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19.05.18

Tansania verzichtet auf deutsche Reparationszahlungen

Heiko Maas in einer Schule in Dar

Heiko Maas in einer Schule in Dar

Tansania erhebt keine Reparationsforderungen an Deutschland für die Verbrechen des deutschen Kolonialismus, der vor 100 Jahren mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg endete. Der tansanische Außenminister Augustine Mahiga sagte seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas am vergangenen Donnerstag in Daressalam: „Es ist kein Thema, das die Regierung aufgegriffen hat und wir denken, dass es andere Wege der gegenseitigen Unterstützung als die Forderung nach Entschädigung gibt.“

Bereits zum 100. Jahrestags des Maji-Maji-Aufstands im Jahr 2005 hatte Tansania im Gegensatz zu Namibia keine Reparationszahlungen verlangt.

Mahiga erklärte ferner, dass auch die Rückgabe tansanischer Kultur- oder Kunstobjekte aus deutschen Museen für Tansania kein Thema sei. Dagegen würde er deutsche Hilfe bei archäologischen Ausgrabungen begrüßen. Auch sollten menschliche Gebeine nach Tansania zurückgeführt werden.

Heiko Maas, der im Zentrum von Daressalam am Askari Monument zum Gedenken an die afrikanischen Opfer des Ersten Weltkriegs einen Kranz niederlegte, kündigte Unterstützung bei der Restaurierung kolonialer Bauten an. Letzteres war allerdings auch schon in der Vergangenheit mehrfach erfolgt und scheiterte gelegentlich (wie z.B. in Bagamoyo) eher an der Vorlage eines nachhaltigen Nutzungskonzepts durch die tansanischen Behörden.

Heiko Maas besuchte Tansania aus Äthiopien kommend im Rahmen seiner ersten Afrikareise. Neben der Besichtigung einer Schule mit Deutschunterricht in Daressalam  führte seine Reise auch nach Arusha zum Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte und zur Ostafrikanischen Gemeinschaft.