Ausstellung im Humboldt Forum Berlin über Kolonialzeit in Deutsch-Ostafrika

Noch bis zum 25. Mai wird im Humboldt Forum in Berlin die Ausstellung 'Geschichte(n) Tansanias' eröffnet. Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der deutschen Kolonialzeit in Tansania und ihren Folgen. Gezeigt werden circa 170 Exponate ('Cultural Belongings') aus dem Bestand des Ethnologischen Museums in Berlin, die überwiegend während der Kolonialzeit entwendet wurden und nach Angaben der Ausstellungsmacher oft eine rituelle Bedeutung für die Menschen haben.

Beteiligung von Künstlern aus Tansania

Gezeigt werden außerdem die Werke zeitgenössischer tansanischer Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den Spuren der Kolonialzeit auseinandersetzen. Die Kuratoren der Ausstellung kommen aus Berlin, Daressalam und Songea.

Umfangreiches Veranstaltungsprogramm

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, an denen auch zahlreiche tansanische Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Film, Tanz, Fotografie, Medien-Kunst und Musik beteiligt sind.

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Nationalmuseums von Tansania, des Ethnologischen Museums und des Zentralarchivs, Staatliche Museen Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Ausstellung 'Geschichte(n) Tansanias'
Humboldt Forum Berlin
Öffnungszeiten: Mo-So 10.30-18.30 Uhr (Di. geschlossen)
Eintritt frei!


„Das koloniale Archiv hat zum Vergessen beigetragen“

Die Ausstellung im Humboldt Forum hat den Anspruch, die Kulturgeschichte Tansanias unter neuen Gesichtspunkten zu zeigen, die weit über das durch die Kolonialzeit geprägte Bild hinausgehen. Es soll dabei auch um ein neues Verständnis einer älteren Kultur gehen und um den respektvollen Umgang damit.

Interview von rbb24 am 23.11.2024 mit Maike Schimanowski, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Berliner Ausstellung


Experte: Bundesregierung sollte Rückführung nach Tansania unterstützen

Tausende Kulturgüter und menschliche Gebeine wurden damals geraubt. Deutschland müsse historische Verantwortung übernehmen, fordert Entwicklungsexperte Thomas Fues.

Zum Beitrag im Deutschlandfunk Kultur am 1.12.2024 (Länge: 8:35 Min.)