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14.06.19

USA kürzen Hilfsmittel für den Kampf gegen HIV/Aids

Pepfar logo

Die amerikanische Entwicklungshilfe US-Aids soll in Kenia und Tansania eine drastische Kürzung von US-Mitteln im Kampf gegen HIV/Aids planen. Dies berichtet "Daily Nation" (Kenia) unter Berufung auf einen Bericht der Nicht-Regierungsorganisation Devex. Das Nothilfeprogramm des US-Präsidenten (Pepfar), das 2003 ins Leben gerufen worden war, sehe vor, die Ausgaben für Kenia von 505 Mill. US-Dollar (2018) auf 395 Mill. USD (2020) zu senken. Für Tansania soll die Pepfar-Finanzierung von 512 Mill. USD (2018) auf 395 Mill. USD (2019) sinken.

Im Falle von Kenia scheint der verzögerte Abschluss einer landesweiten Erhebung zur HIV-Prävalenz der Hauptgrund für die geringere Unterstützung der USA für Kenias Aids-Kontrollprogramme zu sein. Bis Kenia diese Daten vorlegt, wird Pepfar nicht entscheiden können, wie die Hilfe für das Land am besten ausgerichtet werden kann, warnte die US-amerikanische Koordinatorin für globale Hilfe, Deborah Birx, Anfang des Jahres.

Insgesamt hat Pepfar in den letzten 15 Jahren mehr als 80 Milliarden USD für bilaterale Anti-Aids-Programme bereitgestellt - das Vierfache des Betrags, den der Fonds der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ausgezahlt hat.

Die Kürzungen für Tansania werden laut Devex mit der „wachsenden Intoleranz der tansanischen Regierung gegenüber marginalisierten Gruppen“ begründet. Dadurch würden "formelle und informelle politische Entwicklungen in Tansania die Bemühungen zur Diagnose und Behandlung von Personen, die am anfälligsten für HIV-Infektionen sind, untergraben." Als Beispiele werden "Festnahmen von sexuellen Minderheiten, Anti-Verhütungsmitteilungen und die Vertreibung schwangerer jugendlicher Mädchen und junger Frauen von der Schule" genannt.

Laut Schätzungen wissen nur 61 % der mit HIV infizierten tansanischen Bürger, dass sie mit dem HIV-Virus infiziert sind. Dieses Ergebnis, das niedrigste in Ostafrika, sei angesichts einer Investition in Höhe von 4,5 Milliarden USD seit 2004 zutiefst enttäuschend.

Pepfar versprach allerdings, dass die geplanten Ausgabenkürzungen nicht zum Entzug der lebensrettenden antiretroviralen Behandlung von HIV-Patienten führen werden.

Die USA gaben auf einer internationalen Frauenkonferenz in Kanada Anfang dieses Monats bekannt, dass Pepfar 2 Milliarden USD investieren wird, um zu verhindern, dass Frauen sich mit HIV infizieren.