Corona-Pandemie in Tansania

Letzte Aktualisierung: 25.5.2020, 17.30 Uhr

Jetzt seit über 3 Wochen keine aktuellen Zahlen aus Tansania

Für das Festland hat die Regierung seit dem 29. April und damit sei über drei Wochen keine aktuellen Zahlen mehr veröffentlicht. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich das Coronavirus landesweit verbreitet hat. In Berichten und sozialen Medien werden ansteigende Infektionszahlen und Todesfälle gemeldet. Sansibar mit seinem eigenen Gesundheitsministerium hat zuletzt am 7. Mai aktuelle Zahlen vorgelegt.

Seit vorgestern über 100.000 Infektionen in Afrika:

"Corona in Afrika: WHO meldet mehr als 100.000 Fälle"
RND vom 23.5.2020
 


Zurückhaltendes Ende des Ramadan

Am vergangenen Wochenende endeten der muslimische Fastenmonat Ramadan und die vom Staatspräsidenten ausgerufenen drei  landesweiten Gebetstage als Dank für den Rückgang der Corona-Infektionen. Nach übereinstimmenden Augenzeugen- und Medienberichten verlief das Ende des Ramadans allerdings eher zurückhaltend. Im Vergleich zu den Vorjahren blieben viele Gläubige zu Hause. So berichtet Ippmedia: "Das diesjährige Eid el-Fitr Fest wurde eher zurückhaltend gefeiert. Abgesehen von den Gebeten wurden die üblichen Familienfeiern und Einkäufe reduziert, und es bestand Angst vor Versammlungen."

Premierminister Kassim Majaliwa rief vor Gläubigen in Dodoma dazu auf, die von Gesundheitsexperten erlassenen Richtlinien weiter einzuhalten. Auch Ali Mohammed Shein, Präsident von Sansibar, riet den Gläubigen zur Vorsicht.

Auch Sansibar bereitet sich auf die Rückkehr des Tourismus vor

Auch Sansibar bereitet sich auf die Rückkehr der Touristen vor. Nachdem die tansanische Regierung auf Wunsch des Staatspräsidenten die Flugbeschränkungen und Quarantänevorschriften aufgehoben hat, gab nun die Regierung von Sansibar bekannt, dass Reiseleiter, Dienstleister und das Flughafenpersonal regelmäßig auf eine mögliche Corona-Erkrankung getestet werden sollen, um Touristen nicht zu gefährden. Urlauber müssen ihrerseits bei der Einreise ein Attest vorlegen, dass sie corona-negativ getestet worden sind.
 

Nationales Testlabor: Gesundheitsministerin stellt Untersuchungsbericht vor

Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu hat am vergangenen Samstag den Bericht einer 10-köpfigen Untersuchungskommission vorgestellt, die auf Betreiben des Staatspräsidenten eingesetzt wurde, um die Zuverlässigkeit des Nationalen Gesundheitslabors zu überprüfen. John Magufuli hatte behauptet, Proben von Tieren und Früchten mit erfundenen menschlichen Namen im Labor eingereicht und anschließend bei einer Ziege, einer Wachtel und einer Papaya das Ergebnis "Corona positiv" erhalten zu haben. Dem Präsidenten diente dies als Beweis für seine Behauptung, dass Tansania bewusst falsche Testkits aus dem Ausland erhalten habe. Die WHO wies die Anschuldigung zurück. Dennoch wurde der Direktor des Gesundheitslabors umgehend seines Postens enthoben.

Laut eines Artikels der Tageszeitung "The Citizen" stellte der Untersuchungsbericht beim Gesundheitslabor Schwächen in der Verwaltung, bei den Einrichtungen und beim Laborbetrieb fest. Dies habe sich auf die Qualität der Tests und auf die Lagerung der Proben ausgewirkt. Eine Maschine zur Auswertung der Tests sei fehlerhaft gewesen. Corona-Untersuchungen werden inzwischen in einem neuen Labor in Daressalam durchgeführt, das 1.800 Proben pro Tag ermöglicht.

Die Untersuchungskommission konnte aber offensichtlich keine falschen Testergebnisse größeren Ausmaßes feststellen. Die Gesundheitsministerin nutzte ansonsten die Gelegenheit nicht, um nach drei Wochen wieder einmal offizielle Infektions- und Todeszahlen zu veröffentlichen. Tansania gehört damit weiterhin zu den wenigen Ländern weltweit, die ihre Zahlen der WHO vorenthalten.

Quarantäne-Schiff auf dem Viktoria See

Die Behörden in Uganda haben in Entebbe die Fähre MV Kalangala vorsorglich für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Das Schiff bietet Platz für 200 Passagiere und einige Autos, traf aber nach einer vierwöchigen Inspektion aus Mwanza lediglich mit ihrer fünfköpfigen Besatzung ein, die in Tansania zuvor offensichtlich negativ getestet worden war. Dennoch wird der Besatzung aus Sicherheitsgründen das Betreten des Festlands verweigert. Wegen des Hochwassers auf dem Victoria See ankert die Fähre circa 100 Meter vor dem Hafen.
 

Einigung zwischen Tansania und Kenia im Grenzkonflikt

Die beiden Verkehrsminister von Tansania und Kenia haben sich am vergangenen Freitag im Grenzkonflikt geeinigt: Bei einreisenden LKW-Fahrern sollen Coronatests durchgeführt, positive Testergebnisse jedoch ohne Angabe der Nationalität der Erkrankten veröffentlicht werden. Im Falle einer Infektion können die LKW-Fahrer ausgetauscht werden. Vor der Einigung wurde bekannt, dass John Magufuli die tansanische Botschafterin in Kenia entlassen hat. 

Am 19. und 20. Mai hatte Magufuli mehrfach mit seinem kenianischen Amtskollegen Uhuru Kenyatta über die aktuellen Grenzschließungen telefoniert - zuletzt bei einem Stopp in Singida auf der Fahrt von seinem Heimatort Chato nach Dodoma. Magufuli, der Chato seit mehreren Wochen nicht mehr verlassen hatte, wurde am 20. Mai in der Tageszeitung "The Citizen" mit den Worten zitiert: "Corona-19 startete nicht in Afrika. Für Mitglieder der Ostafrikanischen Gemeinschaft EAC macht es keinen Sinn, einen Virus zu bekommen, der uns daran hindert, Geschäfte zu machen." 

Zuvor war die Situation an der Grenze eskaliert: Bis Mitte Juni ist die kenianische Grenze für den Personenverkehr geschlossen. Für den weiterhin möglichen Warenverkehr sind an der tansanisch-kenianischen Grenze Corona-Tests vorgeschrieben. Nach Medienberichten wurde bis zum vergangenen Dienstag 182 tansanischen LKW-Fahrern die Einreise verweigert. In seiner Grundsatzrede am 17. Mai hat der tansanische Staatspräsident John Magufuli die Infizierungen von LKW-Fahrern noch abgestritten. Mrisho Gambo, Regional Commissioner der Arusha Region, bezeichnete die Aussagen Kenias als Sabotage mit dem Ziel, dem Tourismus in Tansania zu schaden.

Auch mit Ruanda wurde inzwischen eine Einigung erzielt: Bis auf LKWs, die mit Treibstoff oder verderblichen Gütern beladen sind, müssen alle aus Tansania ankommenden Ladungen auf ruandische Fahrzeuge umgeladen werden. Der Transit in den Kongo wird mit einer ruandischen Begleitperson ermöglicht.
 

Magufuli befürchtet infizierte Masken aus dem Ausland

Staatspräsident John Magufuli hat vor dem Empfang nicht zertifizierter Spenden für den Kampf gegen das Coronavirus gewarnt. Alle Spenden müssten zuerst vom Gesundheitsministerium geprüft werden. In der regierungsnahen Tageszeitung "Daily News" wurde Magufuli am vergangenen Freitag mit den Worten zitiert: "Dies ist ein Schutz vor dem Empfang von Geräten, die nicht für Tansanier geeignet sind." Die Spender gefälschter Ausrüstungen müssten mit einer Mordanklage rechnen.

Magufuli behauptete, dass Koordinatoren "auf Kosten der leidenden Opfer profitieren". Er befürchte, dass Gesichtsmasken aus dem Ausland mit dem Coronavirus infiziert sind. Deshalb sei es besser, Masken vor Ort in Tansania herzustellen.
 

Tansania erlaubt wieder Sportveranstaltungen vor Publikum

Staatspräsident John Magufuli hat am vergangenen Mittwoch angekündigt, dass alle Colleges und Universitäten ab dem 1. Juni wieder geöffnet werden. A-Level Schüle müssen ihre National Form Six Prüfungen ab dem 29. Juni ablegen. Grund- und Sekundarschulen sollen erst später folgen. Ab dem 1. Juni können auch alle Sportarten wieder ausgeübt und öffentliche Sportveranstaltungen durchgeführt werden - und zwar vor Publikum. Allerdings sollen das Gesundheits- und das Sportministerium einen Mindestabstand zwischen den Zuschauern festlegen. Gleiches gilt für Theateraufführungen. 

Magufuli: "Nach der verfügbaren Literatur verbessert sich die Immunität, wenn die Leute zusammenkommen. Wenn man jemanden auf sein Haus einschränkt, senkt sich die Körperimmunität um 30 %. Das bedeutet: Wenn sich die Leute treffen, dann stärken sie ihre Immunität gegen verschiedene Seuchen."
 

Großbritannien fliegt Staatsbürger aus

Mit einer Sondermaschine hat am 18. Mai Großbritannien circa 200 Staatsbürger und ihre Angehörigen nach London ausgeflogen. Sie folgten damit dem Rat des britischen Foreign & Commonwealth Office (FCO), angesichts der Verbreitung des Coronavirus in Tansania nach Europa zurückzukehren.

Tansanischer Luftraum wieder geöffnet. Vorbereitung auf Touristen

Nur einen Tag nach der Grundsatzrede des tansanischen Präsidenten ist am 18. Mai der Luftraum über Tansania für alle Fluglinien wieder geöffnet worden. Die Regierung beauftragte die Flughäfen, sich auf ankommende Passagiere vorzubereiten. Auch Air Tanzania wurde grünes Licht für internationale Flüge gegeben. Nationalparks, Reiseveranstalter und Hotels wurden aufgefordert, sich auf Touristen vorzubereiten.
 

Süddeutsche Zeitung: "Magufuli ist in seine ganz eigene Welt abgedriftet"

Nach Meinung der Süddeutschen Zeitung ist der tansanische Staatspräsident „in seine ganz eigene Welt abgedriftet“. In einem Porträt setzte sich SZ-Redakteur Bernd Dörries am 19. Mai mit John Magufuli auseinander und kommt zu folgendem Ergebnis: „Gäbe es einen internationalen Wettbewerb zwischen den Staats- und Regierungschefs, wer der größte Corona-Leugner ist, dann wäre es wohl ein enger Dreikampf zwischen Donald Trump, Brasiliens Jair Bolsonaro und eben Magufuli.“

Die Süddeutsche Zeitung schildert anschaulich die Vorgänge der vergangenen Wochen und stellt fest, „dass selbst enge Freunde wie der kenianische Oppositionschef Raila Odinga berichten, sie könnten Magufuli nicht mehr telefonisch erreichen, im Nachbarland Südafrika wundert sich Präsident Cyril Ramaphosa vielleicht, dass sein guter Bekannter nicht mehr an den regionalen Koordinierungskonferenzen teilnimmt.“

Allerdings sei Magufuli „mit seiner totalen Leugnung unter den afrikanischen Staatschefs eher die Ausnahme. In sehr vielen Ländern hat die Politik schnell reagiert, das öffentliche Leben eingefroren und die Kontakte von Infizierten verfolgt. Auch deshalb ist die Zahl der Infizierten auf dem Kontinent viel geringer als in den düsteren Prophezeiungen.“ Die SZ befürchtet: „In Tansania könnte es anders ausgehen.“
 

Rede des Präsidenten an die Nation

Am 17. Mai hielt Staatspräsident John Magufuli aus seinem Heimatort Chato in der Geita Region in Nordtansania eine Ansprache an die Nation. Erneut nutzte er dafür eine Kirche, diesmal die Evangelische Kirche von Chato.

Der Präsident betonte in seiner charismatisch vorgetragenen und vom Applaus der Gottesdienstbesucher unterbrochenen Ansprache, dass für ihn die Wirtschaft des Landes an erster Stelle stehe. In der Tageszeitung "The Citizen" wird er mit den Worten zitiert: "Unsere Ökonomie muss an erster Stelle stehen. Sie darf nicht ruhen. Falls wir unserer Ökonomie einen Schlaf erlauben, gibt es keine Löhne."

Die Tansanier müssten weiter hart arbeiten. Alle Länder, die einen Lockdown beschlossen haben, werden laut Magufuli nächstes Jahr ankommen, um sich in Tansania Lebensmittel zu besorgen. Tansania werde auch von sich aus keine Grenzen schließen. Der ostafrikanische Warenverkehr müsse gewährleistet sein. Als unabhängige Nation dürfe Tansania nicht zulassen, von Covid-19 regiert zu werden. Magufuli: "Life must go on!"

Magufuli teilte mit, dass er das zuständige Ministerium angewiesen habe, die Quarantänepflicht für Ausländer aufzuheben. Damit solle der Tourismus wieder angekurbelt werden. Der Präsident: "Einige Fluggesellschaften sind bis August mit Touristen ausgebucht, die Tansania besuchen wollen." Alle, die nach Tansania kommen, würden dies tun, um die Wahrheit über Covid-19 zu erfahren und weil Tansania ein schöner Ort für einen Besuch sei. Magufuli: "Solange sie keine unnormale Körpertemperatur haben, werde ich den Touristen erlauben, Tansania zu betreten und sich die wilden Tiere anzusehen."

Um den Tourismus wieder freizugeben, habe er als Staatspräsident angeordnet, alle ankommenden Flugzeuge wieder landen zu lassen. Gegenwärtig ist es nur in besonderen Fällen möglich, eine Landeerlaubnis zu bekommen.

Nachdem John Magufuli bereits den Anstieg der positiven Testergebnisse mit Manipulationen der Testkits durch das Ausland begründet und dafür als Beweis angeblich positiv getestete Ziegen oder Papayas angeführt hatte, riet er auch diesmal zur Vorsicht: "Dies ist eine Zeit, in der irgendwo einige Leute daran denken, Tansania absichtlich mit Corona zu infizieren."

Während deutsche Tansania-Initiativen besorgniserregende Berichte von ihren tansanischen Partnergruppen erhalten und die US-Botschaft in Daressalam von einem "extrem hohen Infektionsrisiko in Daressalam" und einer exponentiellen Verbreitung in der Millionenmetropole und in anderen Regionen spricht, teilte Magufuli in seiner vom Fernsehen übertragenen Rede mit, dass die Infektionszahlen so weit zurückgegangen seien, dass er überlege, ab nächster Woche wieder die Colleges zu öffnen.

Angesichts der nach seinen Angaben drastisch fallenden Patientenzahlen in den Krankenhäusern kann man laut Magufuli sehen, "wie unser Gott auf unsere Gebete geantwortet hat." Daher hätte er für das kommende Wochenende vom 22.-24. Mai erneut drei landesweite "Tage des Dankens" angesetzt.

Magufuli informierte das Volk darüber, dass eines seiner eigenen Kinder am Coronavirus erkrankt, aber durch eine alternative Behandlung sehr schnell wieder gesund geworden sei: "Mein eigenes biologisches Kind (...) isolierte sich in einem Raum und behandelte sich selbst. Es atmete den Dampf von gekochten Kräutern. Es aß Zitronen und Ingwer und wurde wieder gesund."

Auch Sportveranstaltungen sollen wieder freigegeben werden, "wenn es so gut weitergeht". Nach Magufuli sei die Seuche zwar weiterhin da, sie komme jetzt aber an ihr Ende.

Die Klage der Nachbarländer über viele infizierte tansanische LKW-Fahrer wies Magufuli nach Angaben der "Daily News" mit den Worten zurück: "Manchmal wird gesagt, dass viele Fahrer positiv getestet worden sind. Aber wie können sie dann noch viele Kilometer bis zu ihrem Coronatest an die Grenze fahren - ohne vorher einen Kollaps zu bekommen?"

Gemeindepfarrer Thomas Kangeizi dankte dem Präsidenten für die Ansprache in seiner Kirche und für die Erlaubnis, auch während der Coronakrise weiterhin Gottesdienste durchführen zu dürfen. John Magufuli und seine Gattin spendeten der Gemeinde circa 4.000 EUR für den Bau einer neuen Kirche und 400 EUR für den Kirchenchor.

Die Rede des tansanischen Staatspräsidenten wurde in den Medien weltweit beachtet. Dabei stand die überraschende Freigabe des Tourismus in die Nationalparks im Mittelpunkt - allerdings meist mit kritischen Hinweisen auf die aktuelle Lage in Tansania.

"Tansanias Präsident: Gebete haben Corona-Pandemie eingedämmt"
"Deutschland today" vom 18.5.2020 

"Tansania will Einreise von Touristen wieder erlauben"
Handelsblatt vom 17.5.2020

"Tanzania: How long can its COVID-19 strategy hold?"
"African Arguments" vom 18.5.2020

"Tanzania's Magufuli plans to lift coronavirus restrictions"
Reuters vom 17.5.2020

"Coronavirus: Tanzania President Magufuli says hospital numbers reducing"
BBC vom 17.5.2020

Oppositionführer Freeman Mbowe: "Zuerst müssen Menschenleben gerettet werden"

Oppositionsführer Freeman Mbowe (Chadema) hat dem Präsidenten am 18. Mai widersprochen. Nicht die Ökonomie, sondern das Leben der Menschen müsse im Mittelpunkt aller Maßnahmen gegen das Coronavirus stehen. Mbowe geht davon aus, dass das Transportwesen, der Tourismus und andere Branchen bis zu zwei Jahre benötigen, um sich von den Auswirkungen der Coronakrise zu erholen. Er forderte die Regierung auf, mit der WHO zusammenzuarbeiten.
 

Staatspräsident feuert Stellvertretenden Gesundheitsminister

Zwei Tage nach einem eindringlichen Aufruf der Gesundheitsministerin zur Coronabekämpfung hat Staatspräsident John Magufuli überraschend den Stellvertretenden Gesundheitsminister Faustino Ndugulile, 51, entlassen. Ndugulile war in seiner Funktion auch für die Bereiche Frauen, Genderfragen, Senioren und Kinder zuständig.

Dr. Ndugulile (CCM), ein ausgebildeter Immunologe, Mikrobiologe und Arzt mit einem in Südafrika zusätzlich erworbenen Master für Gesundheitswesen, ist auch Mitglied des Nationalparlaments (Wahlkreis Daressalam) und im In- und Ausland bestens vernetzt. Er war unter anderem Mitglied im Panafrikanischen Parlament und Vertreter Afrikas bei der Internationalen Aids-Gesellschaft. Er ist auch Autor mehrerer Fachbücher.     

Als neuen Stellvertretenden Gesundheitsminister ernannte der Staatspräsident den Arzt und Parlamentsabgeordneten Godwin Mollel (CCM), 41, mit Wahlkreis in Siha (Kilimandscharo Region).

Bereits in den Tagen und Wochen zuvor sind mehrere hochrangige Mitglieder des Gesundheitsministeriums entlassen oder suspendiert worden. Unter ihnen der Staatssekretär, der nationale Chief Medical Officer und der Chef des Nationalen Gesundheitslabors.

Die Entlassung von Dr. Ndugulile erfolgte ohne Angabe von Gründen. Der Gesundheitsexperte war international anerkannt - unter anderem für seinen Einsatz für eine Familienplanung in Tansania und für die Bekämpfung von HIV/Aids. Die "Pd online website" (Kenia) spekuliert, dass er "bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie nicht kooperiert hat". Die US-amerikanische Mediengruppe Bloomberg vermutet einen Zusammenhang mit seinem Widerspruch gegen die jüngsten Ratschläge der Regierung, "beispielsweise seiner Warnung vor der Anwendung der Dampftherapie als Vorbeugung gegen das Virus oder zur Heilung - eine Maßnahme, die von Magufuli gefördert wird".
 

Eindringlicher Aufruf der Gesundheitsministerin

Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu hat am 15. Mai aus Anlass des Internationalen Familientags in einer für die Regierung ungewöhnlichen Eindringlichkeit dazu aufgerufen, ältere Menschen und Kinder vor einem Angriff des Coronavirus zu schützen. Außerdem müsse ihre Versorgung sichergestellt werden. Nach einem Bericht der regierungsnahen "Daily News" appellierte Mwalimu an die Bevölkerung, infizierte Personen nicht zu stigmatisieren und alle Krankheitssymptome sofort zu melden. 

Die Ministerin, die noch bis vor drei Wochen und damit bis zur Einsatzung eines nationalen Coronabeauftragten durch den Staatspräsidenten eine tägliche Pressekonferenz mit aktualisierten Zahlen durchgeführt hatte, ermahnte die Eltern, ihre Kinder während der Schulschließungen nicht auf der Straße herumlaufen zu lassen. Sie sollten vielmehr schulisch und spielerisch zu Hause beschäftigt werden, und die Eltern sollten sich dabei auch um die Nutzung neuer Medien bemühen.

Schließlich gab die in der Bevölkerung recht beliebte Gesundheitsministerin der Bevölkerung die folgenden Verhaltsmaßregeln mit auf den Weg: Versammlungen vermeiden, Hände mit Seife unter fließendem Wasser waschen, Masken tragen, Desinfektionsmittel verwenden und Abstand halten. 
 

Einführung verpflichtender Corona-Tests für LKW-Fahrer

Nach Angaben von "The Citizen" sind jetzt für LKW-Fahrer Corona-Tests verpflichtend, bevor sie ihre Fracht am Hafen von Daressalam abholen. Sie erhalten bei einem negativen Befund eine 14-tägige Unbedenklichkeitsbescheinigung. Dies berichteten Vertreter der Tanzania Association of Transports (TAT) und der Tanzania Truck Owner Association (Tatoa) in einem Gespräch mit der tansanischen Tageszeitung. Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums war für die Presse nicht zu sprechen. Die Tests sollen im Nationalen Gesundheitslabor in Daressalam durchgeführt werden.

Kenia verweigerte in Namanga über 50 infizierten tansanischen LKW-Fahrern die Einreise

Die kenianischen Behörden haben alleine am 13. und 14. Mai an der tansanisch-kenianischen Grenzstation Namanga 56 tansanischen LKW-Fahrern die Einreise verweigert, nachdem sie zuvor corona-positiv getestet worden waren. Namanga ist vom kenianischen Gesundheitsministerium inzwischen zu einem Epidemie-Hotspot erklärt worden. Die seit Dienstag letzter Woche vorgeschriebenen Coronatests sollen demnächst von einer mobilen Teststation, finanziert aus Mitteln der deutschen KfW, durchgeführt werden. Vor den tansanisch-kenianischen Grenzstationen sollen sich nach Berichten in sozialen Netzwerken über 1.500 LKW gestaut haben.

Tansanisch-sambische Grenze wieder für den Warenverkehr geöffnet

Bereits mehrere Tage zuvor hatte Ruanda an der Grenze entweder ein Umladen tansanischer LKW auf ruandische Fahrzeuge oder eine Weiterfahrt mit ruandischen LKW-Fahrern verlangt. Sambia schloss am 11. Mai den Grenzübergang Nakonde für mehrere Tage komplett. Der Ort war nach 76 neuen Infektionen von Sambia zu einem Corona-Hotspot erklärt und faktisch unter Quarantäne gestellt worden. Diese Maßnahme traf Ostafrika besonders hart, weil ein großer Teil der Warenanlieferung für den Hafen von Daressalam über Nakonde erfolgt - mit Waren aus Sambia, Ostkongo und sogar aus Simbabwe. Am 18. Mai wurde bekannt, dass die Grenze wieder geöffnet ist, allerdings nur für den Warentransport. Die sambische Regierung teilte mit, dass über die Zukunft des Grenzverkehrs Gespräche mit der tansanischen Regierung geführt werden.

Als Hintergrund der Maßnahmen, die den freien Warenverkehr in Ostafrika fast zum Erliegen brachten, bezeichnen Ostafrika-Experten die Weigerung Tansanias, konsequent gegen das Coronavirus vorzugehen und seine Infektions- und Todeszahlen kontinuierlich zu veröffentlichen. Solange infizierte tansanische LKW-Fahrer einreisen, ist in den drei Nachbarländern an eine Lockerung der Vorsorgemaßnahmen nicht zu denken. Nachdem der Außenminister das Problem noch heruntergespielt und als Verleumdung bezeichnet hatte, scheinen die tansanischen Behörden jetzt einzulenken.

Die Situation am 12. Mai an der Grenze in Namanga
Mr Infoma (YouTube)
 

Max-Planck-Institut in Potsdam überprüft Wirksamkeit von Artemisinin

Nach Angaben der Deutschen Welle führen erstmals Wissenschaftler am Max-Planck-Institut in Potsdam eine Studie über die Wirksamkeit von Artemisinin bei der Therapie und Prophylaxe von Covid-19 durch. Sie wollen damit die bislang unbewiesene und deshalb von der WHO kritisierte Behauptung afrikanischer Staatspräsidenten wie John Magufuli (Tansania) überprüfen, hier sei bereits ein eigener wirksamer „afrikanischer Weg“ zur Bekämpfung der Pandemie gefunden worden.

Laut Peter Seeberger, Leiter der neuen Studie, erhalten jährlich über 300 Millionen Patienten auf Artemisinin basierende Medikamente. "Der Wirkstoff wurde auch schon gegen andere Krankheiten recht erfolgreich ausprobiert", erklärte der Chemiker. So gibt es beispielsweise Berichte, dass Artemisinin gegen das erste SARS-Coronavirus (SARS-CoV) wirksam war.

Artemisinin ist ein Wirkstoff aus der bei uns als „Einjähriger Beifuß“ bekannten Pflanze. Er wird bislang vor allem sehr erfolgreich in der Malaria-Therapie eingesetzt.

Regierung veröffentlicht seit über 3 Wochen keine Corona-Zahlen mehr

Seit dem 29. April und damit seit nunmehr über drei Wochen hat die tansanische Regierung keine Corona-Zahlen mehr veröffentlicht. Am 3. Mai hatte Staatspräsident John Magufuli die letzten Testergebnisse infrage gestellt und von Sabotage gesprochen. Tumaini Haonga, Sprecher des Gesundheitsministeriums, erklärte hierzu auf Anfrage der Tageszeitung 'The Citizen': "Wir haben festgestellt, dass es nicht sinnvoll ist, täglich mit kleinen Zahlen zu aktualisieren." Die Aktualisierung soll jetzt nur noch unregelmäßig in Verbindung mit ausführlichen Berichten erfolgen.

Am 8. Mai teilte die Gesundheitsministerin mit, dass die Neuordnung des Nationalen Gesundheitslabors Vorrang habe. Am 17. Mai stellte der Präsident einige herausgegriffene Zahlen aus einigen Krankenhäusern und Regionen in den Raum.
 


Die Situation in Afrika

Aktuell 114.000 Infektionen und 3.300 Tote

Die Zahl der Corona-Infektionen in ganz Afrika ist vorgestern auf über 100.000 angestiegen. 46.000 Menschen wurden inzwischen wieder gesund, circa 3.300 Personen starben. Als erstes afrikanisches Land hat heute Südafrika über 20.000 Infektionen gemeldet. Kenia verzeichnet am 20. Mai als erstes ostafrikanisches Land offiziell über 1.000 Infektionen.

Die Steigerungsraten der Corona-Infektionen in Afrika sind im Gegensatz zu vielen Medienberichten jedoch längst nicht so hoch wie anfangs befürchtet. Auch nach einer neuen Schätzung der WHO wird sich das Virus in Afrika langsamer ausbreiten als in anderen Teilen der Welt. Außerdem geht sie davon aus, dass das Durchschnittsalter der schwer Erkrankten und die Sterblichkeitsrate niedriger sein werden als in den restlichen Erdteilen. Allerdings könne sich durch das verlangsamte Tempo die Pandemie über einen längeren Zeitraum erstrecken. Südafrika verzeichnet zum Beispiel aktuell wieder ansteigende Zahlen.

Inzwischen berichten auch die ersten deutschsprachigen Zeitungen (TAZ, Süddeutsche) über zurückgehende Infektionszahlen in einigen afrikanischen Ländern, die sich frühzeitig und streng mit Kontakt- und Ausgangssperren um eine Eindämmung der Pandemie bemüht haben. Ruanda will bereits Lockerungen einführen.

Es muss jedoch immer auch davon ausgegangen werden, dass die tatsächlichen Zahlen die offiziell verkündeten Fälle weit übersteigen. Und es muss berücksichtigt werden, dass die Pandemie in Afrika noch am Anfang steht. Noch unklar ist, wie sich Faktoren wie Hitze, niedriges Durchschnittsalter, unterschiedliche Haltungen zu einem Lockdown, Vorerkrankungen wie TB und Diabetes sowie Unternährung auf die weitere Verbreitung der Pandemie auswirken.

"Warum trifft die Corona-Pandemie Afrika so viel weniger hart?"
Watson vom 7.5.2020

"Interaktive Story - So ist die Corona-Lage in Afrika"
ZDF vom 13.5.2020

Burundi weist WHO-Mitarbeiter aus

Burundi hat am 14. Mai vier WHO-Mitarbeiter des Landes verwiesen. Nach Medienberichten will der Staatspräsident offensichtlich nicht durch Berichte über die Verbreitung des Coronavirus in seinem Wahlkampf gestört werden. In dieser Woche finden in Burundi die nationalen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

Südafrika, Ägypten und Algerien sind die afrikanischen Länder mit den meisten Infektionen

Die meisten Erkrankungen / Todesfälle / Todesfälle pro 1 Mill. Einwohner gibt es aktuell in:
Stand: 25.5.2020

• Südafrika (22.583 / 429 / 7)
• Ägypten (17.265 / 764 / 7)
• Algerien (8.306 / 600 / 14)
• Nigeria (7.839 / 226 / 1)
• Marokko (7.495 / 200 / 5)
• Ghana (6.808 / 32 / 1)
• Kamerun (4.890 / 165 / 6) 
• Sudan (3.820 / 165 / 4)
• Guinea (3.275 / 20 / 2) 
• Senegal (3.130 / 35 / 2)
• Elfenbeinküste (2.366 / 30 / 1)

Als Folge fehlender Tests oder mangelnder Testmöglichkeiten wird jedoch von einer noch wesentlich höheren Dunkelziffer ausgegangen.

Weltweite Ausbreitung des Corona-Virus
Täglich aktualisierte animierte Zeitraffer-Grafik der John Hopkins Universität

Aktuelle Zahlen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC)

Die aktuellen offiziellen Zahlen der Ostafrikanischen Gemeinschaft (Infektionen / Todesfälle):
Stand: 25.5.2020

• Kenia 1.286 / 52
• Südsudan 655 / 8
Tansania 509 / 21*
• Ruanda 327 / 0
• Uganda 212 / 0
• Burundi 42 / 1

*   Seit dem 29. April keine neuen Zahlen für das Festland veröffentlicht

Sind diese Zahlen wirklich aussagekräftig?

Einige Experten stellen die Frage, wie weit die offiziellen Fallzahlen wirklich aussagekräftig sind. Die relativ geringe Zahl der bisher durchgeführten Tests oder die fehlenden Testmöglichkeiten in weiten Teilen der afrikanischen Länder erschweren nach Meinung der Experten ein realistisches Bild von der Verbreitung des Coronavirus in Afrika.


Afrika in den Medien der letzten 5 Tage:
(ausführlicher Medienspiegel ganz am Ende dieser Seite)

"Planierraupe und Paranoia"
Frankfurter Rundschau vom 25.5.2020

"KfW-Zusagen für Entwicklungsprojekte stabil bei rund zehn Milliarden"
evangelisch.de vom 25.5.2020

"EU und Afrika: Corona macht den Weg noch steiniger"
Deutsche Welle vom 24.5.2020

"Kommentar: Ihr wollt keine Pandemien? Hört auf, die Natur zu missachten"
National Gepgraphic vom 22.5.2020

"Steigende Nachfrage nach angeblichen Corona-Heilmittel"
Süddeutsche Zeitung vom 21.5.2020
 


Weitere Meldungen der vergangenen Wochen

US-Botschaft warnt: "Extrem hohes Infektionsrisiko in Daressalam"

Die US-amerikanische Botschaft in Daressalam hat vor einem schnellen Anstieg der Corona-Infektionen in Tansania gewarnt und darauf hingewiesen, dass die tansanische Regierung ihre Daten über Infektionen und Todesfälle seit dem 29. April nicht mehr aktualisiert hat. Die Botschaft verweist auf ein „extrem hohes“ Infektionsrisiko in der Metropole Daressalam. Die Epidemie breite sich hier und in anderen Regionen „exponentiell“ aus.

Bank von Tansania will Wirtschaft vor den Corona-Folgen schützen

Die Bank von Tansania (BOT) will die Wirtschaft des Landes vor den nachteiligen Auswirkungen der CVD-19-Pandemie schützen. In einer Erklärung am 12. Mai teilte sie die Senkung der gesetzlichen Mindestreserveanforderung von 7 % auf 6 % ab dem 8. Juni mit. Dadurch soll den Banken eine zusätzliche Liquidität eingeräumt werden in der Hoffnung, dass diese wiederum ihren Kreditnehmern bei der Rückzahlung von Krediten entgegen kommen.

Die Bank empfiehlt außerdem den Mobilfunkbetreibern, ihren Kunden das tägliche Transaktionslimit zu erhöhen.

Magufuli beteiligte sich nicht an Videokonferenz der Staatspräsidenten

Staatspräsident John Magufuli nahm am 12. Mai nicht an der Videokonferenz der Staatsoberhäupter der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) teil. Der Präsident von Burundi, Pierre Nkurunziza, war ebenfalls nicht anwesend. Beide Länder haben seit circa zwei Wochen ihre Corona-Zahlen nicht veröffentlicht und lehnen striktere Vorsorgemaßnahmen ab. 

Themen der Konferenz mit den teilnehmenden Präsidenten von Ruanda, Uganda, Kenia und Südsudan waren unter anderem der freie Warenverkehr und das Management gegen die grenzüberschreitende Verbreitung des Coronavirus. Die Staatsoberhäupter beauftragten ihre zuständigen Minister mit der Einführung von Grenzkontroll- und Testmaßnahmen, insbesondere für Lkw-Fahrer.

Der tansanische Außenminister hat das Fehlen des Präsidenten inzwischen damit begründet, dass es sich nicht um eine offizielle EAC-Veranstaltung gehandelt habe.
 

Chadema schließt vier Parlamentsabgeordnete aus. Parlamentspräsident gibt Sitze nicht frei

Das Exekutivkomittee der größten Oppositionspartei Chadema hat am Wochenende des 9./10. Mai beschlossen, vier Parlamentsabgeordnete aus der Partei auszuschließen. Es handelt sich um die Abgeordneten aus den Wahlkreisen Moshi-Land, Rombo, Momba und Bukoba-Stadt. Neun weitere Abgeordnete, die ebenfalls gegen die Anweisung des Parteivorsitzenden Freeman Mbowe verstoßen hatten, als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus nicht mehr an den Parlamentssitzungen in Dodoma teilzunehmen, wurden zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Entgegen der Verfassung weigert sich Parlamentspräsident Job Ndugai, die Sitze der ausgeschlossenen Chadema-Mitglieder für Nachrücker freizugeben. Er kündigte an, ihnen parlamentarischen Schutz zu gewähren.

Lockerung der Beschränkungen für internationale Flüge

Seit dem 11. April ist der gesamte Passagierflugverkehr von und nach Tansania eingestellt. Seit dem 14. Mai sind Flüge aus folgendem Anlass wieder erlaubt: Rückführung von im Ausland gestrandeten Tansaniern (ohne Ausstieg des ausländischen Flugpersonals), medizinische Hilfe und Hilfsflüge, technische Landungen ohne Ausstieg "und andere sicherheitsrelevante Operationen". Alle Einreisenden müssen sich auf eigene Kosten in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Die Quartiere werden von der Regierung vorgegeben.

Nach Angaben der Tageszeitung "The Citizen" haben die USA, Türkei, Großbritannien, Libanon, Pakistan und Äthiopien ihre Staatsbürger bereits aus Tansania ausgeflogen. Dafür war bisher ein komplizierter Genehmigungsvorgang notwendig, der zukünftig entfällt.

Sansibar: Parlamentswahlen finden statt

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sollen auch in Sansibar am 4. Oktober 2020 durchgeführt werden. Der sansibarische Staatsminister Mohamed Aboud teilte am 9. Mai mit, dass die Regierung von einer sinkenden Infektionsrate bis Oktober ausgeht. Die Registrierung der Wähler sei bereits abgeschlossen. Präsident John Magufuli hatte bereits vor mehreren Wochen erklärt, dass die nationalen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 4. Oktober nicht verschoben werden.

Der Außenminister persönlich holte eine "Corona-Medizin" in Madagaskar ab

Außenminister Palamagamba Kabudi persönlich traf am 8. Mai in Madagaskar ein, um eine "Medizin gegen Corona" abzuholen. Das Regierungsfoto zeigt ihn bei der Einnahme der Medizin in Anwesenheit seines Amtskollegen aus Madagaskar.  Nach seiner Rückkehr in Tansania erklärte Kabudi, dass die Medizin, die sowohl für die Prophylaxe als auch für die Therapie vorgesehen sei, noch nicht verteilt werden soll. Erst einmal gehe es um eine Untersuchung durch tansanische Experten. 

John Magufuli hatte am 3. Mai mitgeteilt, dass er ein Mittel gegen Corona gefunden hat: "Ich habe mit Madagaskar gesprochen. Sie sagen, dass sie die Medizin für Covid-19 gefunden haben. Wir werden ein Flugzeug senden, um die Medizin nach Tansania zu bringen, so dass alle Tansanier davon profitieren können."

Bei der Medizin handelt es sich um einen Tee, der aus den Blättern der Artemesia-Pflanze gewonnen wird, einer Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler. Während die Pflanze bei der Behandlung der Malaria tatsächlich sehr wirksam ist, bezeichnete die WHO ihre Wirksamkeit bei Corona-Erkrankungen als "nicht mit Studien belegt" und warnte vor einer Selbst-Medikation. Die Malaria wird nicht durch Viren, sondern durch Parasiten ausgelöst. Die WHO hat angeboten, die Wirksamkeit im Rahmen einer Studie zu überprüfen.

"Die afrikanische Lösung des Corona-Problems"
Film der Daily News vom 9.5.2020 über die Übergabe der Medizin in Madagaskar
 

Verlust von 477.000 Arbeitsplätzen im Tourismus

Im Zuge der Haushaltsberatungen hat Tourismusminister Hamisi Kigwangalla in Dodoma mitgeteilt, dass die Coronakrise voraussichtlich 477.000 Arbeitnehmern ihren Arbeitsplatz kosten wird. Dies wären ca. 76 % von insgesamt 623.000 Beschäftigten, die unmittelbar im Tourismus tätig sind. Den Einnahmeverlust an Steuern bezifferte der Minister auf circa 40 Millionen Euro. Zur Stärkung des Tourismus-Sektors wurden im Parlament eine Vereinfachung des Visum-Verfahrens und Steuersenkungen vorgeschlagen.

Sabotage bei Corona-Tests: WHO weist Kritik von Magufuli zurück

Die WHO hat die Behauptung von Staatspräsident John Magufuli zurückgewiesen, dass die aus dem Ausland eingeführten Corona-Testkits manipuliert worden sind. Magufuli hatte Proben von Früchten und Tieren mit menschlichen Namen versehen und zum Nationalen Testlabor geschickt. Dort seien sie dann positiv gewesen.

Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin des Regionalbüros der WHO, zeigte sich am 7. Mai davon überzeugt, „dass die Tests, die gestellt wurden und die auf dem internationalen Markt sind, nicht mit dem Virus kontaminiert sind." John Nkengasong, Chef der afrikanischen Gesundheitsbehörde ACDC, versicherte, dass das Labor in Daressalam die gleichen Tests wie alle anderen Labore verwendet.

"Probleme bei Covid-19-Tests - Corona bei einer Papaya?"
ZDF vom 9.5.2020

"Posse in Tansania: Ziege und Papaya positiv auf Corona getestet"
Wochenblick vom 7.5.2020

Erneut hochrangiger Politiker "plötzlich gestorben"

Es ist erschreckend: Das "plötzliche" und in allen Fällen unerwartete Sterben hochrangiger Politiker hält seit mehreren Tagen an. Am 8. Mai starb in einem Hospital in Mwanza Hamim Gwinyana, District Commissioner des Nyang'hwale Districts in der Geita Region. Wie bei den anderen Todesfällen - mehrere Parlamentsabgeordnete, ein Minister, hochrangige Juristen - wurde auch in diesem Fall lediglich mitgeteilt, dass der Tod "plötzlich" erfolgte. Über die Todesursache wird nicht informiert und bereits ein vorsichtiger Hinweis auf eine mögliche Corona-Erkrankung steht unter Strafe.

"Nach kurzer Krankheit" ist am 8. Mai auch Christopher Mukoma, Direktor der Kilimanjaro Airpot Development Company, gestorben.

Regierung erlaubt Hausbeisetzung von Corona-Toten

Die Regierung erlaubt, dass am Coronavirus Verstorbene auf dem eigenen Hausgrundstück beerdigt werden dürfen. Dabei müssen allerdings die vorgegebenen Schutzvorrichtungen eingehalten werden.
 

Regional Commissioner von Daressalam droht mit Inhaftierung von Parlamentsabgeordneten

Paul Makonda, Regional Commissioner von Daressalam, hat am 6. Mai in einer Videobotschaft allen Parlamentsabgeordneten, die sich derzeit in der Millionenmetropole aufhalten, eine Frist von 24 Stunden gesetzt: Entweder sie verlassen die Stadt und nehmen in Dodoma an den Haushaltsberatungen des Nationalparlaments teil oder sie werden inhaftiert. Das Ultimatum wurde vor dem Hintergrund eines Beschlusses der Oppositionspartei Chadema gestellt, deren Abgeordnete sich - wie auch Abgeordnete anderer Oppositionsparteien - als Schutz vor dem Coronavirus in eine 14-Tage Selbstquarantäne begeben haben.

Makonda, dem die US-Regierung wegen seines Vorgehens gegen Homosexuelle ein Einreiseverbot erteilt hat, sagte nach Angaben der Tageszeitung "The Citizen", die Parlamentsabgeordneten würden genauso behandelt, wie in der Vergangenheit mit Prostituierten umgegangen wurde.

Zitto Kabwe, Chef der Oppositionspartei ACT Wazalendo, entgegnete über Twitter: "Ich werde nicht nach Dodoma gehen. Ich werde in Daressalam bleiben. Ich schütze mich und meine Familie vor dem Virus."

Oppositionspartei Chadema vor der Zerreißprobe

Nachdem Oppositionsführer Freeman Mbowe (Chadema) angekündigt hatte, dass sich seine Partei angesichts der zahlreichen Corona-Erkrankungen unter den Parlamentsmitgliedern in eine 14-tägige Selbst-Quarantäne begeben und damit vorerst an den weiteren Parlamentssitzungen nicht mehr teilnehmen wird, beteiligten sich am 4. und 5. Mai dennoch 10 Chadema-Abgeordnete an den Sitzungen in Dodoma. Darunter zwei Abgeordnete, die bereits zuvor angekündigt hatten, zur Oppositionspartei NCCT-Mageuzi überzutreten. Zudem trat der Abgeordnete David Silinde von seiner Berufung als Schattenminister für das Industrie- und Handelsministerium zurück. Er legte außerdem sein Amt als Parlamentarischer Geschäftsführer der Chadema-Fraktion nieder.

Erneut "plötzlicher Tod" eines prominenten Juristen

Erneut ist am 5. Mai in Daressalam ein prominenter Jurist gestorben: Dr. Masumbuko Lamwai arbeitete als Richter am Obersten Gerichtshof von Tansania und vertrat mehrere hochrangige Politiker bei Strafverfahren. Bereits in den Tagen zuvor war mehrfach von Todesfällen unter Juristen berichtet worden. Als Todesursache wurde wie im jüngsten Fall meist "nach kurzer Krankheit" angegeben.

In den Wochen zuvor waren neben vielen Juristen nach Angaben von Ippmedia auch fünf Parlamentsabgeordnete der Regierungspartei CCM "plötzlich verstorben". Außerdem Minister Dr. Augustine Mahiga. Die Forderung der Opposition, im Falle einer Corona-Erkrankung die Todesursache zu veröffentlichen, lehnte das Präsidium des Nationalparlaments mit dem Verweis auf Datenschutz ab.
 

Staatspräsident bezeichnet Opposition als Geldempfänger der Imperialisten

Staatspräsident John Magufuli, der sich seit Wochen in seinem Heimatdorf Chato in der Geita Region aufhält, verschärft seine Wortwahl. Der Opposition, die sich in Selbst-Quarantäne begeben hat und damit den Parlamentssitzungen vorerst fernbleibt, teilte er den Entzug ihrer finanziellen Zuwendungen mit. In der Online-Ausgabe der Tageszeitung "The Citizen" vom 4. Mai wird Magufuli mit den Worten zitiert: "Sollen sie doch von den Imperialisten bezahlt werden, die sie unter Vertrag haben."

Sein Zorn gilt aber auch "einigen religiösen Führern", die ihr Gottvertrauen verloren und ihre heiligen Befehle als gute Hirten verloren hätten. Magufuli schloss dabei explizit die Muslime und die evangelischen Freikirchen aus. Die Bevölkerung warnt er ferner vor internationalen Medien, "die große spezielle Interessen" in ihrer Berichterstattung erkennen lassen würden. 

Gesundheitsministerin suspendiert Direktor des Nationalen Gesundheitslabors

Nachdem Staatspräsident John Magufuli angesichts der gestiegenen Corona-Infektionen 3. Mai eine Manipulation bei den Corona-Tests unterstellt hatte, suspendierte Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu einen Tag später den Direktor und den Qualitätsbeauftragten des Nationalen Gesundheitslabors. Ein 10-köpfiges Untersuchungskomitee soll die Vorgänge innerhalb von zehn Tagen untersuchen.

"Alles Teil der Vertuschung durch die Behörden"

In einem längeren Artikel setzte sich am 4. Mai die BBC mit der aktuellen Situation in Tansania auseinander. Sie berichtet von nächtlichen Beisetzungen von Corona-Opfern und zeigt einen Film aus den sozialen Medien, der eine nächtliche Beerdigung unter Schutzmaßnahmen dokumentiert. Die BBC zitiert Oppositionspolitiker und Aktivisten, die glauben, dass dieses Vorgehen Teil der Vertuschung durch die Behörden sein könnte, die keine regelmäßigen Updates zum Coronavirus veröffentlicht haben. Oppositionsführer Zitto Kabwe: "Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass die Regierung etwas versteckt. Ich möchte, dass sie ihre Rolle erfüllt. Im Moment erleben wir überall viel Trauer, Bestattungen und Leichen."

Das tansanische Gesundheitsministerium teilte am 3. Mai mit, dass es keine Nachtbestattungen mehr geben werde und dass die Familienmitglieder von nun an voll in die Bestattungsvorbereitungen einbezogen werden, um sicherzustellen, dass die Würde des Verstorbenen gewahrt bleibt.

"Night burials amid Tanzania's coronavirus defiance"
BBC vom 4.5.2020 (inkl. Videofilm)
 

Präsident Magufuli: Staatsfeinde haben Testgeräte manipuliert. Selbst eine Ziege und eine Papaya waren positiv

In einer TV-Rede aus seinem Heimatdorf Chato in der Geita Region hat Staatspräsident John Magufuli am 4. Mai mitgeteilt, dass er das Gesundheitsministerium und die Sicherheitsorgane des Landes beauftragt hat, die Corona-Testgeräte im Nationalen Gesundheitslabor zu überprüfen. Einige müssten defekt sein. Vermutlich seien sie von Leuten manipuliert worden, "die keine positiven Wünsche für dieses Land haben". So hätten seine Sicherheitsorgane Ziegen, Wachteln, Schafen, Autoöl und selbst einer Jackfruit (Maulbeergewächs) und einer Papaya Proben entnommen und sie mit menschlichen Namen in das Labor geschickt. Das Ergebnis: Die Ziege, die Wachtel und die Papaya waren positiv und das Schaf und die Jackfruit negativ. Magufuli: "Wenn das stimmt, dann hat die WHO einiges zu tun."

Magufuli machte ferner darauf aufmerksam, dass jedes Testkit aus dem Ausland kommt. Und der Präsident sieht noch eine weitere Gefahr: "Einige Menschen werden an der großen Angst sterben, die durch die Informationen erhalten haben."

Die Rede von Staatspräsident John Magufuli
 

89.000 Lehrer an Privatschulen seit 3 Monaten ohne Gehalt

89.000 Lehrerinnen und Lehrer an circa 2.000 Privatschulen erhalten seit der landesweiten Schulschließung im März kein Gehalt mehr. Sie unterrichten insgesamt circa 700.000 Schüler. Die Tanzania Private School Teachers' Union machte in einem Gespräch mit der Tageszeitung "The Citizen" auf die Lage ihrer Mitglieder aufmerksam, von denen jetzt viele vor dem finanziellen Ruin stehen.

Aber auch viele Träger von Privatschulen, die sich ausschließlich aus Schulgebühren finanzieren, stehen vor dem Aus. Bereits jetzt wird mit einem Einnahmeverlust von deutlich über 20 % gerechnet - und die Schließung aller Schulen ist von der Regierung auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Deshalb haben sowohl die Träger als auch die betroffenen Lehrer die Regierung um finanzielle Unterstützung gebeten.

Sie ernteten jedoch von der Regierung eine Ablehnung: Eine staatliche Förderung von Privatschulen sei nicht vorgesehen, und außerdem hätten die Schulen im Vorfeld eine Versicherung abschließen können. Immerhin kündigte das Schulministerium an, im Rahmen der Parlamentsdebatte über den Landeshaushalt 2020/21 die Anliegen der Privatschulen zu berücksichtigen.

Staatspräsident prüft Fortsetzung der Tanzania Premier League

Staatspräsident John Magufuli hat seine Berater beauftragt, die Fortsetzung der Tanzania Premier League, der höchsten Spielklasse im tansanischen Fußball, zu prüfen. Während einer TV-Livesendung aus seinem Heimatort Chato in der Geita Region in Nordtansania kündigte er allerdings an, dass die Spiele wohl ohne Zuschauerbeteiligung durchgeführt werden müssten.

Ein Riss geht durch die Ostafrikanische Gemeinschaft. Ruanda sperrt Grenze für LKWs aus Tansania

Beim Kampf gegen das Coronavirus geht ein Riss quer durch die Ostafrikanische Gemeinschaft EAC. Während Kenia, Uganda und Ruanda sehr schnell harte Lockdowns organisiert haben, zum Teil mit Ausgangssperren und Einsatz von Polizei- und Militäreinheiten, haben Tansania, Burundi und Südsudan auf Lockdowns verzichtet. Zumindest in Ruanda scheint sich die harte Linie ausgezahlt zu haben: Die ersten Lockerungen werden gerade vorbereitet.

Deutlich wurde die Spaltung der EAC beim vergeblichen Versuch der Staatspräsidenten von Ruanda, Uganda und Kenia, ihre drei anderen Kollegen für eine gemeinsame Videokonferenz aller sechs Staatsoberhäupter zu gewinnen. Paul Kagame (Ruanda): "Mangelnde Koordination auf Präsidentenebene hat die Region für eine breite, grenzüberschreitende Verbreitung des Virus geöffnet." Uhuru Kenyatta (Kenia) sagte: "Bis wir zusammen kämpfen, werden wir zusammen verlieren."

Immerhin gab die EAC neue Richtlinien für den ostafrikanischen Warenverkehr heraus. Dort heißt es unter anderem, dass alle Grenzübergänge für Frachtverkehr offen gehalten werden sollen, damit LKWs möglichst schnell abgefertigt werden können.

Offensichtlich hat Ruanda jedoch inzwischen die Geduld verloren: Um die Einschleppung des Virus durch LKW-Fahrer zu verhindern, dürfen LKWs aus Tansania und Uganda die Grenze nicht mehr passieren. Sie müssen an der Grenzstation umgeladen werden. Alternativ ist auch eine Weiterfahrt mit einem LKW-Fahrer aus Ruanda möglich.
 

Überraschender Tod von Minister Augustine Mahiga

Vollkommen überraschend ist der amtierende Minister für konstitutionelle und rechtliche Angelegenheiten und ehemalige Außenminister Augustine Mahiga (CCM), 74, gestorben. Nach Medienberichten starb der international bekannte Politiker am 1. Mai in seiner Wohnung in Dodoma. Der Transport ins Krankenhaus kam zu spät, eine vorherige Erkrankung ist nicht bekannt. Nach dem tansanischen Pressegesetz darf unter Strafandrohung über die Todesursache weder informiert noch spekuliert werden. Eine Erkrankung am Coronavirus liegt jedoch nahe. Bereits in den Tagen waren zahlreiche Prominente und zwei Parlamentsabgeordnete überraschend gestorben. Bei einigen seien später von der Regierung die Räume desinfiziert worden. Mit Anna Mghwira, amtierende Regional Commissioner der Kilimandscharo Region, hat sich erstmals ein RC infiziert. Zwei Abgeordnete des Nationalparlaments starben überraschend wie Richard Ndassa, 61, am 30. April in Dodoma.

Augustine Mahiga war von 2003-2010 Vertreter Tansanias bei den Vereinten Nationen, von 2015-2019 Außenminister und seit 2019 Justizminister. Neben vielen anderen Ländern sprach auch die Bundesrepublik Deutschland ihr Beileid aus: "Deutschland hat einen großen Freund verloren."

Oppositionspartei Chadema geht geschlossen in eine 14-tägige Selbstquarantäne

So etwas hat es vermutlich auch noch nicht gegeben: Chadema, die größte Oppositionspartei Tansanias, hat am 1. Mai angekündigt, dass ihre Parlamentsabgeordneten zwei Wochen lang an keinen Plenums- und Ausschusssitzungen teilnehmen und sich stattdessen geschlossen in eine 14-tägige Selbstquarantäne begeben werden. Die Entscheidung fiel nach mehreren plötzlichen Todesfällen von Parlamentsabgeordneten.

10 Chadema-Abgeordnete haben jedoch am 4. Mai trotz des Parteibeschlusses an den laufenden Haushaltsberatungen teilgenommen. Parteichef Freeman Mbowe erklärt gegenüber der Tageszeitung "The Citizen", dass sich die Parteigremien mit der Angelegenheit befassen werden.
 

Anwalt verhaftet: Regierung untersagt jeden Ansatz von Kritik

Am 29. April ist in Arusha der prominente Anwalt Albert Msando verhaftet worden. Nach Medienberichten soll er am Tag zuvor bei einer Übergabe von Schutzmasken und Infektionsmitteln an Journalisten diese gebeten haben, wahrheitsgemäß über die Pandemie zu berichten, damit richtige Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus getroffen werden. Er sitzt jetzt im Gefängnis und es soll Anklage erhoben werden. Nach Angaben der Regionalbehörde stehen seine Äußerungen nur dem Gesundheitsministerium oder dem Büro des Premierministers zu. Regional Commissioner Mrisho Gambo hat die Polizei angewiesen, kritische Äußerungen zu unterbinden. Außerdem ordnete der RC an, dass ab sofort nur noch maximal 10 Personen an Beerdigungen teilnehmen dürfen. 

Albert Msando ist Stellvertretender Rechtsberater der Regierungspartei CCM und Stellvertretender Vorsitzender des Tanzania Forestry Research Institute.

Erneut scharfe Kritik der Opposition

Oppositionsführer Freeman Mbowe (Chadema) hat am 29. April die Regierung beschuldigt, Informationen zu verheimlichen und die Pandemie nicht ernst zu nehmen. Mbowe: "Wir sehen Menschen sterben, und ihre Bestattungen werden von der Regierung unter strengen Bedingungen überwacht. Aber sie sagt uns nicht, dass sie am Coronavirus gestorben sind. Es gibt keine Transparenz, und wenn Menschen keine Informationen haben, entstehen Gerüchte. Die Regierung behauptet, dass nur 16 Menschen am Coronavirus gestorben sind, aber das ist ein Witz." Mbowe sagte ferner, dass Magufuli, der überwiegend in seiner Heimatstadt Chato im Nordwesten Tansanias lebt, sich in einem "Zustand der Verleugnung" befindet.

Staatspräsident setzt nationalen Corona-Beauftragten ein

Nach dem rapiden Anstieg in Daressalam und einer Meldung über die Verbreitung des Virus auf 18 Regionen hatte die Opposition ein landesweites Lockdown gefordert, die Vereinigung der Anwälte ein 29-Punkte-Programm zur Corona-Bekämpfung vorgelegt und der erste evangelische Bischof für seine Diözese eine vorübergehende Aussetzung von Gottesdiensten verkündet. Staatspräsident John Magufuli traf sich in seinem Heimatort am Victoriasee mit führenden Sicherheitskräften seines Landes. Danach wurden über eine Woche lang keine Infektions- und Todeszahlen des Festlandes mehr veröffentlicht. Magufuli setzte mit seinem persönlichen Berater einen nationalen Corona-Beauftragten ein.

Magufuli erklärte in seinem Heimatort, dass ein Lockdown für Daressalam ausgeschlossen sei und dass er jetzt nur noch positive Nachrichten in Verbindung mit Corona hören möchte. Nicht jeder, der jetzt sterbe, würde an Corona sterben.

Nach einem sechsmonatigen Berufsverbot für einen Journalisten und einem sechsmonatigen Verbot der Online-Präsentation einer Tageszeitung in Zusammenhang mit ihrer Corona-Berichterstattung wurde der mehrtägige Verzicht auf aktuelle Corona-Fallzahlen von den tansanischen Tageszeitungen nicht kommentiert.
 

Kostenloses Wasser für alle

Die Regierung hat beschlossen, dass offene Wasserrechnungen vorübergehend nicht mehr dazu führen dürfen, dass Menschen in der jetzigen Zeit von der Wasserversorgung abgeschnitten sind. Entsprechende Schulden werden gestundet. Außerdem soll es in den Städten sogenannte Wasser-Kiosks geben, an denen sich die Familien mit kostenlosem Wasser versorgen können. 1000 Liter Wasser kosten in Tansania normalerweise 0,70 - 0,80 Euro.

Deutschland stellt 300 Millionen Euro zur Verfügung

Deutschland stellt 300 Millionen Euro für den Kampf gegen das Coronavirus in den Entwicklungsländern zur Verfügung. Nach Angaben des Auswärtigen Amts leistet die Bundesrepublik Deutschland damit einen Beitrag zum globalen Hilfsaufruf der Vereinten Nationen. Die UN will hauptsächlich von den Industrieländern zwei Milliarden US-Dollar für den Kampf der armen Länder gegen Corona einsammeln. Außenminister Heiko Maas: "Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Es trifft insbesondere die Menschen, die besonders gefährdet sind, weil sie in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern leben oder in Staaten, deren Gesundheitssysteme durch die Pandemie völlig überfordert sind." Der Außenminister: "Nur zusammen werden wir die Pandemie dauerhaft besiegen. Sonst drohen immer wieder neue Infektionswellen."

5,6 Millionen Euro vom Global Fund für die Corona-Bekämpfung

Der Global Fund stellt Tansania ca. 5,6 Mill. Euro für des Bekämpfung des Coronavirus zur Verfügung. Laut Auskunft von Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu sollen davon ca. 3,8 Mill. Euro für die Schutzausrüstung des Klinikpersonals verwendet werden. Der Global Fund hat seinen Sitz in Genf. Seine Finanzmittel erhält er durch Beiträge von Regierungen und Unternehmen. Deutschland zählt zu den höchsten Beitragszahlern.

WHO kritisiert Tansania

Dr. Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin der WHO für Afrika, hat die tansanische Regierung für ihren Verzug bei der Einleitung drastischer Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Coronavirus kritisiert. Moeti erwähnte dabei insbesondere die Abstandshaltung und die Vermeidung von Massenversammlungen.

Uganda meldet immer mehr Corona-Infektionen bei tansanischen LKW-Fahrern

Uganda beklagt, dass immer häufiger LKW-Fahrer aus Tansania einreisen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Von 11 neuen Infektionen waren am 24. April alleine 7 tansanische Fernfahrer betroffen. Am 26. April kamen 4 weitere Fälle hinzu. Die erkrankten Fernfahrer wurden von Uganda nach Tansania zurückgeschickt.

Krankenhauspersonal fordert Schutzausrüstung. Patienten im Stich gelassen?

Die Medical Association of Tanzania (MAT) hat für das Krankenhauspersonal einen ausreichenden Vorrat an Schutzausrüstung gefordert. Ohne Vorsichtsmaßnahmen sei eine Betreuung von Corona-Erkrankten nicht möglich. Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu verwies auf die weltweiten Lieferschwierigkeiten, versprach jedoch weitere Bemühungen der Regierung. Mwalimu verurteilte das Verhalten von Krankenhausmitarbeitern, die wegen der fehlenden Schutzkleidung ihre Arbeitsplätze und ihre Patienten im Stich gelassen hätten. Die MAT dementierte diese Meldungen.

Fehlende Tourismus-Einnahmen gefährden den Tierschutz

Die wegen Corona ausbleibenden Touristen gefährden nach Angaben von Kaddu Sebunya, Chef der African Wildlife Foundation (AWF) den Tierschutz in Ostafrika. Zunehmend gebe es Probleme, Nationalparkverwaltungen und Parkranger zu finanzieren. In der Folge bestehe eine erhöhte Gefahr von Wilderei und ungelöster Konflikte im Zusammenleben von Menschen und Wildtieren im Umfeld der Nationalparks. Die vorhandenen finanziellen Ressourcen reichen vermutlich nur für drei Monate, danach sei eine zusätzliche Finanzierung des Tierschutzes notwendig. 

Sansibar baut eigenes Corona-Labor auf

Sansibar muss bislang noch alle Tests aufs Festland nach Daressalam schicken. Anlässlich des Beginns des Fastenmonats Ramadan hat der Präsident Sansibars, Ali Mohammed Shein, den Bau eines eigenes Untersuchungs- und Forschungslabors auf der Gewürzinsel angekündigt. Außerdem sollen möglichst schnell Quarantäne- und Versorgungsstationen gebaut werden. Shein appellierte eindringlich an die Inselbevölkerung, Menschenmengen zu meiden, "auch wenn es für die Gesellschaft schwierig ist". Denn Menschenmengen würden zu den schnellsten Verbreitungswegen gehören.

Staatspräsident lehnt Lockdown für Daressalam ab

Staatspräsident John Magufuli hat einen Lockdown für Daressalam, dem Epizentrum der Ausbreitung des Coronavirus in Tansania, abgelehnt. Magufuli: "Es gibt Leute, die vorgeschlagen haben, in Daressalam den Lockdown auszurufen. Das ist nicht möglich." Als das einzige Zentrum des Landes erwirtschafte Daressalam 80 % der landesweiten Einnahmen. Magufuli sagte, es müsse alles getan werden, um das Virus einzudämmen - mit Ausnahme eines Lockdowns für Daressalam.

Der Appell des Präsidenten, der die Regierungsgeschäfte gegenwärtig von seiner Heimatstadt Chato in Nordtansania aus führt: "Predigt positive Nachrichten über die Pandemie. Denn es ist nicht wahr, dass jeder, der stirbt, an Corona stirbt."

Magufuli begrüßte ferner die finanzielle Unterstützung Afrikas durch Institutionen wie die Weltbank. Noch besser wäre allerdings, Afrika in der Schuldentilgung entgegen zu kommen. Jeden Monat müsse Tansania 280 Millionen Euro für die Schuldentilgung aufbringen. Statt neuer Schulden würde ein Entgegenkommen bei den bereits existierenden Schulden dem Aufbau der Ökonomie Tansanias helfen.

Unbefristete Verschiebung der Form Six Examen

Die schulischen Form Six Examen, die am 4. Mai starten sollten, werden nach Mitteilung des Schulministeriums auf unbestimmte Zeit verschoben.

Erneutes Treffen der Regierung mit Kirchenführern

Premierminister Kassim Majaliwa hat sich am 22. April erneut der Unterstützung der Regierungslinie durch die christlichen Kirchen und den Islam versichert. Vertreter des ELCT bei dem Gespräch war Bischof Dr. Alex Malasusa. Die Katholische Kirche war durch Erzbischof Yuda Thaddaeus Ruwa'ichi beteiligt.
 

Erster evangelischer Bischof sagt Gottesdienste ab

Als erster Bischof der evangelischen und auch der katholischen Kirche in Tansania hat Dr. Benson Bagonza für seine Karagwe Diözese (ELCT) angekündigt, dass ab sofort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden. Er habe eine entsprechende Anweisung an alle Gemeindepfarrer verschickt. Bagonza: "So sehr wir uns auch wünschen, dass die Leute an den Gottesdiensten teilnehmen: Jetzt müssen wir die Gottesdienste absagen, um die Menschen zu schützen." Der Bischof, der bis 2016 Mitglied des Rates der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) war und heute Delegierter der Vollversammlung der VEM ist, traf seine Entscheidung nach der zweiten Corona-Infektion in der Kagera Region, die im Nordwesten des Landes liegt mit Bukoba als Hauptstadt.

Assistent des Staatspräsidenten wird neuer nationaler Corona-Beauftragter

Prof. Dr. Mabula Daudi Mchembe, 52, Arzt, bisheriger Assistent und Berater des Staatspräsidenten in Gesundheitsfragen, ist zum Staatssekretär im Gesundheitsministerium und zum landesweiten Corona-Beauftragten befördert worden. Seine Vorgängerin als Staatssekretär, Dr. Zainab Abdi Seraphin Chaula, wurde in ein anderes Ministerium versetzt. Dr. Mchembe hat in Tel Aviv und in Mannheim studiert.

Zum neuen Chief Medical Officer (CMO) wurde Prof. Dr. Abel Makubi ernannt, bisher Direktor des Bugando Medical Centers. Sein Vorgänger, Prof. Mohamed Bakari Kambi, wurde pensioniert.

Tanganyika Law Society: 29 Vorschläge für die Regierung

Die Tanganyika Law Society (TLS) hat der Regierung am 21. April - und damit zwei Tage vor Beginn des Fastenmonats Ramadan - 29 Vorschläge gegen eine weitere Verbreitung des Coronavirus vorgelegt: Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit erschwinglichen Grundnahrungsmitteln während eines dreiwöchigen landesweiten Lockdowns; Stundung von Kreditrückzahlungen für drei Monate; Entwicklung einer Strategie für den ökonomischen Sektor; dreimonatige Steuerfreiheit für Angestellte und Unternehmer; Erstellung eines Sonderprogramms zur Ernährung armer Familien; Versorgung des Krankenhauspersonals mit Schutzkleidung; Senkung der Wasserpreise; Verteilung von kostenloser oder zumindest billiger Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung; Verzicht auf öffentliche Gebete und Gottesdienste zugunsten von Radio- und Internetübertragungen u.a.m.

Die TLS befürchtet, dass angesichts der ansteigenden Infektionszahlen ohne diese Maßnahmen noch bis Jahresende die Schulen und Colleges geschlossen und alle Veranstaltungen abgesagt werden müssen.

Afrikanische Union verteilt 1 Millionen Test-Kits

Das Afrikanische Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (Africa CDC) hat am 18. April angekündigt, 1 Million Corona Test-Kits zur Verfügung zu stellen und über die Afrikanische Union an die Mitgliedsländer verteilen zu lassen. Länder wie Nigeria oder Äthiopien mit über 200 bzw. 100 Million Einwohnern verfügen aktuell nur über 6.000 bzw. 5.000 Test-Kits. Innerhalb der kommenden 3-6 Monate werden in Afrika nach CDC-Angaben ca. 15 Millionen Test-Kits benötigt.
 

Einstieg in die Produktion von Schutzmasken. Zahlreiche Firmenspenden

Zwei Firmen in Daressalam können jetzt 3,5 Millionen Schutzmasken pro Monat herstellen. Zahlreiche in Tansania tätigen Firmen haben zum Teil große Geldsumme für die Unterstützung des Kampfes gegen das Coronavirus gespendet.

Maskenpflicht in Daressalam

Paul Makonda, Regional Commissioner von Daressalam, hat verschärfte Schutzmaßnahmen für die Millionenmetropole angeordnet: Beim Verlassen der Wohnung muss eine Schutzmaske getragen und ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Geschäfte, Restaurants und Gaststätten dürfen nur noch auf der Basis "Take away" arbeiten. Die Märkte wurden vom RC aufgefordert, kurzfristig ein Sicherheitskonzept zu erstellen.

KCMC-Hospital in Moshi stellt eigene Gesichtsmasken her

Das KCMC-Hospital in Moshi will offensichtlich nicht länger auf die Lieferung der dringend benötigten Gesichtsmasken warten und ist daher in die eigene Maskenproduktion eingestiegen. Die angefertigten Exemplare sollen für das Krankenhauspersonal, die Patienten und die Besucher des Hospitals verwendet werden.
 

Klinikpersonal in Daressalam erkrankt

Nach Angaben der Tageszeitung "The Citizen" sind in Daressalam mehrere Mitarbeiter von Krankenhäusern am Coronavirus erkrankt. Die Medical Association of Tanzania (MAT) hat daraufhin mehr Schutz für das Gesundheitspersonal gefordert. Aktuell würden mehrere Infizierte um ihr Leben kämpfen.

Amana Hospital wird zentrales Corona-Hospital in Daressalam

Das westlich der Innenstadt gelegene Amana Hospital wird zentrales Corona-Hospital in Daressalam. Es soll sich ausschließlich um Corona-Patienten kümmern.

ELCT-Diözese verzichtet auf Kindergottesdienste

Nach den von Staatspräsident John Magufuli ausgerufenen drei landesweiten Gebetstagen gegen das Coronavirus am vergangenen Wochenende hat die Evangelische Tanganjika See Diözese (ELCT) mitgeteilt, dass sie zum Schutz vor dem Coronavirus vorübergehend auf Kindergottesdienste verzichten will. Der Konfirmationsunterricht soll jedoch fortgesetzt werden. Ebenso zwei sonntägliche Gottesdienste um 7.30 Uhr und um 10.00 Uhr unter Beachtung der Abstandsregelung. Sonstige Massenveranstaltungen werden nicht durchgeführt.

Weitere unbefristete Schließung von Schulen und Colleges. Verbot von Veranstaltungen und Kundgebungen

Alle Schulen und Colleges bleiben unbefristet geschlossen, Prüfungen werden verschoben. Der Premierminister sagte die Feierlichkeiten zum 56. Jahrestag des Zusammenschlusses von Tanganjika und Sansibar am 26. April ab, ebenso Veranstaltungen und Kundgebungen am 1. Mai. Die für den Union Day bereitgestellten Mittel werden der Regierung von Sansibar für die Bekämpfung des Coronavirus zur Verfügung gestellt.

Ebenso sind Sport- und Musikveranstaltungen, politische Veranstaltungen, Versammlungen oder Feierlichkeiten bis auf unbestimmte Zeit untersagt. Weiterhin gestattet sind Gottesdienste und Gebete in der Moschee. Mundschutz wird landesweit noch nicht vorgeschrieben. Der Premier forderte alle Tansanier auf, zu Hause zu bleiben und alle unnötigen Aktivitäten außerhalb des Hauses zu unterlassen.
 

Frankreich unterstützt Afrika mit 1,2 Mrd. EUR

Nach Angaben des französischen Botschafters in Daressalam will Frankreich die afrikanischen Länder, darunter auch Tansania, mit 1,2 Mrd. EUR im Kampf gegen das Coronavirus und die ökonomischen Folgeschäden unterstützen.

Schuldenmoratorium für Afrika

Den 77 ärmsten Entwicklungsländern sollen auf Beschluss der Finanzminister der G20-Staaten die Zins- und Schuldenrückzahlungen gestundet werden. Das Schuldenmoratorium ist begrenzt auf das Jahresende 2020. Zuvor hatten bereits die G7-Staaten und der IWF entsprechende Beschlüsse gefasst. Der IWF befürchtet für Afrika wegen der Corona-Pandemie eine große Gesundheits- und Wirtschaftskrise.

In einem gemeinsamen Appell hatten zuvor 18 afrikanische und europäische Staats- und Regierungschefs zu Einigkeit und Solidarität angesichts der Corona-Krise aufgerufen. "Dieses Virus kennt keine Grenzen", heißt es in dem auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichneten Appell.

Tansania fällt nicht unter den Corona-Schuldenerlass des IWF

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat 25 der weltweit ärmsten Länder wegen der Corona-Krise einen Teil ihrer Schulden erlassen. In den kommenden sechs Monaten brauchen sie ihre Schulden beim IWF nicht zurückzahlen. Für diese Maßnahme wurden 500 Millionen Dollar aus dem neuen Katastrophenfonds des IWF zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu Ländern wie den Komoren, Malawi, Mosambik und Ruanda gehört Tansania jedoch nicht zu den betroffenen Ländern.

Gesundheitsministerin dankt Deutschland

Gesundheitsministerin Ummy Mwalimu hat Deutschland für die Unterstützung der Regierung im Kampf gegen die Pandemie gedankt. Die KfW hätte 5.400 Test Kits für die sechs Länder der Ostafrikanischen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt, davon seien bereits 500 in Tansania angekommen. In Kooperation mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Hamburg) werde außerdem ein Intensivtraining für Laborexperten durchgeführt.
 

Magufuli und Leitung der Evangelischen Kirche (ELCT) Hand in Hand

Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche von Tansania (ELCT), Bischof Frederick Shoo, hat "mit Freude" von einem Gespräch am Osterwochenende mit Staatspräsident John Magufuli berichtet. Er habe dem  Präsidenten versprochen, die von der Regierung vorgegebenen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus zu unterstützen. Shoo predigte Ostersonntag in einer vollbesetzten Kirche in Moshi, im gesamten Land fanden evangelische und katholische Gottesdienste statt - meist mehrfach hintereinander. Die Schutzmaßnahmen bestanden darin, dass sich die Gläubigen vor dem Betreten der Kirche die Hände wuschen und einen Meter Abstand zu ihrem Sitznachbarn halten sollten. Auf den Friedensgruß oder auf das obligatorische Küssen des Kreuzes durch die Gemeinde wurde verzichtet. Shoo sagte, er sei sich mit dem Präsidenten darüber einig gewesen, dass die Angst überwunden werden müsse.

Der Regional Commissioner der Kagera Region, Brigadegeneral Marco Gaguti, hat am 15. April in Bukoba der ELCT für ihre Unterstützung der Regierung in der Corona-Bekämpfung gedankt.

Staatspräsident bereitet sein Volk auf mögliche Lebensmittelknappheit vor

Staatspräsident John Magufuli hat am Karfreitag erneut eine Rede in einer Kirche gehalten. In seinem Heimatort im Chato District in Nordtansania bereitete er die Bevölkerung darauf vor, dass als Folge der Pandemie eine Lebensmittelknappheit wahrscheinlich sei. Daher sollten alle Tansanier hart arbeiten, um diese Herausforderung zu bewältigen.

Magufuli begründete seine Entscheidung, die Landesgrenzen von tansanischer Seite aus nicht vollständig zu schließen: Der Zugang der Nachbarstaaten zum Hafen in Daressalam müsse über die zentralen Transportkorridore weiterhin möglich sein.

Erneut ging der Präsident auch auf religiöse Fragen ein. Er sagte, dass durch die Kreuzigung Jesu Gott die Menschheit vor den weltweiten Desastern wie die Corona-19 Pandemie retten werde. Weiterhin ist Magufuli nicht bereit, Kirchen und Moscheen als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Virus vorübergehend schließen zu lassen.

Filmbeitrag des SPIEGEL vom 10.4.2020 zur aktuellen Lage in Afrika (Länge: 4 Min.)

Opposition fordert "Lockdown" für Tansania

Die Opposition in Sansibar und auf dem Festland fordert ein "Lockdown", um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Oppositionsführer Seif Shariff Hamad (Sansibar) verlangt nach Angaben von Ippmedia von der Regierung "ein totales Lockdown" und einen Aufruf an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben. Oppositionspolitiker auf dem Festland fordern zudem eine Zusammenkunft der Führer aller gesellschaftlichen Gruppen, um über die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Krise zu sprechen und gemeinsam zu überlegen, wie die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten werden könne.
 

Schließung von Bars in Daressalam. Gewaltsame Polizeieinsätze in Gaststätten

In mehreren belebten Stadtteilen von Daressalam dürfen seit dem 18. April nur noch Getränke "to go" verkauft werden. Einige Bars haben daraufhin ihren Betrieb eingestellt. Nach Medienberichten gab es bereits in verschiedenen Stadtteilen gewaltsame Polizeieinsätze gegen volle Bars und Gaststätten.

Regional Commissioner der Kagera Region verbietet alle Sport- und Freizeitaktivitäten

Der Regional Commissioner der Kagera Region, Brigadegeneral Marco Gaguti, hat alle Sport-, Freizeit- und Unterhaltungsaktivitäten verboten und die Polizei angewiesen, entsprechende Handlungen sofort zu unterbinden. Gaguti appellierte an die Eltern, die Schließung der Schulen nicht als zusätzliche Schulferien zu interpretieren und mit den Kindern in großen Gruppen am Strand zu spielen.

Neubau eines Corona-Krankenhauses in Rekordzeit

Mit Unterstützung der Armee will die Regierung kurzfristig ein Krankenhaus für Epidemie-Patienten bauen, das Platz für 200 Corona-Erkrankte bieten wird. 389 Soldaten sollen das Gebäude innerhalb von nur 6 Monaten bauen. Der erste Bauabschnitt wird laut Planung bereits am 30.4.2020 fertiggestellt sein. Das neue Hospital, dessen Baukosten mit 2,8 Millionen Euro angegeben wurden, liegt in Kisoka in der Nähe des Mloganzila Hospitals. Das Gebäude für 40 Corona-Patienten in Kibaha ist bereits in Betrieb.

District Commissioner verbietet Nachtmärkte

Der District Commissioner des Kahama Districts (Shiyanga Region) hat Lebensmittel-Nachtmärkte verboten. Nachts würden viele Marktbesucher das Händewaschen vor dem Verzehr von Speisen nicht beachten. Er verbot außerdem Spiele in der Öffentlichkeit wie Bao, Dame oder Kartenspiele.

Hauskontrollen im Mbeya District

Der District Commissioner von Mbeya hat am 16. April eine "House to House Campaign" angekündigt. Die Behörden werden demnach ab sofort in allen Häusern des Districts kontrollieren, ob Wassereimer, Seife und Desinfektionsmittel vorhanden sind. Bürger beschwerten sich indes, dass der Preis für einen Plastikeimer inzwischen von 5.000 TSH (ca. 2 EUR) auf 20.000 TSH (ca. 8 EUR) angestiegen sei. Dies könnten sich viele Familien nicht mehr leisten.
 

10 Mrd. USD Soforthilfe durch die afrikanische Entwicklungsbank

Die Afrikanische Entwicklungsbank stellt Afrika 10 Mrd. US-Dollar für den Kampf gegen den Coronavirus zur Verfügung. Bankpräsident Akinwumi Adesina erklärte, dass Afrika in einer schwierigen Zeit finanziell geholfen werden solle.

EU stellt Entwicklungsländern 15 Mrd. Euro in Aussicht

Die EU hat den Entwicklungsländern eine Corona-Hilfe in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Allerdings handelt es sich um umgewidmete Mittel aus anderen Projekten. Dem deutschen Entwicklungsminister Gerd Müller reicht das nicht.

Krisengipfel in China wegen Diskriminierung von Afrikanern

Am 9. April fand in Peking eine Krisensitzung des chinesischen Außenministers mit den afrikanischer Botschaftern statt. Es ging um die in sozialen Medien per Foto und Film dargestellten Diskriminierungen von in China lebenden Afrikanern. Es wird von Menschenrechtsverletzungen, Zwangsräumungen aus Wohnungen und Hotels sowie Vertreibungen von öffentlichen Plätzen, aus Kaufhäusern, Restaurants und Krankenhäusern berichtet. Hintergrund sei die Angst vor einer Einschleppung des Coronavirus aus Afrika. Der tansanische Botschafter Kairuki erklärte, dass ihm Verfolgungen von Tansaniern in China bislang nicht bekannt seien.
 

Daily News: "Wir sollten den Zahlen der Regierung vertrauen"

Die regierungsnahe Tageszeitung Daily News berichtete am 7. April, dass es in der Gesellschaft Kritik an der von der Regierung übermittelten Statistik gibt - vor allem, was die Zahl der Infektionen betrifft. Sie ist im Vergleich zum Nachbarland Kenia eher niedrig. Daily News ist jedoch der Meinung, dass "diese Zahlen verdeutlichen, dass die Ansteckung durch den Coronavirus nicht so schlimm ist wie befürchtet". Die Zeitung meint: "Wir sollten den Zahlen der Regierung vertrauen". Bespielhaft wurde aufgeführt, dass vor dem Betreten von Supermärkten, Krankenhäusern oder Kirchen vorsorglich die Körpertemperatur gemessen wird. In einer Kirche in Daressalam sei am vorletzten Sonntag bei drei Gottesdiensten mit insgesamt circa 3.000 Besuchern nicht in einem einzigen Fall Fieber festgestellt worden worden.
Daily News vom 7.4.2020

Manager von Diamond Platnumz: "Corona bedeutet nicht automatisch das Todesurteil"

Sallam Sharaf, der am Coronavirus erkrankte Manager von Tansanias Musik-Superstar Diamond Platnumz, ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er dankte Allah, den Ärzten, den Krankenschwestern und der Regierung für seine Heilung. Der verängstigten Bevölkerung müsse vermittelt werden, dass eine Corona-Erkrankung nicht automatisch das Todesurteil bedeute. Sharaf erklärte, er sei in Frankreich während der Europatournee seiner Band erkrankt, dann aber trotz des Corona-Verdachts noch kurzfristig mit dem Flugzeug über Zürich nach Daressalam geflogen.
 

Bill Gates: "Die armen und weniger reichen Länder jetzt nicht aus dem Auge verlieren"

Bill Gates appelliert, die armen und weniger reichen Länder jetzt nicht aus dem Blick zu verlieren. Bill Gates: "Indem wir Ländern in Afrika und Südasien helfen, sich jetzt vorzubereiten, können wir Leben retten und gleichzeitig die globale Verbreitung des Virus verlangsamen". Bill Gates will mit der Bill & Melinda Gates Stiftung mehrere Milliarden US-Dollar bereitstellen, um die Ausstattung für sieben erfolgversprechende Forschungsprojekte für eine Corona-Impfung zu finanzieren. Am Ende sollten dann die beiden erfolgreichsten Forschungen eine Anschlussfinanzierung erhalten.
The Blog of Bill Gates

David Alaba (Bayern München): "Das ist rassistisch"

Nicht nur David Alaba (Bayern München), dessen Vater aus Nigeria stammt, findet den Vorschlag französischer Wissenschaftler, einen möglichen Impfstoff gegen Corona in Afrika testen zu lassen, rassistisch. 
Artikel in der Welt vom 6.4.2020
 

Flüchtlingslager sollen abgeriegelt werden

Die Flüchtlingslager bei Kigoma am Tanganjikasee sollen von der Polizei hermetisch abgeriegelt werden, um bei einem möglichen Ausbruch von Corona die Verbreitung des Virus in die umliegenden Regionen zu verhindern. Ippmedia berichtete am vorletzten Samstag, dass dafür im Grenzgebiet zu Burundi auch alle LKWs auf Flüchtende überprüft werden sollen. Flüchtlinge, die sich nach Ansicht der Regierung illegal in Tansania aufhalten, werden auch weiterhin nach Burundi abgeschoben.

Ostafrikanische Gemeinschaft finanziert Tansania zwei mobile Teststationen

Tansania wird durch die Ostafrikanische Gemeinschaft mit zwei mobilen Teststationen ausgestattet, die vor allem im ländlichen Raum Corona-Tests durchführen sollen. In den Allrad-Fahrzeugen kann auch eine Erkrankung mit Ebola oder mit dem Marburgfieber festgestellt werden.

Daressalam richtet 24 Corona-Teststellen ein

Der Regional Commissioner von Daressalam, Paul Makonda, hat auf die täglich wachsende Zahl von Infektionen in der Millionenstadt reagiert und die Einrichtung von 24 Corona-Teststellen in 24 Stadtteilen angekündigt. Dadurch soll verhindert werden, dass Infizierte zur nächsten Gesundheitsstation laufen und dort weitere Personen anstecken. Die offiziellen Teststellen werden in bereits vorhandenen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen eingerichtet.

Tansania schreibt 610 neue Arztstellen aus

Die Regierung Tansanias hat 610 neue Arztstellen ausgeschrieben. Gesucht werden auch "Grade II Doktors" oder Ärzte mit Bachelor-Abschluss, die eine staatlich anerkannte Universität besucht haben und bereit sind, zur Bekämpfung des Coronavirus in einem Krankenhaus oder in einer Gesundheitsstation, insbesondere auch in ländlichen Regionen, zu arbeiten. Bereits Anfang des Jahres hatte der Staatspräsident die Schaffung von 1000 neuen Arztstellen angekündigt.

Besserer Schutz des Klinikpersonals und Unterbringungskonzept für Kliniken gefordert

Dr. Elisha Osati, Präsident der Medical Association of Tanzania (MAT), hat am 2. April auf einer Pressekonferenz in Daressalam einen besseren Schutz des Klinikpersonals und ein Unterbringungskonzept für Kliniken gefordert. Die Bemühungen der Regierung seien zwar "lobenswert", jedoch müsse dringend die Ausstattung des Personals mit Schutzkleidung erfolgen. Ferner sollten Patienten mit Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder mit Herzmuskelerkrankungen sowie ältere Patienten aus den großen Kliniken in kleinere Krankenhäuser verlegt werden, um sie zu schützen und um gleichzeitig ausreichend Platzkapazitäten für die zu erwartenden Corona-Patienten zu schaffen.

In verschiedenen Landesteilen Tansanias wurden Workshops für Krankenhauspersonal und Aufklärungskampagnen durchgeführt.

Parlamentsausschüsse fordern Strategie für die Wirtschaft

Mehrere Parlamentsausschüsse haben die Regierung aufgefordert, eine Strategie zu entwickeln, wie die Coronakrise in Tansania wirtschaftlich aufgefangen werden kann. Die Regierung müsse sich mit Unternehmern, Händlern etc. treffen und mögliche Maßnahmen wie Steuersenkungen oder die Stundung von Krediten besprechen. Es gehe um den Verlust von Arbeitsplätzen und die Schließung von Betrieben. Aktuell besonders betroffen sei die Tourismusindustrie.
 

Deutscher Entwicklungsminister Müller: Afrika jetzt nicht alleine lassen

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) betont, dass der Westen die Länder Afrikas jetzt nicht alleine lassen dürfe. „Die Staatengemeinschaft muss schnell liefern“, schrieb Müller in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Neben millionenschweren Soforthilfen will der CSU-Politiker praktische Unterstützung bereitstellen – etwa bei der Schulung von Labor- und Klinikpersonal.

Viel Hoffnung setzt Müller auf „Corona-Tools“: In Deutschland entwickelte Apps, mit denen „Informationen über Infizierte und Kontaktpersonen in Echtzeit schnell und unkompliziert“ weitergegeben werden können – für ein besseres „Management und Monitoring“ der Coronakrise.  Aus: Der Tagesspiegel vom 29.3.2020

2 Mrd. US-Dollar der UN für Entwicklungsländer

Die UN stellt 2 Mrd. US-Dollar bereit, um Entwicklungsländer im Kampf gegen den Coronavirus zu unterstützen. Das Geld soll vor allem für Testgeräte, medizinisches Equipment und den Schutz des medizinischen Personals verwendet werden. Außerdem für Kommunen mit Flüchtlingsunterkünften und -lagern.

Oxfam, der internationale Verbund von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, verlangt ein Schuldenmoratorium für afrikanische Länder.

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat am 1. April in Genf einen Schuldenerlass für ärmere Länder gefordert. Nur so seien sie in der Lage, die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen der Pandemie zu bewältigen. Ghebreyesus: "Wir müssen zusammenstehen, um dieses unbekannte und gefährliche Virus zu bekämpfen".
"Afrika: Millionen Jobs durch Corona in Gefahr" Deutsche Welle vom 6.4.2020

Die tansanische Opposition fordert ein Versorgungskonzept für die arme Bevölkerung.
 

Abgelaufene Visa und Reisepässe von Ausländern können verlängert werden

Abgelaufene Reisepässe von Ausländern, die wegen der Coronakrise das Land nicht verlassen können, werden auf Antrag um einen Monat verlängert, Visa im Notfall um drei Monate.

Weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni

Deutschland hat bis Ende April eine weltweit gültige Reisewarnung ausgesprochen, die Touristen eine kostenlose Stornierung ihrer Pauschalreise ermöglicht. Die Reisewarnung wurde vom Auswärtigen Amt bis zum 14. Juni verlängert.
 

Tourismus am Boden

Die immer noch gültige 14-tägige Quarantäne für einreisende Ausländer und die Einstellung des kompletten Flugverkehrs durch die Regierung hat den Tourismus komplett zum Erliegen gebracht. Tanzania Tourist Board (TTB) bittet die Touristen angesichts dieser Situation um "Verschiebung statt Absage".

Neben den Hotels, Restaurants, Lodges, Sehenswürdigkeiten und Kunsthandwerksläden sind auch die Konferenzzentren in Arusha betroffen. Die Großstadt hängt zu 70 % von den Einnahmen aus dem Tourismus ab, 40 % der Arbeitsplätze befinden sich in diesem Bereich. Hinzu kommt dann auch noch der Corona-bedingte Niedergang der tansanischen Blumenindustrie, die keinen Absatz mehr auf dem europäischen Markt findet.

Tourismusbranche fordert Rettungspaket

Tansanische Tourismusverbände fordern von der Regierung für ihren Bereich ein nationales Rettungspaket. Der Tourismus mit seinen angestrebten 2 Millionen Besuchern im Jahr 2020 sei komplett zusammengebrochen. Die Zahl der Serengeti-Besucher ist um 99,6 % von durchschnittlich 6.000 auf 24 pro Tag gesunken. Sansibar bezieht 80 % seiner ausländischen Einnahmen aus dem Tourismus. Gefordert werden Kredite, Steuersenkungen bzw. -befreiungen, reduzierte Pachtkosten und eine weltweite PR-Kampagne für den tansanischen Tourismus nach dem Ende der Pandemie. In Tansania gibt es über 500 Reiseveranstalter. Betroffen sind aber auch Hotels, Lodges, Restaurants, Souvenirshops, Guides, Autofahrer, Busunternehmen u.a.m.
 

Viel beachtete Rede von Magufuli in vollbesetzter Kirche

In der vollbesetzten St. Paul's Catholic Church in Dodoma hat der Staatspräsident am 29. März eine viel beachtete Rede gehalten, in der er die Tansanier aufforderte, hart weiterzuarbeiten und sich nicht entmutigen zu lassen. Die Regierung werde im Kampf gegen das Virus nicht aufgeben. Magufuli: "Ich glaube, dass die Seuche von Satan gebracht wurde, und der einzige Weg, diesen Kampf zu gewinnen, geschieht durch Gott." Er fuhr fort: "Wir haben uns gegenseitig mit Covid-19 Angst gemacht, als gäbe es keine andere Seuche, die Menschen tötet: Aids, tötet, Krebs tötet, Autounfälle töten viele Menschen." Ansonsten sei in Tansania bislang noch nichts Schlimmes passiert, und durch den Glauben an Gott gehe die Seuche vorbei wie ein böser Geist. Die Opposition kritisierte die Rede und forderte, wie in Uganda, Ruanda und Kenia Gottesdienste zu untersagen.

"Coronavirus in Tansania: Der gottgläubige Präsident"
TAZ vom 1.4.2020

 

Rückreise aller Weltwärts-Freiwilligen

Angesichts der sich stetig verschärfenden Situation um die weltweite Ausbreitung des Corona Virus hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Rücksprache mit dem Auswärtigen Amt alle im Ausland befindlichen Freiwilligen nach Deutschland zurückgeholt.
Weitere Infos auf der Homepage von Weltwärts

Ausreisegenehmigung für Tansanier nur noch in dringenden Fällen / Einreisestopp der EU

Tansanier dürfen nur noch in nachweislich dringenden Fällen das Land verlassen. Dies gilt auch für Mitglieder der Regierung. Durch die Schließung der EU-Grenzen können bis Ende April aber sowieso keine Tansanier mehr nach Deutschland oder Österreich einreisen.


Hinweis

Verfügen Sie über eigene neue Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Tansania? Oder sollten an den o.a. Infos Korrekturen vorgenommen werden? Bitte teilen Sie uns dies mit. Herzlichen Dank vorab!
 


Links (Tansania)

Links (Afrika)


Weitere Medienberichte der letzten 2 Wochen zur Situation in Afrika:

"Afrika: wie die Corona-Pandemie die Krisen verschärft" (Film, 5 Min.)
SWR vom 20.5.2020

"Viel Lob für afrikanische Corona-Politik – aber auch viele Zweifel an den Zahlen"
Der Standard vom 20.5.2020

"Wahlen in Burundi trotz Covid-19"
Idowa vom 20.5.2020

"Kenia: Clever gegen Corona: Innovationen zur Bekämpfung von COVID-19"
afrika.info vom 19.5.2020

"Corona: Zahl der Hungernden könnte sich in Teilen Afrikas verdoppeln"
evangelisch.de vom 19.5.2020

"Was die Corona-Ausbreitung in Afrika hemmt"
Kurier vom 17.5.2020

"COVID-19: Afrika als Forschungsstandort"
Deutsche Welle vom 16.5.2020

"Wilderei in Corona-Zeiten: Afrikas Nashörner besonders bedroht"
RND vom 16.5.2020

"Hunger für die Armen bedrohlicher als Corona"
Deutsche Welle vom 15.5.2020

"Burundi wirft WHO-Experten aus dem Land"
Deutsche Welle vom 14.5.2020

"Güterverkehr in Ostafrika: Corona auf dem Beifahrersitz"
TAZ vom 14.5.2020

"CoronAfrika: Serengeti & Co fehlen die Touristen"
"Fair unterwegs" vom 14.5.2020

"Afrika will Corona mit traditioneller Medizin heilen Wundermittel, Gift, oder beides?"
domradio.de vom 14.5.2020

"Corona macht auch Fairtrade-Pionier Gepa zu schaffen"
Süddeutsche Zeitung vom 13.5.2020

"Afrika: Möglicher Gewinner im Lieferketten-Monopoly?"
Deutsche Welle vom 13.5.2020

"Südafrika in der Corona-Krise: Inkompetenz und mutwillige Zerstörung - Regierung in der Kritik"
Frankfurter Rundschau vom 13.5.2020

"Arzneimittelfälscher nutzen die Angst vor Corona"
Medizin-Aspekte vom 13.5.2020

"Die Angst ist groß in Afrika"
swp.de vom 12.5.2020

"Deutsche Welle: Stark steigende Nutzungszahlen in Afrika seit Ausbruch der Corona-Pandemie"
Deutsche Welle vom 12.5.2020

"Wie afrikanische Politiker in der Coronakrise alte Klischees widerlegen"
Der Tagesspiegel vom 11.5.2020

"Der afrikanische Fußball muss warten"
Deutsche Welle vom 11.5.2020

"Kräutertee gegen Corona?"
FAZ vom 11.5.2020

"WHO rechnet im schlimmsten Fall mit bis zu 190.000 Corona-Toten in Afrika"
Deutschlandfunk vom 10.5.2020


Afrika im Blick der Deutschen Welle