Neuauflage: „Die Kinder der Regenmacher“ von Aniceti Kitereza

Das Buch erzählt die Geschichte von Myombekere und seiner Frau Bugonoka. Die Eheleute leben auf der Ukerewe-Insel im Viktoriasee zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie sind einander zugetan, aber ihre Ehe droht zu scheitern, weil sie kinderlos bleibt. Doch überwinden die Eheleute schließlich ihre Unfrucht-barkeit mit Hilfe eines Heilers und Bugonoka bringt zwei Kinder zur Welt.

Aniceti Kitereza hat seine Geschichte nicht für Europa geschrie-ben. Die Erzählung war vielmehr ganz darauf gerichtet, seinen afrikanischen Nachkommen zu vermitteln, wie sich die Menschen des Kerewe-Volkes der Tradition entsprechend ver-hielten. Mit akribischen Beschreibungen ermöglicht er seinen Lesern tiefe Einsicht in die Sitten und Gebräuche der Kerewe, von der Essenszubereitung bis zur Krankenheilung, von der täglichen Arbeit bis zu den großen Festen. Die Geschichte von Myombekere und Bugonoka und deren Kindern zeichnet den kompletten Lebenszyklus von den Männern und Frauen einer Kultur, die längst untergegangen ist.

Bei dem äußerst empfehlenswerten Buch, an dessen Zustandekommen der ehemalige Ver-leger und heutige Schriftsteller Hermann Schulz maßgeblich beteiligt war, handelt es sich um die einzige authentische Schilderung der vorkolonialen Zeit Tansanias aus afrikanischer Sicht.

Aniceti Kitereza, „Die Kinder der Regenmacher“
Eine afrikanische Familiensaga“
Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2008
645 S., 34,90 EUR