Sie befinden sich hier: » Startseite » Aktuelles 

11.09.07

Hadzabe leisten Widerstand gegen die Übereignung ihres Lebensraumes an arabische Königsfamilie

Foto Baobab

Der neueste Plan der tansanischen Regierung sieht vor, einer königlichen Familie der Vereinigten Arabischen Emirate Land der Hadza, eines der letzten verbliebenen Jäger-Sammler-Volkes, als privates Safari-Gelände zu überlassen. Es geht um 2500 Quadratmeilen des Eyasi Hochlandes südlich des Ngorongoro-Schutzgebietes.

Die Hadza wurden nie dazu befragt – und werden nun plötzlich als Gesetzesübertreter behandelt, weil sie auf ihrem eigenen Land jagen. Schon aufgrund früherer Vereinbarungen der tansanischen Regierung mit privaten Unternehmen wurde das Gebiet der Hadza leergeschossen, während die Hadzabe gleichzeitig als “Wilderer” ins Gefängnis gesteckt wurden – was sie oft nicht überlebten. In den Augen der tansanischen Beamten sind die Hadza primitive Wilde, die es zu ihrem Besten aus dem Busch zu vertreiben gilt. Der Beamte des Öffentlichen Dienstes Philip Marmo nennt sie “rückständig” und sagt, sie würden von Schulen, Straßen und anderen Projekten begünstigt, welche die Königsfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate für sie vorgesehen habe. Die Hadza, welche bis vor kurzem keine Verwendung für Geld, organisierte Religion oder gemessene Zeit hatten, sollten “zur Schule gehen, Kleider tragen und anständig sein.”

Doch nun haben die Hadza-Ältesten nach einem Treffen beschlossen, Widerstand zu leisten.

Der deutsche Verein "Freunde der Naturvölker" lädt auf seiner Homepage dazu ein, den Widerstand mit Protestschreiben zu unterstützen.

Das wird vermutlich auch nicht die letzte Auseinandersetzung mit Indigenen sein: Die Regierung Tansanias will die Anzahl der Besucherankünfte aus dem Ausland in den nächsten drei bis vier Jahren auf eine Million verdoppeln. Dafür sollen zum einen auf Sansibar mehr Hotels gebaut werden andererseits aber auch im 14763 Quadratkilometer großen Serengeti Nationalpark. Während in Maasai Mara, dem 3000 Quadratkilometer großen kenianischen Teil des Wildreservates, 4700 Zimmer zur Verfügung stehen, sind es im tansanischen Teil lediglich 940. Zu diesen sollen ungeachtet der Proteste von Umweltaktivisten in den nächsten fünf Jahren 4500 Zimmer dazu kommen. In Maasai Mara und dem Serengeti National Park kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Maasai, die in den letzten zwanzig Jahren wiederholt erleben mussten, wie ihr Überleben und ihre Rechte dem Schutz der Wildtiere und dem Tourismus geopfert wurden.

Aus: "Readers edition"
Weitere Infos: www.naturvoelker.org