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Jörg Gabriel, "Sansibar, Pemba & Mafia"

Buchcover

Reise Know-How Verlag, Bielefeld, 2001
384 S., 14,90 EUR

Was kann man von Jörg Gabriel erwarten? Natürlich erneut einen ganz hervorragenden Reiseführer, der eine wunderbare Ergänzung zu seinem umfangreicheren, im selben Verlag publizierten Tansania-Reiseführer darstellt und für alle Besucher/-innen der Inselwelt Tansanias unentbehrlich ist.


Der sich "Urlaubshandbuch" nennende Reiseführer gliedert sich in acht Kapitel und reicht von ausführlichen praktischen Tipps (über 100 Seiten), Ausführungen über "Land & Natur", "Gesellschaft und Kultur" bis hin zu ausführlichen Beschreibungen der drei großen Inseln. Ein kleineres Kapitel wurde der Küstenstadt Dar es Salaam gewidmet, im Anhang findet der Leser Angaben zu Literatur, Kartenmaterial sowie einen kleinen Kisuaheli-Sprachführer.

Positiv, daß in dem Buch auch einige Schattenseiten Sansibars nicht ausgespart bleiben wie die nervigen Kundenfänger in der Altstadt, die unendlichen Probleme bei der Altstadtsanierung oder das mangelnde Verständnis der Behörden für den Öko-Tourismus.

Nicht befriedigend lediglich (wie auch schon im Tansania-Reiseführer) die medizinischen Ratschläge des Autors: Ist mit dem missverständlichen Satz "Die Malaria kann behandelt und unbehandelt schnell zum Tode führen" gemeint, daß auch eine behandelte Malaria schnell zum Tode führen kann? Und bzgl. des Anti-Malaria-Mittels Lariam hätte man sich klarere Aussagen über die gefährlichen Psycho-Nebenwirkungen dieses Medikaments gewünscht, an dem nach wie vor die US-Army mitverdient und das bereits zu vielen Selbstmorden geführt hat. Immerhin wird die Alternative Malarone hervorgehoben, allerdings leider mit falschen Zeitangaben bzgl. der Einnahme und dem fehlenden Hinweis darauf, daß es für Kinder noch nicht freigegeben ist.

Wünschenswert wären außerdem mehr Fotos in Zusammenhang mit dem Thema "Spice-Tour" (dafür hätte das Buch ruhig etwas teurer sein dürfen), von teuren Tagesausflügen nach Chumbe-Island kann trotz des faszinierenden Konzepts und der Schönheit der Insel aufgrund der "Abzockermentalität" der Betreiber mittlerweile nur noch dringend abgeraten werden und (ein kleines historisches Detail): die hässlichen Plattenbauten des neuen Sansibars sind nicht auf Anregung, sondern von Karume gegen den Willen selbst der damaligen DDR-Entwicklungshelfer gebaut worden.

Doch dies sind (bis auf die Gesundheitshinweise) nur Randnotizen: Das Buch ist äußerst interessant und lebendig gestaltet mit unzähligen kleinen Hinweisen und sehr vielen Internet-Adressen, die das Buch auch beim Sansibar-Surfen im Internet zu einem wichtigen Helfer werden lassen.

Natürlich hat sich Sansibar seit dem Erscheinungsdatum (2001) weiter entwickelt: Gulf Air fliegt nicht mehr über Muscat nach Sansibar, die Gelbfieberimpfung ist nicht mehr vorgeschrieben, im Africa Hous Hotel wurde wieder ein Restaurant eröffnet, das alte Hafengebäude mit der neuen Musikschule ist sehr liebevoll restauriert worden und die Old Dispensary steht inzwischen leider fast leer, aber dafür wird sehr sorgsam im "House of Wonder" ein z.T. bereits zu besichtigendes Museum eingerichtet. Und auch die fatalen Auswirkungen möglicher terroristischer Anschläge im Januar/Februar 2003 mit einem kompletten Zusammenbruch des Tourismus ließen sich 2001 noch nicht vorhersehen.

Fazit: Das Buch ist insgesamt eine optimale Sansibar-Urlaubsvorbereitung und bekommt dafür (wie bereits der Tansania-Ratgeber von Jörg Gabriel) die Höchstnote in unserer Bewertungsskala.

In seinem Vorwort wünscht der Autor seinen Lesern "einen wunderschönen Aufenthalt an einem wahrhaft magischen Ort". Dem ist nichts hinzuzufügen.