Experten warnen vor einer Umsiedlung der historischen Fußabdrücke von Laetoli

Bekannte Paläontologen und Archäologen haben sich gegen Überlegungen ausgesprochen, die berühmten und einzigartigen 3,6 Millionen Jahre alten menschlichen Fußabdrücke in einem alten Flussbett bei Laetoli im Ngorongoro Wildschutzgebiet in ein entferntes Museum zu verlegen. Die tansanische Tageszeitung 'The Citizen' berichtete über eine Warnung der Experten vor einer Zerstörung des einmaligen Kulturerbes.

„Die Fossilien sind von Natur aus spröde, was bedeutet, dass sie leicht brechen können, weil sie auch Natrocarbonatit enthalten. Wir werden sie zerstören, sobald wir daran denken, sie umzusiedeln“, zitierte 'The Citizen' gestern den Archäologen Charles Saanane zu Beginn der 8. Konferenz der Eastern African Association for Palaeoanthropology und Paläontologie (EAAPP).

Experten schlagen Bau eines Museums in Laetoli vor

Saanane schlug stattdessen vor, an der Fundstelle der Fußspuren ein Museum zu bauen. Auch Emmanuel Kessy von der Universität  Daressalam sprach sich für ein Museum in Laetoli aus, das zu einer großen Touristenattraktion werden könne.

Entdeckung der Fundstätte im Jahr 1935

International bekannt wurde die historische Fundstätte im Jahr 1935, als Louis und Mary Leakey in der Olduvai-Schlucht tätig waren und von einem Einheimischen namens Sanimu auf die Fossilien von Laetoli aufmerksam gemacht wurden.

1978 entdeckte der Chemiker Paul Irving Abell, Mitglied des Teams von Mary Leakey, die zwei parallel verlaufenden Spuren von aufrecht gehenden Individuen der Hominini, die über mehr als 20 Meter hinweg erhalten geblieben waren. Später wurden weitere hominine Fußabdrücke gesichert, so dass heute rund 70 bekannt sind.

Fußabdrücke bis heute versiegelt

Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchung wurden die Fußabdrücke 1979 zum Schutz vor Witterungseinflüssen abgedeckt und später unter mehreren Schichten Sand und Erde versiegelt. Sie sind daher bis heute nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.