Jerusalema: Globaler Sommerhit aus Afrika in Corona-Zeiten

Ein musikalischer Ohrwurm aus Südafrika erobert derzeit die Welt. Der Song „Jerusalema“ wird von DJ Master KG und Nomcebo Zikode in der Zulu-Sprache gesungen und hat sich mit bereits über 81 Millionen YouTube-Aufrufen (Stand: 16.8.) zum globalen Sommerhit in Corona-Zeiten entwickelt. Nach Zeitungsberichten „tanzen weltweit Menschen mit den gleichen Bewegungen in Hinterhöfen, Quarantäne-Unterkünften, Kirchen, Slums, Krankenhäusern und auf Parkplätzen“.

Der „eingängige Mitmach- und Mutmach-Song“ erlebte seine Premiere zwar bereits Ende 2019, setzte sich jedoch erst nach Ausbruch der Pandemie durch und stürmte in den vergangenen Wochen weltweit die Charts.

"Ein spiritueller Ort, an dem man Frieden findet"

Der gospelähnliche Song hat einen religiösen Inhalt und besingt die Schönheit Jerusalems, wobei mit Jerusalem nach Angaben von Sängerin Nomcebo Zikode „ein spiritueller Ort gemeint ist, an dem man Frieden findet, es keine Sorgen, sondern nur Glück und fröhliche Menschen gibt.“

Im Gegensatz zum tansanischen Staatspräsidenten, der immer wieder öffentlich behauptet, dass Gott die Tansanier durch ihr Beten (im Gegensatz zum folgerichtig offensichtlich unzureichenden Glauben in allen anderen vom Coronavirus betroffenen Ländern) weitgehend von Corona verschont habe, wird im Text von „Jerusalema“ nach Aussage der südafrikanischen Musiker ganz allgemein „Gottes Schutz und Führung erbeten“. Der junge Musiker DJ Master KG kommt aus der vom Coronavirus ganz besonders betroffenen Limpopo-Provinz in Südafrika.
 

Auch wenn die Tänzer und Tänzerinnen im Musikvideo recht dicht beieinander stehen, kann das Lied „coronagerecht“ auch mit der nötigen „sozialen Distanz“ zu anderen Menschen getanzt werden. Die Tanzschritte, die in dem Video zu sehen sind, wurden von südafrikanischen und später auch von angolanischen Tänzern entwickelt.

Kultur-Botschafter Südafrikas

Bis zum Jahresende soll die magische Grenze von 100 Millionen YouTube-Zuschauern geknackt werden. In der letzten Woche wurden die Musiker vom südafrikanischen Kulturminister Nathi Mthethwa als „Kultur-Botschafter Südafrikas“ ausgezeichnet – Botschafter, die wegen der Pandemie derzeit ihr Land nicht verlassen können.

Zum Song "Jerusalema"