Der erste Besuch in Bagamoyo seit anderthalb Jahren

Im Sommer 2021 hat Helga Rohden, ehemalige Rektorin der Marienschule in Ahlen und Koordinatorin des Netzwerks zur Unterstützung der Mwambao Primary School in Bagamoyo, erstmals nach mehr als anderthalb Jahren wieder die Partnerschule in Tansania besucht.

Vollständig geimpft und getestet traf Rohden im Sommer in Bagamoyo ein und war erst einmal gespannt, ob der Aufruf von Staatspräsidentin Samia Suluhu Hassan, alle empfohlenen Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten, im tansanischen Alltag tatsächlich umgesetzt wird. Leider war jedoch nicht zu übersehen: Auf den Straßen wurden weder Masken getragen noch Abstände eingehalten. Auch die Busse zwischen Daressalam und Bagamoyo waren so voll und die Menschen so ungeschützt wie immer.

Die große Angst der Bevölkerung vor der Impfung

Helga Rohden merkte sehr schnell in ihren Gesprächen mit Lehrern, Handwerkern, Geschäftsleuten oder auch mit dem Bedienungspersonal in Restaurants, dass die Gedanken des vor einem halben Jahr verstorbenen Staatspräsidenten und Coronaleugners John Magufuli noch überall in den Köpfen der Menschen vorhanden waren. Ein Jahr lang hatte er behauptet, dass es kein Covid-19 in Tansania mehr gibt und dass Schutzmasken, Tests und Impfungen vergiftet sind und die Menschen nur krank machen.

Entsprechend haben auch viele Bewohner von Bagamoyo bis heute große Angst vor der Impfung. Es sind zwar ausreichend Impfstoffe von Johnson & Johnson im Bagamoyo District Hospital vorhanden, sie werden aber von der Bevölkerung kaum in Anspruch genommen. Wie im gesamten Land liegt auch in Bagamoyo die Impfquote immer noch bei unter 1 Prozent.
 

Aufklärungsarbeit müsste an erster Stelle stehen

Aufklärungsarbeit müsste daher nach Auffassung von Rohden an erster Stelle stehen, und sie begann daher gleich nach ihrer Ankunft in Bagamoyo, Gespräche mit dem Lehrerkollegium zu führen und das richtige Aufsetzen von Masken zu üben. Mehrere hundert Masken hatte die ehemalige Rektorin im Gepäck – darunter auch Spenden einer Apotheke aus Beckum und eines Nähkurses der VHS Ahlen.

Aber es lagen nicht nur Masken im Fluggepäck. Dank einer Privatspende konnten die Jungen- und Mädchenteams der Partnerschule mit Fußbällen und Trikots ausgestattet werden.
 

Renovierungsmaßnahmen an der Mwambao Schule

Und auch auf dem Schulgelände gab es einiges zu tun: So wurden zwei versandete Pumpen ersetzt und neue Zuleitungen zu den Toiletten und zur Versammlungshalle gelegt. Der nach einem Erdrutsch verschüttete Müllverbrennungsofen wurde freigeschaufelt und ebenfalls wieder instandgesetzt. Es galt auch, zahlreiche Türen zu renovieren, darunter die große Eingangstür zu dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1896. Bei den Malerarbeiten an den Außenwänden der Schule und im Toilettenbereich konnte selbst der Malermeister von der Sinnhaftigkeit einer Corona-Schutzmaske überzeugt werden.
 

Renovierung des Musik-Unterichtsgebäudes am College of Arts (TaSUBa)

In Absprache mit dem Freundeskreises Bagamoyo gab es auch ein Gespräch mit der Leitung des Bagamoyo College of Arts. Noch im Oktober soll mit der Renovierung eines verfallenen Gebäudes auf dem College-Gelände begonnen werden, damit hier anschließend Musikunterricht durchgeführt werden kann. Seit dem vergangenen Jahr haben zahlreiche Menschen aus Deutschland für die Realsierung dieser Maßnahme gespendet.

Bei einer Begegnung mit dem auch unter deutschen Tansaniafreunden sehr bekannten Pantomimen Nkwabi erzählt dieser, dass er gegenwärtig rund um die Uhr mit Dreharbeiten für eine neue TV-Soap beschäftigt ist. Natürlich spielt der landesweit bekannte TV-Star in der neuen Serie auch wieder die Hauptrolle.
 

Tägliche Versorgung von 700 Schülern mit einer warmen Mahlzeit

Auch nach der Rückkehr in den Kreis Warendorf wurde in den letzten Wochen die weitere Unterstützung der Partnerschule in Bagamoyo fortgesetzt. So bei der Durchführung eines Lerncamps für die Siebtklässler zur Vorbereitung auf das Abschlussexamen oder die aus vielen Einzelspenden finanzierte tägliche Versorgung von 700 Schulkindern mit einer warmen Mahlzeit.

Blieb die Frage an Helga Rohden, wann der nächste Flug nach Bagamoyo startet. Die Antwort kam schnell: „Die Koffer sind schon gepackt!“