Schriftgr�/div>kleiner - normal - gr�
Sie befinden sich hier: » Startseite » Bücher und CDs » Bücher » Reisebücher » Rainer Waterkamp,... 

Rainer Waterkamp, Winfried Wisniewski, "Ostafrika"

Buchcover

NaturReiseführer
Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart, 1999
288 S., 17,50 EUR

Endlich einmal ein Reiseführer mit einem wirklich ganz hervorragend aufgemachten Bestimmungsteil bzgl. der Tier- und Pflanzenwelt Ostafrikas, untergliedert in die Abschnitte Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien, Wirbellose, Wildblumen sowie Bäume und Sträucher. Wirklich ein "Muß" für jede Safaritour und für jeden Ostafrika-Reisenden, der sich bislang durch die Englisch-sprachigen Naturführer quälen mußte. Denn wer weiß schon, daß "Wildbeest" in deutsch "Gnu" bedeutet oder der "African Fish Eagle" im Deutschen eben nicht der Fischadler ist, sondern der "Schreiseeadler"?

So hätte denn der erste deutschsprachige "Naturführer" die maximalen sechs Bewertungssterne verdient, würde er nicht den Anspruch erheben, gleichzeitig auch noch ein Reiseführer zu sein. In der Umsetzung dieses Anspruches liegen allerdings unübersehbare Mängel vor - um es deutlich zu sagen: das Buch ist als Reiseführer praktisch untauglich.

Bereits erschwert durch die Einbeziehung der drei Länder Kenia, Tansania, Uganda (die meisten anderen Verlage haben von dieser Unsitte weitgehend Abstand genommen) verzichten die Autoren fast vollständig auf ein Hotel- bzw. Lodgeverzeichnis (was als kleiner Anhang unter die einzelnen, größtenteils korrekten Landschaftsbeschreibungen durchaus machbar gewesen wäre und eigentlich vom Käufer auch erwartet wird). Statt dessen werden völlig wahllos und ohne erkennbare Kriterien einige Hotels bzw. Lodges herausgegriffen: Im Selous Park wird beispielsweise von mehreren hervorragenden Lodges ausschließlich die Rufiji River Lodge erwähnt, die erstens ein Camp ist und zweitens zwar gut, aber nicht unbedingt das Beste im Selous Park.

In den nördlichen Nationalparks (Manyara, Ngorongoro, Serengeti) finden ausschließlich die - allerdings renovierten - TAHI-Hotels Erwähnung, während die bzgl. ihrer Architektur und landschaftlichen Anpassung hervorragenden Hotels des Agha Khan (beispielsweise auch in Sansibar) überhaupt keine Beachtung finden.

Auffällig ist auch, daß immer wieder für bestimmte Regionen (die Usambara-Berge fehlen übrigens vollständig) gezielt nur ein einziger Reiseveranstalter angeführt wird. Es stellt sich dabei zumindest die Frage, ob hier nicht möglicherweise finanzielle Abhängigkeiten eine Rolle gespielt haben.

Fazit: Der Verlag hat seine große Chance verpaßt, erstmals für Ostafrika ein Taschenbuch vorzulegen, daß nicht nur als Reise- sondern für die Safaritouren auch als übersichtlicher Naturführer in deutscher Sprache eingesetzt werden kann. Als reiner (ausgeweiteter) Naturführer wäre das Buch unweigerlich und konkurrenzlos im Handgepäck eines jeden Ostafrika-Reisenden gelandet! Wir warten also auf die zweite (überarbeitete) Auflage...