Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy, "Reise-Handbuch Kenia - Tansania"

Buchcover

Wie gewohnt ist im DuMont Reiseverlag ein inhaltlich guter und grafisch angesprechender neuer Reiseführer veröffentlicht worden, merkwürdigerweise aber erneut in der Kombination Kenia und Tansania, obwohl nur selten ein Tourist beide Länder gleichzeitig umfassend bereisen wird. Mit dem Stefan Loose Travel Handbuch „Tansania" hat DuMont zudem bereits einen guten Tansania-Reiseführer im eigenen Haus, an beiden Büchern hat Daniela Eiletz-Kaube (übrigens auch Autorin des Buches „Kulturschock Tansania" im Verlag Reise Know-How) als Autorin mitgewirkt.

Das Buch kann für Tansania-Reisende absolut empfohlen werden: Gut geschriebene Kapitel über „Natur und Umwelt", „Wirtschaft, Soziales und aktuelle Politik", „Geschichte", „Gesellschaft und Alltagskultur", „Architektur, Kunst und Kultur" sowie „Essen und Trinken" decken die wichtigsten Grundlageninfos ab. Auch das Kapitel „Wissenswertes für die Reise" ist durchweg informativ. Die Reisebeschreibungen widmen sich der nördlichen und südlichen tansanischen Küste mit Sansibar, Pemba und Mafia Island, Tansanias Norden mit den bekannten Nationalparks, aber auch den Usambara-Bergen sowie Tansanias Westen und Süden mit dem Tanganjika-und Victoriasee, dem Selous, den südlichen Nationalparks sowie den Southern Highlands.

Einzelne Themenabschnitte setzen sich u.a. mit dem Sklavenhandel, der Sprache Kisuaheli oder dem Thema Welterbe auseinander. Dass dabei nicht jedes einzelne Dorf beschrieben wird und in den großen Städten oder an den Küsten eine (insgesamt objektive) Hotelauswahl vorgenommen wird, liegt in der Natur des DuMont-Führers, der sich nicht in erster Linie an Rucksacktouristen richtet.

Neben einigen Kleinigkeiten im Bagamoyo-Teil (z.B. wird die anglikanische Kirche mit der Livingstone-Kapelle auf dem Gelände der kath. Mission verwechselt) sind vor allem die minimalistischen Buchempfehlungen verbesserungswürdig (zu welchem anderen ostafrikanischen Land sind in den letzten Jahren mehr gute Bücher publiziert worden als zu Tansania?).

Und zur spannenden aktuellen ökonomischen und ökologischen Situation des Landes wären ausführlichere und fundiertere Informationen wünschenswert gewesen („Umweltschutz nimmt die derzeitige Regierung ernst – beispielsweise besteht seit 2006 auf Sansibar ein Verbot von Plastiktüten", S. 45). Da geht es beim möglichen Bau von Mega-Staudämmen, Uranabbau, Abbau von Rohstoffen in ökologisch sensiblen Regionen etc. heute um ganz andere Themen. Offensichtlich ist für die meisten Autoren von Tansania-Reiseführern die Geschichte des Landes immer noch interessanter als die Gegenwart.

Dennoch: Ein empfehlenswerter Reiseführer – vorausgesetzt, man will Kenia und Tansania unbedingt in einem Buch haben. 

Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy, „Reise-Handbuch Kenia, Tansania"
DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2012, 432 S. mit Landkarte
24,99 (D), 25,70 (A)