schützen", sagte er in einer Erklärung.

"Tansania muss Übertragungsketten durchbrechen und sich auf Impfungen vorbereiten"

Der WHO-Chef sagte, er habe Tansania bereits Ende Januar aufgefordert, Maßnahmen gegen die Pandemie zu ergreifen und sich auf Impfungen vorzubereiten. Ghebreyesus: "Die Situation ist nach wie vor sehr besorgniserregend. Ich fordere Tansania erneut auf, COVID-19-Fälle zu melden und Daten auszutauschen. Ich fordere Tansania außerdem auf, die uns bekannten Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit umzusetzen, um die Übertragungsketten zu durchbrechen und sich auf die Impfung vorzubereiten."

Staatspräsident John Magufuli hat bislang die Zulassung von Impfungen in Tansania abgelehnt und ihnen unterstellt, die Krankheit überhaupt erst nach Tansania zu tragen.
 

Mehrere Rückkehrer aus Tansania mit südafrikanischer Mutation infiziert

Nach aktuellen Recherchen von'Report Mainz' (SWR) hat ein Reisender aus Sansibar die gefährliche südafrikanische Variante nach Deutschland gebracht. Dort hat er fünf weitere Personen damit angesteckt, drei mussten deswegen klinisch behandelt werden.

"Reisen während Corona: Traumurlaub im Hochinzidenzgebiet"
tagesschau.de vom 9.3.2021

Bad Kreuznach: Rückkehrer aus Tansania mit südafrikanischer Mutation infiziert

Auch im Landkreis Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) wurde vor einigen Tagen die erste Erkrankung mit der südafrikanischen Virusmutation B 1.351 nachgewiesen, die auf eine Reiserückkehr aus Tansania zurückzuführen ist. Zuvor wurde bereits die entsprechende Infektion eines Tansania-Rückkehrers aus Hagen gemeldet. 

Am 2. März auch eine Meldung aus Spanien

In den letzten Tagen häufen sich Medienberichte, wonach Reisende - oft sogar trotz eines negativen PCR-Tests in Tansania - nach ihrer Ankunft im Heimatland an Covid-19 erkrankt sind und in mehreren Fällen sogar die gefährliche südafrikanische Mutation aus Tansania eingeschleppt haben. Am 2. März berichtete das spanische Gesundheitsministerium über einen Touristen, der die südafrikanische Variante aus Tansania mitgebracht hat. Türkische Medien berichteten bereits Ende Februar über den Transport coronaerkrankter türkischer Touristen von Sansibar in die Türkei.

Aus Tansania mit Südafrika-Mutation nach Salzburg

Die Volksschule in Salzburg-Liefering (Österreich) nahe der Grenze zu Bayern war gerade drei Tage geöffnet, als sie kurzfristig wieder schließen musste, nachdem ein Fall der gefährlichen Südafrika-Mutation bekannt geworden war. Ein Unternehmensberater war von einer Eröffnung eines Kinderheimes in Tansania zurückgekehrt. Vor dem Abflug absolvierte er nach eigener Aussage einen PCR-Test mit negativem Ergebnis, zu Hause angekommen begab er sich dennoch vorschriftsmäßig in Heimquarantäne. Dort steckte er allerdings nichtsahnend seine Frau und seine Tochter an. Bereits am 17. Februar wurde dann bei ihnen die Südafrika-Mutation nachgewiesen.

Flugreisende aus Tansania zu 18 Prozent mit Corona infiziert?

Ähnliche Berichte gibt es auch aus Dänemark und Großbritannien. Am 19. Februar berichteten die Süddeutsche Zeitung und die Washington Post, dass die Behörden im Oman festgestellt hätten, "dass 18 Prozent der ankommenden Reisenden aus Tansania mit Corona infiziert seien, obwohl für das Besteigen des Flugzeugs ein negativer Test vorgeschrieben" sei. Das nährt laut SZ "den Verdacht, dass Tansania es nicht so genau nimmt mit den Tests. Auch deutsche Touristen berichten, nach einem negativen Test auf Sansibar im Heimatland positiv getestet worden zu sein". Sansibar-Experten berichten, dass negative Testbescheinigungen auf dem tansanischen Schwarzmarkt erhältlich sind.
 

Afrikanischer Fußballverband verbietet Champions League Spiel mit Zuschauern in Daressalam

Der Afrikanische Fußballverband (CAF) hat die Teilnahme von Zuschauern beim  Champions League Gruppenspiel Simba SC gegen Al Merrikh (Sudan) am 16. März im Benjamin Mkapa Stadion in Daressalam untersagt. Als Begründung wurde die Gefahr der weltweiten Verbreitung von Covid-19 angeführt.

Der tansanische Meister hatte zuvor vergeblich versucht, den Fußballverband von der Unbedenklichkeit einer Zuschauerbeteiligung zu überzeugen. Ein Vereinssprecher zeigte sich in einem Gespräch mit der tansanischen Tageszeitung 'The Citizen' von der Entscheidung "verletzt". Man werde sich weiter darum bemühen, zukünftig wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Bereits seit Mitte 2020, als die Regierung Tansania für "coronafrei" erklärt hatte, sind im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern in Tansania Zuschauer zugelassen.

Simba SC Daressalam gewann das Spiel mit 3:0 und liegt weiterhin sensationell auf Platz 1 mit 3 Punkten Vorsprung vor dem ägyptischen Titelverteidiger Al-Ahly Kairo, der auch an der von Bayern München gewonnenen Club-Weltmeisterschaft teilgenommen hat.
 

Sansibar führt Covid-19-Tests in Hotels ein

Das Gesundheitsministerium von Sansibar hat am 8. März angekündigt, dass ab sofort Corona-Tests in den großen Hotels durchgeführt und die Ergebnisse dann anschließend elektronisch an die zuständige Behörde weitergeleitet werden. Dadurch sollen auch "gefälschte Covid-19-Testzertifikate eingedämmt werden".  Womit die Meldungen von Touristen und Veranstaltern bestätigt wurden, dass es auf der Gewürzinsel einen Schwarzmarkt für gefälschte Corona-Testergebnisse gibt. 

Die Tests nach der Einreise und vor der Ausreise kosten den Touristen 80 US-Dollar pro Test und können dann vor der Heimreise beim Einchecken auf dem Flughafen Sansibar vorgelegt werden.

Möglichkeit zur Weiterbehandlung in Indien

Das Gesundheitsministerium hat laut Ippmedia einen dreijährigen Kooperationsvertrag mit dem indischen 'SIMS Hospital and medical Consulting Institute" unterzeichnet. Danach können Patienten des staatlichen Mnazi Mmoja Hospitals auf Sansibar und Patienten von Festland-Krankenhäusern zur Weiterbehandlung nach Indien geflogen werden. Gleichzeitig wurden Schulungsmaßnahmen für medizinische Fachkräfte auf Sansibar vereinbart.

"Ist Sansibar ein Paradies ohne Corona?"
'Die Welt' vom 10.3.2021
 

Schock für Reiseveranstalter: Kenia hat 14-tägige Quarantänepflicht für Schweizer eingeführt

Obwohl Kenia selber nicht auf der Risikoliste des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) steht, hat die kenianische Regierung eine ab dem 10. März geltende 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende aus der Schweiz beschlossen. Nach Aussage von Travelnews, dem Newsportal für Reise und Tourismus, "ein Todesstoß für die touristische Nachfrage."

Travelnews befürchtet nun, dass im Gegenzug sowohl Kenia als auch Tansania durch das BAG zu Risikoländern erklärt werden - zumal Tansania schon lange "kein zuverlässiges Zahlenmaterial vorlegt".
 

Tansania erfindet das 'Dampfinhalationsgerät'

Das Muhimbili National Hospital hat nach einem Bericht des BBC am 4. März offiziell ein spezielles 'Dampfinhalationsgerät' auf den Markt gebracht. Mit dem Gerät soll ein Beitrag zum Kampf gegen Covid-19 geleistet werden. Der Direktor des Hospitals, Prof. Lawrence Maseru, erläuterte, dass Patienten fünf Minuten lang in der Kammer verbringen müssen, um die Dämpfe einer Mischung natürlicher Heilmittel einzuatmen. Nach Angaben der Deutschen Welle kostet ein Inhalationsvorgang 5.000 TSH (1,80 Euro).

"Viele Gesundheitsexperten, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation (WHO), akzeptieren jedoch nicht die Verwendung von Dampf als Coronamittel. Sie warnen, dass dies die Atemwege ernsthaft schädigen könnte, einschließlich des Füllens der Lunge mit Flüssigkeit." (BBC)
 

Südafrika stoppt AstraZeneca-Impfstoff

Der Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca in Südafrika wurde vorläufig gestoppt. Der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize teilte mit, dass erst einmal über eine weitere Verwendung des Impfstoffs beraten und entschieden werden müsse. Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen hatte zuvor zugegeben, dass AstraZeneca nur begrenzten Schutz bei der südafrikanischen Virus-Mutation bietet.

Studiendaten der Universitäten Oxford und Witwatersrand ergaben nach einem Bericht der 'Financial Times' zwar eine Wirksamkeit bei schweren Krankheitsverläufen, jedoch keine Verhinderung leichter Erkrankungen. Allerdings sei die Studie an überwiegend jungen und gesunden Menschen durchgeführt worden.

"Südafrika stoppt Impfungen mit AstraZeneca"
Tagesschau vom 8.2.2021

"Südafrika stoppt AstraZeneca-Impfstoff"
Deutsche Welle vom 7.2.2021

5 weitere afrikanische Länder als "Gebiete mit hochinfiziösen Mutationen" eingestuft

Ende Januar hatte Deutschland zwei neue Einstufungen mit weiteren Einschränkungen eingeführt. Am gefährlichsten sind jetzt sogenannte "Gebiete mit hochinfiziösen Mutationen". Einreisende aus diesen Ländern unterliegen zusätzlichen Beschränkungen. Bislang standen Südafrika, Eswantini und Lesotho auf dieser Liste.

Aktuell (Stand: 19.2.2021) sind dies nun: Südafrika, Eswantini, Lesotho, Sambia, Mosambik, Simbabwe, Malawi und Botswana.

Zweite Welle in Afrika flaut bereits wieder ab

Nachdem im Januar vor allem in mehreren Ländern Süd- und Ostafrikas die Infektions- und Todeszahlen im Rahmen einer zweiten Corona-Welle deutlich angestiegen waren, möglicherweise auch in Zusammenhang mit der neuen südafrikanischen Covid-19-Mutation, sinken die gemeldeten Zahlen in Gesamt-Afrika inzwischen jedoch wieder zum Teil deutlich. Dies trifft insbesondere für die meisten Länder Nordafrikas zu als auch für süd- und ostafrikanische Länder wie Südafrika, Namibia, Simbabwe, Malawi, Ruanda, Uganda oder Kenia. 

Noch kein deutlicher Rückgang ist hingegen in Sambia, Mosambik und vor allem in Botswana zu verzeichnen. Allerdings sind die Todeszahlen auch hier, selbst unter Berücksichtigung einer sehr hohen Dunkelziffer, im Vergleich zu Europa oder Süd- und Nordamerika relativ niedrig. Offiziell meldet Deutschland gegenwärtig fast täglich doppelt so viele Todesopfer wie ganz Afrika.

Südafrika hatte im Januar neue Höchstzahl an Todesopfern gemeldet

Wegen der weiteren Ausbreitung des Coronavirus hatte Südafrika seine Landgrenzen bis zum 15. Februar geschlossen. Präsident Cyril Ramaphosa verwies am 11. Januar in einer öffentlichen Ansprache auf die dramatische Zunahme der Infektionen innerhalb kürzester Zeit, was vom Gesundheitssystem kaum noch zu verkraften sei. 

Anfang Januar befanden sich bereits über 15.000 Corona-Patienten in den Kliniken, davon wurde knapp ein Drittel mit Sauerstoffgeräten beatmet. Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Sauerstoff wurden knapp. Bereits in der Weihnachtswoche 2020 waren 20 Ärzte gestorben. Am 22. Januar wurde bekannt, dass ein Minister an Corona gestorben ist. Der 19. Januar verzeichnete mit 839 Todesopfern einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Die südafrikanischen Gesundheitsbehörden meldeten für den gestrigen Montag (15.2.) offiziell 1.102 Infektionen und 195 Todesfälle.

Die südafrikanische Mutation wandert nach Norden

Immer noch besteht die Befürchtung, dass sich die gefährliche südafrikanische Mutation noch mehr als bisher nach Norden ausbreitet. Am 12. Januar wurde in Tansanias Nachbarland Malawi, das sich ebenfalls in einer zweiten Welle befindet, der Corona-Tod des Verkehrsministers und der Tod des Ministers für Kommunalverwaltung mitgeteilt und eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Das Nachbarland Sambia meldete im Januar ebenfalls eine zweite Welle. In Ruanda, einem Nachbarland Tansanias, wurde am 26.1. mit 574 offiziell neu gemeldeten Infektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie gemeldet.

Drei Minister sterben in Simbabwe innerhalb weniger Tage. Verschärfter Lockdown

Am 20. Januar wurde in Simbabwe der Tod von Außenminister Sibusiso Moyo und am 23. Januar der Tod des Transportministers bekannt gegeben. Innerhalb einer Woche sind in Simbabwe insgesamt drei Minister am Corona-Virus verstorben. Seit Beginn der Pandemie sind es damit bereits vier. Am 25. Januar verzeichnete das Land mit 70 Toten einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

"Simbabwe verliert vier Minister durch COVID-19"
Deutsche Welle vom 23.1.2021

Südafrikanische Covid-19-Mutation jetzt auch bereits in Kenia

Am 22. Januar wurden auch aus Kenia, wo die offiziellen Zahlen in den letzten Tagen deutlich gesunken sind, die beiden ersten Erkrankungen durch die neue südafrikanische Covid-19-Mutation gemeldet.

"Gesundheitsbehörde Africa CDC: Zu wenig Sauerstoff im Kampf gegen die zweite Corona-Welle in Afrika"
NTV vom 21.1.2021
 

KLM: PCR-Test und Schnelltest vor dem Einchecken

KLM-Passagiere, die seit dem 23. Januar zwischen den tansanischen Destinationen Daressalam, Sansibar und Kilimanjaro Airport sowie Amsterdam unterwegs sind, müssen beim Einchecken ein negatives PCR- sowie ein Antigen-Schnelltestergebnis vorzeigen. Ebenfalls ab dem 23. Januar wurden wegen der Corona-Mutationen alle Passagierflüge von Südafrika, Südamerika und England nach Amsterdam ausgesetzt.

Auch Turkish Airlines verlangt seit dem 30. Dezember 2020 einen negativen Test in Verbindung mit einem entsprechenden offiziellen Zertifikat.

Großbritannien verhängt Einreiseverbot für Tansania

Großbritannien verbietet seit dem 22. Januar alle Einreisen aus Tansania und der Demokratischen Republik Kongo, um die Verbreitung der südafrikanischen COVID-19-Variante zu stoppen. "Allen Passagieren aus diesen Ländern mit Ausnahme von britischen und irischen Staatsangehörigen sowie Drittstaatsangehörigen mit Aufenthaltsrechten wird die Einreise verweigert", schrieb der britische Verkehrsminister Grant Shapps in einem Tweet.

Die drastische Maßnahme wurde getroffen, nachdem zuvor der britische Chef-Regierungsberater Sir Patrick Vallance davor gewarnt hatte, dass derzeit eingeführte Impfstoffe möglicherweise weniger wirksam gegen die südafrikanische Variante sind. Diese soll circa 50 Prozent ansteckender und damit gefährlicher sein als die britische Mutation.

Forschungsstudie bestätigt besondere Gefährlichkeit der südafrikanischen Mutation

Eine neue, noch vorläufige südafrikanische Forschungsstudie war zu dem Ergebnis gelangt, dass die südafrikanische Variante Mutationen enthält, die resistent sind gegen die Immunität nach überstandenen Coronavirus-Infektionen. Shapps: „Um die Verbreitung der in Südafrika identifizierten Covid-19-Variante zu stoppen, verbieten wir ab (heute) 4 Uhr morgens alle Ankünfte aus Tansania und der Demokratischen Republik Kongo.“

Weitere Verbreitung der COVID-19-Variante soll gestoppt werden

Die britische Regierung will unbedingt eine weitere Verbreitung der südafrikanischen COVID-19-Variante verhindern, die sich gegenwärtig, von Südafrika ausgehend, in Richtung Ostafrika ausdehnt. Mehrere Nachbarländer Südafrikas wurden bereits Anfang Januar mit einem Stopp der Einreise nach Großbritannien und Irland belegt.

In einer Stellungnahme der tansanischen Regierung wird lediglich darauf hingewiesen, dass es noch keine offizielle Mitteilung durch die britische Regierung gibt.

"Erneute Infektion möglich? Corona-Mutation aus Südafrika bereitet Forschern Sorge"
t-online vom 22.1.2021
 

Die Schweiz verlangt negativen Corona-Test bei der Einreise

Schweiz-Reisende müssen bei der Einreise aus Tansania per Flugzeug künftig einen negativen Corona-Test vorlegen. Das beschloss die Schweizer Regierung am 27. Januar 2021.

Die Testergebnisse würden vor dem Einsteigen geprüft, heißt es aus der Schweiz. Neu werden – ähnlich wie in Deutschland – auch die Kontaktdaten aller Einreisenden erfasst, egal ob sie mit Flugzeug, Bus, Bahn oder Schiff ankommen.

Österreich: Weiterhin Reisewarnung für ganz Afrika

In Österreich gilt bereits seit dem 19.12.2020 wieder eine Reisewarnung für alle Staaten Afrikas. Die Warnung gilt für alle touristischen und sonstigen nicht notwendigen Reisen einschließlich Familienbesuche. Personen, die aus Afrika nach Österreich einreisen, müssen sofort eine zehntägige Quarantäne antreten. Die Quarantäne kann durch einen negativen PCR- oder Antigen-Test früher beendet werden, der frühestens am fünften Tag möglich ist.
 

Deutschland: Seit dem 11. Januar verschärfte Regeln bei Einreise aus Tansania und Afrika

Die Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten wie Tansania oder fast alle anderen afrikanischen Länder wurden verschärft. Seit dem 11. Januar 2021 ist eine zehntägige Quarantäne vorgeschrieben sowie ein Corona-Test 48 Stunden vor oder unmittelbar nach der Einreise. Dabei kann die Quarantäne auch zukünftig durch einen zweiten negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden.

Bei der Einreise aus Ländern, in denen es neue Mutationen oder hohe Infektionszahlen gibt, können vom Bund zusätzliche Vorschriften erlassen werden.

Weiterhin Pflicht zur Digitalen Einreiseanmeldung

Weiterhin besteht die Pflicht, vor der Rückreise nach Deutschland die Digitale Einreiseanmeldung auszufüllen. Hierzu müssen die Daten auf der neuen Website www.einreiseanmeldung.de hinterlegt werden. Dazu gehören zum Beispiel Kontaktdaten sowie Daten zum Aufenthaltsort der letzten zehn Tage (im Risikogebiet) sowie die Angaben zum genutzten Verkehrsmittel und die Anschrift der nächsten zehn Tage. Dieses neue Verfahren ersetzt die bisherige analoge Aussteigekarte. Die Einreiseanmeldung muss vor der Wiedereinreise nach Deutschland ausgefüllt werden.

Als Bestätigung erhalten die Reisenden ein PDF-Dokument, welches abgespeichert und digital oder als ausgedrucktes Dokument bei der Einreise mitzuführen ist und auf Verlangen vorgezeigt werden muss. Zur Not halten Fluggesellschaften für eine bestimmte Übergangszeit noch analoge Ersatzmitteilungen vor. Für die Registrierung sind die Passagiere zuständig – nicht die Airline oder der Veranstalter.

Die Bestätigung über die Registrierung muss bei Passkontrolle oder auf Verlangen der Fluggesellschaft vorgezeigt werden. Ist sie nicht vorhanden, drohen hohe Bußgelder.

Deutschland stuft Tansania auch weiterhin als Risikogebiet ein

Das Robert Koch Institut (RKI) hat in einer seit dem 17.10.2020 gültigen Aktualisierung der "Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete" Tansania erneut als eines von circa 200 Ländern oder Gebieten aufgelistet, "in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht".

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Gesundheit- und das Innenministerium sowie durch das Auswärtige Amt. 

Nur noch drei afrikanische Länder und Réunion sind keine Risikogebiete. Seychellen wurden zurückgestuft 

Nur drei afrikanische Länder und Réunion werden gegenwärtig nicht als Risikogebiete eingestuft: Mauritius, Ruanda und Uganda. Die Seychellen wurden am 17.1.2021 wieder in die Liste der Risikogebiete aufgenommen.

Für Tansania, dass seit dem 29.4.2020 keine Infektions- und Todeszahlen mehr veröffentlicht hat, gilt vermutlich der Passus, wonach bei der Festlegung als Risikogebiet auch berücksichtigt wird, ob "verlässliche Informationen" aus den einzelnen Ländern vorliegen.

Zwei neue Einstufungen: "Gebiete mit hochinfiziösen Mutationen" und "Hochrisikogebiete"

Ende Januar führte Deutschland zwei neue Einstufungen mit weiteren Einschränkungen ein.

"Gebiete mit hochinfiziösen Mutationen":
Aktuell: Eswantini, Lesotho, Südafrika, Sambia, Mosambik, Simbabwe, Malawi, Botswana

"Hochrisikogebiete":
Ägypten, Namibia, Sudan

"Kein Risikogebiet" bedeutet nicht automatisch Aufhebung der Reisewarnung

Auf einer Pressekonferenz des Auswärtigen Amts am 17.6.2020 in Berlin wurde von einem Journalisten die Frage gestellt, ob es eine Wechselwirkung zwischen "Risikogebiet" und "Reisewarnung" gibt. Hierzu der Sprecher des Auswärtigen Amts: "Es gibt dort keine Automatismen. Änderungen bei der Einstufung als Risikogebiet bedeuten nicht unmittelbar, dass eine Reisewarnung für bestimmte Länder ausgesprochen oder aufgehoben wird. Die Liste der Risikogebiete betrifft ja alle Reisenden, und die Reisewarnung bezieht sich auf nicht notwendige touristische Reisen aus Deutschland." Die Liste der Risikogebiete soll weiter regelmäßig überprüft werden.
 

Erklärungen für das Phänomen relativ niedriger Zahlen in Gesamtafrika

Trotz der zweiten Welle in Afrika und einer nach wie vor besorgniserregenden Situation in Südafrika und einigen anderen Ländern sind die Zahlen in Gesamtafrika aber immer noch - verglichen mit anderen Kontinenten - relativ niedrig. Mehrere Wissenschaftler gehen davon aus, dass es neben den bereits schon länger vermuteten (und weiter unten aufgeführten) Faktoren eine zusätzliche Erklärung für das Phänomen relativ niedriger Zahlen in Afrika geben könnte: Genetische Unterschiede. Eine Studie in der Fachzeitschrift "Nature" stellt  einen möglichen Zusammenhang zwischen dem sogenannten "Neandertaler-Erbe" in unserem Erbgut und schweren Corona-Krankheitsverläufen her. Das Neandertal-Gen ist vor allem bei Europäern und Südasiaten zu finden, die deshalb ein höheres Risiko haben sollen, im Falle einer Infektion künstlich beatmet werden zu müssen. Die Studie betont aber auch, dass diese Erklärung alleine noch nicht ausreicht.

Schon vor Wochen hatte die WHO vermutet, dass sich das Virus in Afrika langsamer ausbreitet als in anderen Teilen der Welt. Die Süddeutsche Zeitung: "Wohl keine andere Weltregion ist bisher so glimpflich davongekommen."

Niedriger Todesrate - aber extrem hohe Infektions-Dunkelziffer?

Allerdings muss zumindest bei den Infektionszahlen immer davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Zahlen die offiziell verkündeten Fälle weit übersteigen. Nach Schätzungen der WHO könnten sich bereits über 10 Prozent der Weltbevölkerung infiziert haben. Die von WHO-Notfalldirektor Michael Ryan am 5. Oktober genannte Zahl entspricht etwa 760 Millionen Menschen und damit dem mehr als 20-Fachen der nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bislang offiziell festgestellten Fälle von gut 35 Millionen.

Dr. Mercy Mwangangi vom kenianischen Gesundheitsministerium berichtete Mitte August vom Ergebnis einer regionalen Stichprobe: Demnach seien 7,9 % der getesteten Personen bereits einmal mit dem Virus infiziert worden. Hochgerechnet auf ganz Kenia müsste die Zahl der tatsächlichen Infektionen dann verhundertfacht werden. Also 3,5 Millionen Infektionen statt der offiziell gemeldeten 35.000 mit einem hohen Ansteckungsrisiko für alle Touristen oder sonstigen Einreisenden (Quelle: The Citizen vom 21.8.2020).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine im "Indian Journal of Medical Research" veröffentlichten Studie, "wonach in Indien zu Jahresanfang nach einer Untersuchung Millionen von Coronavirus-Fälle nicht entdeckt worden sein könnten. Laut Studie gab es im Land im Mai schätzungsweise 6,5 Millionen Fälle" (börse.online.de vom 11.9.2020).

Bereits 15-20 Millionen Infektionen in Südafrika?

Die FAZ berichtet am 15.9.2020 über eine Aussage von Shabir Madhi, Professor an der Johannesburger Wits-Universität und Mitglied des Beraterstabs der südafrikanischen Regierung. Die tatsächliche Infektionszahl seit dem Ausbruch der Pandemie liege eher zwischen 15-20 Millionen als um die offiziell gemeldeten 650.000. In dicht besiedelten Gegenden hätten sich vermutlich schon 35-40 Prozent der Menschen angesteckt – weitaus mehr als anfangs erwartet.

Warum dann aber die niedrigen Todeszahlen?

Nach diesen erschreckenden Aussagen und Forschungsergebnissen stellt sich die Frage, warum bei einer so hohen Infektionszahl die Corona-Todesraten in Afrika so niedrig sind. Denn: Von dem anfänglich befürchteten Massensterben kann nach zuverlässigen Berichten aus allen afrikanischen Ländern überhaupt keine Rede sein - trotz meist schwacher Gesundheitssysteme und fehlender qualifizierter Intensivpflegeplätze. Das sogenannten "Neandertal-Gen" wird als nur eines von mehreren Faktoren vermutet:

Niedriges Durchschnittsalter

Experten vermuten bei der Beantwortung dieser Fragen gleich mehrere Faktoren. An erster Stelle steht das eklatant niedrigere Durchschnittsalter der Bevölkerung Afrikas im Vergleich zu allen anderen Kontinenten: Fast die Hälfte der Menschen in Afrika ist jünger als 18 Jahre. Das Durchschnittsalter liegt in Afrika bei 19,7 und in Europa bei über 40 Jahren.

Durch Parasiten geprägtes Immunsystem mildert den Infektionsverlauf

Der Deutschlandfunk schreibt am 8.9., dass "die vielen Krankheiten Afrikas, Masern, Durchfallviren, Malaria, Parasiten für viele tödlich sind, aber sie trainieren auch das Immunsystem. Diese Theorie vertreten viele Forscher. Maria Yazdanbakhsh (Universität Leiden) hat diese Effekte gemeinsam mit Forschern aus dem Senegal und aus Gamba bereits früher in Blutproben aus Afrika untersucht und konnte ganz spezifische Effekte nachweisen: 'Wenn man viele Infektionen hat, bildet man mehr der sogenannten virtuellen Gedächtniszellen, die stärker und schneller auf neue Infektionen reagieren.'"

Die Deutsche Welle machte am 4.9.2020 auf eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichten Analyse aufmerksam, wonach zunehmend erkannt wird, "dass das Immunsystem nicht nur durch die Genetik, sondern auch durch Umweltfaktoren wie die Exposition gegenüber Mikroorganismen und Parasiten geprägt wird. 'So wird das Immunsystem trainiert, sich gegen eindringende Krankheitserreger zu schützen', schreiben die Forscher. Das könnte den Verlauf einer Infektionskrankheit entscheidend abmildern und ein weiterer Grund sein, weshalb die erwarteten hohen Opferzahlen in Afrika bisher ausgeblieben sind.

Während Parasiten möglicherweise einen milden Infektionsverlauf begünstigen, sind es die nicht infektiösen Krankheiten, die die großen Probleme verursachen: Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Diabetes Typ 2 steigern nicht nur das Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs, sie sind vor allem typische Krankheiten westlicher Industrieländer. Jedenfalls noch. In den urbanen Regionen afrikanischer Staaten haben auch diese Zivilisationskrankheiten bereits Einzug erhalten" (Deutsche Welle vom 4.9.2020). 

Schnelle Reaktion auf die Pandemie und geringe Mobilität der Bevölkerung

Ein weiterer Faktor ist nach Angaben von Experten "die frühe Handlungsbereitschaft auf die Erfahrungen vieler Länder mit anderen Infektionskrankheiten wie Ebola und dem Lassa-Fieber. Die schnelle Reaktion hat sehr wahrscheinlich zu einer langsameren Ausbreitung der Infektion geführt".

In diesem Zusammenhang wird die relativ schnelle Schließung der afrikanischen Flughäfen und vor allem die wesentlich geringere Mobilität der Bevölkerung innerhalb ihres Landes oder bei Reisen in die Nachbarländer angeführt. Die hohen Durchschnittstemperaturen (die es auch in Südamerika mit seinen sehr hohen Infektionsraten gibt) kommen dann noch als vermutlich weiterer positiv wirkender Faktor ergänzend hinzu.   

Virologe Drosten hinterfragt diese Erklärungen

In einer ausführlichen Stellungnahme am 15.9.2020 im NDR hat der bekannte Virologe Christian Drosten diese Erklärungen jedoch hinterfragt. Er führt das ungenügende Meldewesen in Afrika als entscheidenden Faktor an und kommt schließlich zu dem zusammenfassenden Ergebnis: "Also daran kann ich im Moment nicht erkennen, warum afrikanische Bevölkerungen weniger von Todesfällen betroffen seien sollten, insbesondere, wenn wir uns klarmachen, dass auch der Schwerpunkt der Krankheit im Bereich der ärmeren Bevölkerung lag. Deswegen fällt es mir schwer, so ungesehen zu glauben, dass Afrika von diesen ganzen Problemen nicht so betroffen ist." 

Interview mit Christian Drosten: "Das Afrika Rätsel"
NDR vom 15.9.2020

Links, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind:

"Niedrige Neuinfektionen : Afrikas Corona-Rätsel"
FAZ vom 1.12.2020

"Afrika bleibt ein Mysterium"
Badische Zeitung vom 13.10.2020

"Rätsel der geringen Totenzahlen Afrika inspiriert die Corona-Forschung"
NTV vom 4.10.2020

"Afrika und das Coronavirus: Aus früheren Epidemien gelernt?"
Tagesschau vom 25.9.2020

"Millionen Infizierte?: Zweifel an offiziellen Zahlen in Südafrika"
FAZ vom 15.9.2020
 

Weiterhin Einreisestopp für Tansanier

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat den Einreisestopp für Tansanier aus Tansania unbefristet verlängert. Ausnahmen sind nur bei einer "zwingenden Notwendigkeit" möglich - genannt werden zum Beispiel ausländische Fachkräfte, deren Beschäftigung in Deutschland notwendig ist, in Deutschland Studierende oder Tansanier im Rahmen des Familiennachzugs.

Als Richtlinien für eine Aufhebung des Einreisestopps zählen vor allem die aktuelle Infektionsrate sowie eine Prüfung, wie verlässlich Corona-Daten aus den einzelnen Staaten sind. Letzteres dürfte dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass die EU-Grenzen für Tansanier vorerst weiter geschlossen bleiben.