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28.11.18

Afrika-Preis 2018: Artenschützer aus Tansania ausgezeichnet

Gerald Bigurube

Gerald Bigurube

Den Afrika-Preis 2018 für sein Lebenswerk im Wildtierschutz erhielt gestern der tansanische Biologe und Artenschützer Gerald Bigurube. Der 66-Jährige wurde von der Deutschen Afrika Stiftung für seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Wilderei in Tansania ausgezeichnet. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble überreichte den Preis.

Bigurube war von 1986 bis 1994 leitender Wildtierschützer im Selous Wildreservat, eines der mit 50.000 Quadratkilometern größten Schutzgebiete Afrikas. Der Selous, der seit 1982 UNESCO Weltnaturerbestätte ist, gilt als eines der ursprünglichsten Wildreservate. Unter der Leitung von Bigurube wurde ein nachhaltiges Jagdsystem eingeführt. Für Fototourismus eignen sich nur 8 Prozent der Fläche.

Nach seiner Zeit im Selous war Bigurube bis 2009 Leiter der Nationalpark-Behörde TANAPA. Danach übernahm er die Landesdirektion der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (FZS) in Tansania.

“Durch unsere gemeinsamen Anstrengungen ist es uns in den frühen 1990ern gelungen, die Wilderei von Elefanten im Selous gänzlich zu stoppen. 90 Prozent der gesamten Parkeinnahmen stammten zu dieser aus der Jagd, die Hälfte davon floss direkt in das Parkmanagement“, sagt Dr. Rolf Baldus, Experte des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und langjähriger Wegbegleiter sowie Freund von Bigurube.

Nachdem Deutschland sein Engagement im Wildtierschutz in Tansania im Jahr 2009 beendet hatte, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der Elefantenbestände durch Wilderei. Ein 2014 durchgeführter Zensus des tansanischen Umwelt- und Tourismusministeriums (Ministry of Natural Resources and Tourism) ergab einen Rückgang der Elefantenpopulation um 60 Prozent seit 2009.

Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und ehemaliger Präsident der Deutschen Afrikastiftung: „Die Weltnaturschutzunion IUCN kommt zu dem Schluss, dass legale, gut regulierte Bejagungsprogramme eine wichtige Rolle für den Wildtierschutz sowie den Lebensunterhalt indigener und lokaler Bevölkerungsgruppen spielen. Ich begrüße die Preisvergabe an Gerald Bigurube, da er Vertreter einer Artenschutzpolitik ist, die nachhaltige Jagd immer eingeschlossen hat.“

Bigurube teilt sich den Preis mit Clovis Razafimala (46), der sich für den Schutz des Waldes in seiner Heimat Madagaskar einsetzt.

Quelle: Baldus/CIC/DJV




Schäuble: "Es geht auch um die langfristige Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschheit"

In seiner Laudatio sagte Schäuble: "Es geht auch um die langfristige Sicherung der Lebensgrundlagen der Menschheit. Der Kampf für den Erhalt der vielfältigen und einzigartigen Fauna und Flora ist von existenzieller Bedeutung, der Schutz der Umwelt eine wirklich globale Aufgabe". Dafür stünden auch die beiden Preisträger, Gerald Bigurube und Clovis Razafimalala. "Sie riskieren persönlich viel. Sie stehen im Weg - denen, die illegal Geschäfte mit kostbarem Rosenholz auf Madagaskar machen, denen die für Megaprojekte den sensiblen Lebensraum für Tiere und Pflanzen in Tansania zerstören wollen."

Artikel und Film der Deutschen Welle über Gerald Bigurube und seine Arbeit in Tansania