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19.04.19

Regierung blockiert IWF-Report

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Tansania ist nach Medienberichten vom Internationalen Währungsfonds (IWF) „wegen seiner unberechenbaren Wirtschaftspolitik und seinen unzuverlässigen Statistiken“ kritisiert worden. Die Veröffentlichung eines IWF-Reports wurde in dieser Woche von der Regierung verhindert, von der Financial Times jedoch dennoch vorgenommen.

Danach warnt der IWF vor einer "unvorhersehbaren und interventionistischen Politik, die das Investitionsklima verschlechtert und in der zweitgrößten Volkswirtschaft Ostafrikas zu einem geringen (oder sogar negativen) Wachstum führen kann".

Der IWF erklärte am Mittwoch, dass die tansanischen Behörden der Veröffentlichung des Berichts nicht zugestimmt hätten. Die Regierungen haben hierzu das Recht, die Berichte gelangen in der Regel jedoch dennoch fast immer an die Öffentlichkeit.

Das Veto Tansanias hat internationale Investoren alarmiert, die bereits befürchten, dass die Regierung die wahre Wirtschaftslage verdeckt. Tansania hat durch ein entsprechendes Statistikgesetz die Veröffentlichung von Statistiken kriminalisiert, die sich von der offiziellen Version unterscheiden.

Laut dem IWF-Bericht gibt es in der offiziellen Statistik Tansanias, die ein Wirtschaftswachstum von 7 % vorhersagen, "gravierende Schwächen". Gefordert wird "eine offene und unabhängige Statistikbehörde". Nach neuesten Schätzungen vermutet der IWF in diesem Jahr lediglich ein Wirtschaftswachstum von 4 %.

Der IWF-Bericht macht auch auf eine Verlangsamung der Investitionstätigkeit seit dem Amtsantritt von John Magufuli aufmerksam. Die Auslandsinvestitionen sanken nach Angaben der Weltbank von 5 % (2014) auf 2 % (2017) des BIP.