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Helmut Spitzer, "Kinder der Straße". Kindheit, Kinderrechte und Kinderarbeit in Tansania"

Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt/Main, 2006
224 S., 19,80 EUR

Auf der Basis einer kritischen, methodischen Analyse, die sich mit den Besonderheiten und Fallstricken der partizipativen Forschung mit 'Straßenkindern' beschäftigt, erörtert Helmut Spitzer in seinem Buch Kinder der Straße. Kindheit, Kinderrechte und Kinderarbeit in Tansania regional und kulturell bestimmte Konzepte von Kindheit und Familie sowie geschlechtsspezifische Aspekte.

Am Beispiel der tansanischen Metropole Dar el Salaam gelingt es Spitzer durch enge Kooperation mit den betroffenen Kindern eine differenzierte Darstellung ihrer komplexen Lebenssituation vorzulegen und dem Leser einen Zugang zu deren Lebens- und Erfahrungswelt zu verschaffen.

Dabei macht er auch stereotype Vorstellungen über das 'Straßenkinderphänomen' in Afrika bewusst. Er beweist, dass ökonomische Umbrüche in Tansania zu vermehrter Armut führen, wodurch familiäre Unterstützungsnetzwerke zusammenbrechen. Schließlich kommt er dabei - aufbauend auf seinen Forschungsergebnissen - zu dem Schluss, dass gemeinwesenorientierte Programme und Einrichtungen die effektivste Form der Prävention sind, wenn die betroffenen Kinder und Jugendlichen in die Projekte einbezogen werden.

Das Buch zeichnet sich durch eine differenzierte Darstellung der komplexen Lebenssituation der tansanischen Kinder aus und verzichtet so stets auf Pauschalisierungen. Die genaue Erläuterung der Forschungsmethoden sowie die Einbeziehung geschichts- und kulturspezifischer Aspekte tragen zudem zur Verständlichkeit und Authentizität des Buches bei. Zahlreiche Beispiele und Erfahrungsberichte tragen zudem noch zu einer glaubhaften Darstellung des Sachverhaltes bei und machen deutlich, dass sich hinter den großen Zahlen an Kinderarbeitern individuelle Probleme und Schicksale verbergen.

Gelesen und besprochen für EarthLink e.V. von Carolin Fleischmann