Gigantisches Zuckerrohr-Projekt nördlich von Bagamoyo

Über 500 Millionen US-Dollar werden in den Bau eines riesigen Zuckerrohrprojekts ca. 20 km nördlich von Bagamoyo investiert. Nach der Inbetriebnahme 2014 sollen bereits nach drei Jahren jährlich 130.000 t Zucker, 30 MW Elektrizität und 10 Millionen Liter Ethanol erzeugt werden. Ziel sind die jährliche Produktion von 1 Mill. t Zucker, 100 MW Elektrizität und 8 Mill. Liter Ethanol.

Das "Agro EcoEnergy Bagamoyo Project" soll insgesamt 15.000-20.000 Menschen direkt oder indirekt einen Job verschaffen, 2.000 Arbeiter und Angestellte werden als Projektarbeiter fest eingestellt.

Die Produktion soll in erster Linie im Land bleiben: Der Strom wird direkt in das nationale Stromnetz eingespeist, das Ethanol verbleibt ebenfalls als Benzin im Land. Die Zuckerproduktion soll den nationalen Bedarf abdecken, der Rest wird ins Ausland exportiert. Gegenwärtig muß Tansania noch 40 % seines Zuckers importieren. Benzin wird vollständig aus dem Ausland eingeführt.

Die Gesamtfläche des Projekts, das zwischen Bagamoyo und dem Wami-River (der Grenze zum Saadani Nationalpark) angesiedelt ist, beträgt 7.800 ha plus einer Erweiterungsfläche für einen unabhängigen Anbau von 3.000 ha.

Träger der Zuckerrohr-Plantage ist die Firma Bagamoyo Ecoenergy Ltd. (BEE), einer Tochter der schwedischen Firma EcoEnergy Africa AB. Die Firma erhebt den Anspruch, kein Land Crabbing zu betreiben, sondern in einer "Win-Win-Situation" sowohl einen Beitrag zur Entwicklung Tansanias zu leisten, als auch den überschüssigen Teil der Zuckerproduktion ins Ausland zu exportieren. Das Projekt st ein Joint-Venture-Unternehmen mit der tansanischen Regierung und wird von der Afrikanischen Entwicklungsbank unterstützt.

Vor einigen Monaten gelangten Meldungen in die Presse, wonach sich die im Gebiet der vorgesehenen Plantage lebenden Bewohner weigerten, ihre angestammte Heimat zu verlassen und in eine andere Gegend umzusiedeln. In dieser Angelegenheit sind auch noch einige Klagen vor Gericht anhängig.

Ecoenergy Ltd. behauptet auf seiner Homepage, dass man inzwischen aus dem Konflikt gelernt hätte. Den umzusiedelnden Bewohnern würden neue Häuser, Wasser- und Stromversorgung sowie eine schulische, soziale und medizinische Infrastruktur angeboten. Betroffen seien insgesamt 85 Haushalte in den Orten Matipwili-Kaloleni und Gobole inklusive einiger Massai-Famlien.

Der für den Bagamoyo District gewählte Parlamentsabgeordnete Shukuru Kawambwa, der gleichzeitig auch Erziehungsminister ist, hat in dieser Woche  angekündigt, dass er sich persönlich weiterhin um ausreichende Kompensationen für die betroffenen Umsiedler kümmern werde. Gleichzeitig begrüßte er das Projekt als in jeder Hinsicht richtungsweisend für die Entwicklung Tansanias.      

Ausführliche Projektbeschreibung (in Englisch)   

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