Die "Hermann-Schulz-Afrika-Homepage"

Hermann Schulz wurde am 21.7.1938 als Sohn eines Missionars in Nkalinzi/Ostafrika geboren. Kindheit und Jugend verlebte er im Wendland und am Niederrhein. Nach Schule und Buchhandelslehre verbrachte er einige Monate im Vorderen Orient. Seit 1960 lebt er in Wuppertal. 1967 wurde er Leiter des Peter Hammer Verlages als Nachfolger von Johannes Rau. Sein verlegerisches und persönliches Engagement galt in den 70er und 80er Jahren vor allem der Literatur Lateinamerikas und der politischen Entwicklung Nicaraguas.

Zahlreiche Auszeichnungen

Für seine verlegerische Arbeit erhielt Hermann Schulz 1981 den Von der Heydt-Kulturpreis der Stadt Wuppertal. 1998 wurde ihm vom P.E.N.-Zentrum Deutschland die Hermann-Kesten-Medaille zuerkannt. 1999 wurde ihm der "Kunst- und Kulturpreis der internationalen Verständigung" verliehen. 2018 zeichnete ihn die Bergische Universität Wuppertal mit der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften aus.

Mehrere Romane zum Thema Tansania

Neben zahlreichen anderen, mehrfach preisgekrönten Kinder- und Jugendbüchern hat Hermann Schulz bislang Romane zum Thema Tansania veröffentlicht, darunter auch mehrere Kinder- und Jugendromane.

Aus Anlass seines 70. Geburtstages widmete ihm der Evangelische Pressedienst (EPD) die folgenden Zeilen:
 


Mein Vater, der Missionar

Völlig abgebrannt und todkrank blieb dem Afrika-Missionar nur noch sein Gewehr. Das wollte er 1938 in Daressalam noch schnell verkaufen und sich dann mit seiner Familie nach Europa einschiffen. Sein Jüngster, Hermann Schulz, war erst wenige Wochen alt. „Meine Eltern wollten nur noch meine Geburt abwarten, bevor sie sich auf die Heimreise machten“, sagt der jüngste Sohn des Missionars, der in Wuppertal Verlagsleiter und Schriftsteller wurde. Am 21. Juli wird er 70 Jahre alt – und ist auf Spurensuche.

Sein Vater Wilhelm Schulz starb während der Heimreise in Tübingen an Magenkrebs. In Afrika hatte er es 1938 noch geschafft, das Gewehr für drei wertvolle Säcke Kaffee einzutauschen. „Nur wie?“, rätselt Hermann Schulz: „Die Weißen hatten alle Gewehre, und es war verboten, Gewehre an Schwarze zu verkaufen.“

Über die Leidenschaft der Missionare

Schulz schreibt ein Buch über seinen Vater, der in den 20er Jahren mit der evangelikalen Neukirchener Mission ins heutige Tansania gegangen war. Es ist eine Annäherung. Mehr als 800 Seiten Briefe und Aufzeichnungen des Vaters hat Schulz durchgesehen. Der Autor mit dem kurzen weißen Haar, der geschieden ist und selbst drei Kinder und vier Enkelkinder hat, entdeckt seinen Vater. Aber er will auch schreiben über die Leidenschaft der Missionare, ihre Enttäuschungen und die Depressionen, in die sie versanken. „Davon weiß man wenig.“

Schulz selbst war zunächst auf Distanz gegangen. „Ich war umzingelt von Missionarswitwen“, sagt er über seine Kindheit. „Das war schon echt der Härtetest.“ Mit 15 ging er eigene Wege, machte eine Buchhändlerlehre, arbeitete im Bergbau, reiste in den Orient. Den Vater hat er nicht vermisst, das kam erst viel später, als er die Vaterlosigkeit der Generation der Kriegskinder entdeckte.
 

Die Sehnsucht nach einem liebenden Vater

Schulz ist ein Erzähler. Er hat mehr als ein Dutzend Bücher verfasst, vor allem Kinder und Jugendbücher. Titel wie „Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt“, „Iskender“ und „Flucht durch den Winter“ spielen in Afrika, in der Türkei oder in der Nazi-Zeit. Unter anderem wurde sein Bilderbuch „Die schlaue Mama Sambona“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Die Sehnsucht nach einem liebenden Vater zieht sich durch sein Werke. Auch sein Bestseller „Auf dem Strom“, mehr als 300.000 Mal verkauft und in sieben Sprachen übersetzt, ist ein Vater-Buch: Ein Afrika-Missionar versucht durch eine abenteuerliche Flussfahrt seine kranke Tochter zu retten – er lernt sie und Afrika neu kennen.

Schulz wurde zum Pionier

Schulz hat spät mit dem Schreiben begonnen. Zusammen mit dem SPD-Politiker und späteren Bundespräsidenten Johannes Rau gründete Schulz den Peter-Hammer-Verlag, den er von 1967 bis 2001 leitete. Schulz wurde zum Pionier, indem er Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Deutschland bekanntmachte.
 

Der "Herzensfreund" von Ernesto Cardenal

In den 60er Jahren entdeckte Schulz den nicaraguanischen Priester und Dichter Ernesto Cardenal für Deutschland, der ihn einen „Herzensfreund“ nennt. Schulz müsste zum Nicaraguaner ehrenhalber ernannt werden, schreibt der heute 83-jährige Cardenal „in Dankbarkeit“ zum 70. Geburtstag. Dass Nicaragua inzwischen in Korruption und Machtmissbrauch abrutschte, hat Schulz ernüchtert, aber nicht zum Zyniker gemacht.

Immer ein Bezug zu wahren Begebenheiten

Trotz der engen Verbundenheit mit Nicaragua findet der Autor seine Geschichten zumeist in Afrika. Alle seine Bücher haben einen Bezug zu wahren Begebenheiten: „Die Geschichten fliegen mir zu und setzen sich wie Vögelchen in einen Busch.“ Manchmal bleiben sie jahrelang verborgen. Schulz schildert das Schreiben als ein „fast magisches Erleben“. Kaum ist eine Erzählung fertig, „steht die nächste Geschichte vor der Tür und meldet sich“.

epd, d73386/17.7.2008
 


Hermann Schulz, "Auf dem Strom"

Hermann Schulz, "Auf dem Strom"
DTV, München 2018 (Neuausgabe)
144 S., 14,95 EUR (gebunden), 6,50 EUR (TB)
 

Hermann Schulz, "Auf dem Strom" (Sonderausgabe)
Carlsen Verlag, Haburg 2012
141 S., 6,95 EUR Deutschland, 7,20 EUR (Österreich)

Hermann Schulz, "Auf dem Strom" (TB)
Süddeutsche Zeitung, Junge Bibliothek
München, 2006, 139 S., 4,90 EUR (vergriffen)

Hermann Schulz , "Auf den Strom"
Carlsen Verlag, Hamburg, 1998 (3. Auflage 2005)
136 S., 12,00 EUR

Hermann Schulz , "Auf den Strom" (Großdruck)
Verlag Piper, München, 2003
156 S., 14,90 EUR

Hermann Schulz , "Auf den Strom" (TB)
Verlag Piper, München, 4. Auflage 2000
122 S., 6,90 EUR

Hermann Schulz , "Auf den Strom" (Audio CD)
Gelesen vom Autor, gekürzte Fassung
Musik: Francis Bebey
Verlag Piper, München, 2000
163 min (3 CDs), 19,90 EUR

Buchbesprechung

Rezension (FAZ)
Rezension (Die Zeit)

"Literatur für den Religionsunterricht: 'Auf dem Strom'"
Von Mirjam Zimmermann

Auszeichnungen

2005: "Prix de Lecteurs", Literaturpreis der Stadt Le Mans/Frankreich
2001: Nominierung für den UNESCO-Jugendbuchpreis
1999: "Silberne Feder", Deutscher Ärztinnenbund
1998: "Buch des Monats", Akademie für Jugendliteratur
 


Wenn Dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt

Hermann Schulz , "Wenn Dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt"
Aladin, Hamburg 2017 (Neuausgabe)
144 S., 11,95 EUR

Hermann Schulz "Wenn Dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt" (Hörbuch)
Hörcompany, Hamburg, 2004
Audio-CDs, 15,90 EUR

Buchbesprechung

"Aladins Lesezimmer" mit Hermann Schulz
Hermann Schulz liest aus "Wenn Dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt", Film, 3.13 Min. (8.3.2018)

Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt
Didaktisches Material des Peter Hammer Verlags zu Ostafrika für die Sekundarstufe 1

Rezension (Süddeutsche Zeitung)
Rezension (FAZ)
 

Hermann Schulz, "Simba akikuuliza saa" (Übersetzung in Kisuaheli)
Hrsg. Freundeskreis Bagamoyo e.V., Beckum 2010 (2. Auflage)
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
95 S., 11 EUR
Weitere Infos zur Kisuaheli-Ausgabe
 

Auszeichnungen:

2016 Jungenleseliste (8-12 Jahre, MANNdat e.V.)
Begründung: 
"Auch ein Hörbuch kann die Lesekompetenz oder die Sprachkompetenz von Jungen verbessern helfen. Hier handelt es sich um einen Jungen, der über sich hinaus wachsen muss, um seinem Vater zu helfen. Ein Buch über einen starken Jungen für starke Jungen."

2005 Deutscher Hörbuch Preis (Sparte „Bestes Kinder- und Jugendhörbuch“)
Aus der Begründung der Jury:
"Die Audioversion von 'Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt' führt die Stärken der 2002 erschienenen Buchvorlage von Hermann Schulz kongenial fort. Die kenntnisreiche und unprätentiöse Schilderung des Alltagslebens am Tanganijkasee wird vom Münchner Schüler Tristan Rehrl in der Rolle des zwölfjährigen Temeo lebendig interpretiert. Rehrl versteht es, jene Balance zwischen Ironie und Schicksal herzustellen, mit der Temeo die bedrohliche Situationen für sich und seine Familie meistert. Ohne erhobenen Zeigefinger und pädagogische Keule wird auf diese Weise eine Brücke in die afrikanische Lebenswirklichkeit jenseits der Fernsehbilder von Kriegen und Seuchen geschlagen."

2005 Nominierung für den Deutschen Hörbuch Preis (Sparte „Best of all“)
2003 Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis (Sparte Kinderbuch)
2003 Aufnahme in die Empfehlungsliste des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises

Übersetzungen des Buches sind im Jahre 2004 auch in Frankreich, Spanien und China veröffentlicht worden.


Lady Happy und der Zauberer von Ukerewe

Hermann Schulz: Lady Happy und der Zauberer von Ukerewe
Mit Bildern von Barbara Yelin
Aladin Verlag, Hamburg 2016
208 S., 12,95 Euro

Buchbesprechung
 


Die Nacht von Dar es Salaam

Hermann Schulz, „Die Nacht von Dar es Salaam"
Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt/M. 2014, 196 S., 19,90 EUR

Rezension (Westdeutsche Zeitung)
Rezension (Wuppertaler Rundschau)
 


Mandela & Nelson

Hermann Schulz, "Mandela & Nelson"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2013 (6. Auflage)
128 S., 9,90 EUR (gebunden), 5,99 EUR (TB)

Hermann Schulz „Mandela & Nelson“
Sprecher: Axel Prahl
Hörcompany, Hamburg 2010
Audio CD, 2 CDs, 120 Min., 14,95 EUR

Besprechung und didaktische Hinweise
lesen.bayern

Film-Interview mit Hermann Schulz über sein Buch "Mandela & Nelson"
lit. COLOGNE: lettratv vom 15.3.2010 (7.12 Min.)

Rezension (NZZ)

Auszeichnungen:

2012 Prix Sorcières (französischer Jugend-Literaturpreis)
2013 Prix Kilalu (Kinderbuchpreis der Stadt Ivrysur, Frankreich)
 


Mandela & Nelson. Das Rückspiel

Hermann Schulz, "Mandela & Nelson. Das Rückspiel"
Aladin-Verlag, Hamburg, 2013
157 S., 11,90 EUR (D), 12.30 EUR (A), gebunden

Hermann Schulz „Mandela & Nelson. Das Rückspiel“
Sprecher: Axel Prahl
Hörcompany, Hamburg 2010
Audio CD, 2 CDs, 120 Min., 14,95 EUR   

Buchbesprechung

Weitere Rezensionen (FAZ, Süddeutsche Zeitung)
 


Die schlaue Mama Sambona

Hermann Schulz, "Die schlaue Mama Sambona"
Mit Illustrationen von Tobias Krejtschi
Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 2007
24 S., 13,90 EUR
(Bilderbuch für Kinder)

Rezension (Süddeutsche Zeitung)
Rezension (Die Zeit)
Rezension (KinderundJugendmedien.de)
 

16 Ausschnitte (Lieder und Tänze) aus dem Kindermusical "Die schlaue Mama Sambona"
Kindermusical von Wolfgang König (Musik) und Veronika te Reh (Text) nach Motiven von Hermann Schulz. Mitschnitt einer Aufführung der Musikschule Beckum-Warendorf aus der Stadthalle Ahlen 2009 unter der Leitung der Autoren. Mit Mitwirkenden aus dem Kreis Warendorf und aus Bagamoyo (Tansania).

"Mama Sambona: Ein Bilderbuch-Leben ist bühnenreif" (Westdeutsche Zeitung vom 23.8.2009)
 


Leg nieder dein Herz

Hermann Schulz , "Leg nieder dein Herz"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2005
200 S., 13,90 EUR
 

Auszeichnung:

"Jugendbuch des Monats" der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur März 2006

Buchbesprechung
 


Dem König klaut man nicht das Affenfell

Hermann Schulz , "Dem König klaut man nicht das Affenfell"
Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 2003
127 S., 11 EUR

Buchbesprechung

Rezension (Frankfurter Rundschau)
 


Zurück nach Kilimatinde

Hermann Schulz , "Zurück nach Kilimatinde"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2003
240 S., 14,50 EUR

Hermann Schulz , "Zurück nach Kilimatinde"
Piper Verlag, München, 2005 (TB)
237 S., 7,90 EUR


Auszeichnungen:

2004: Aufnahme in die Empfehlungsliste des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises Kriterium der Nominierung ist, "dass die Titel beispielhaft und altersgemäßreligiöse Erfahrungen vermitteln" oder sich "mit grundlegenden Fragen dermenschlichen Existenz beschäftigen wie Leben und Sterben, Krieg und Gewalt,Verantwortung sowie Schuld und Vergebung".

2003: "Bester deutscher Erzähler", Ehrentitel der Salzburger Nachrichten
2003: "Bestenliste der Kinder- und Jugendbücher", Salzburger Nachrichten
Begründung der Jury: "Hermann Schulz wurde 1938 in Ostafrika geboren, und von Afrika ist er, der seine Jugend in Deutschland verbracht hatte, nie losgekommen. So ist dieser Roman nicht nur eine Vater-Sohn-Geschichte, sondern auch eine, die von afrikanischen Verhältnissen erzählt. Ein junger Mann reist nach Tansania, wo er nach langen Jahren die Begegnung mit seinem Vater sucht und in ausdauernden Gesprächen die Vergangenheit des jetzt gebrochenen Mannes ausfindig macht. Das Porträt eines aufrechten Menschen."

2003: "Die besten 7 Bücher für junge Leser", Deutschlandfunk/FOCUS (Oktober)
2003: Empfehlung der Luchs-Jury DIE ZEIT, Radio Bremen (Oktober 2003)
2003: "Die Kinder- und Jugendbuch-Liste" (Herbst)

Buchbesprechung
 


Pixie-Bücher von Hermann Schulz

Hermann Schulz, "Temeos Länderspiel"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2011
28 S., 0,95 EUR

Hermann Schulz, "Temeo und sein Freund, der Zauberer"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2002
28 S., 0,95 EUR

Buchbesprechung
 

Hermann Schulz, "Temeo und der König Tonder"
Carlsen Verlag, Hamburg, 2000
28 S., 0,95 EUR

Buchbesprechung
 


Links

Hermann Schulz in Wikipedia

Nachruf von Hermann Schulz zum Tod von Ernesto Cardenal
Christliche Initiative Romero. CiR, am 9.3.2020

"Zum 80sten des preisgekrönten Verlegers und Schriftstellers Hermann Schulz"
domradio.de vom 21.10.2018

"Ein Verleger mit drei Leben"
Süddeutsche Zeitung vom 13.9.2018


Hermann Schulz zum 80. Geburtstag: "In der Begegnung mit dem Fremden das Eigene entdecken"
Deutschlandfunk vom 21.7.2018

"Es ging immer um gut lesbare Geschichten"
Westdeutsche Zeitung vom 21.7.2018

"Hermann Schulz: Ausgezeichnet mit dem Ehrendoktor"
Wuppertaler Rundschau vom 30.4.2018

"Auf dem Strom"
ORF, Ö1 vom 8.4.2017

"Missionare im Stammbaum"
Gespräch in Deutschlandfunk Kultur vom 14.12.2016 mit Hermann Schulz und Tilmann Prüfer (Autor von "Der heilige Bruno")

Künstler-Talk mit Hermann Schulz (Film)
Filmtal Wuppertal vom 17.4.2009

"Erlebte Geschichten mit Hermann Schulz"
WDR-Radiosendung vom 10.10.2004

"Kinderliteratur im Gespräch"
Lesezeichen. Mitteilungen des Lesezentrums der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Heft 13/2003