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Neue CD: Lyambiko sings Gershwin

CD-Cover

Im vergangenen Jahr wurde die heute in der Schweiz lebende Sängerin Lyambiko, deren Vater aus den Pare Bergen Tansanias stammt, mit dem ECHO Jazz Award ausgezeichnet. Jetzt hat Lyambiko mit ihrer Band ein neues interessantes Album vorgelegt: „Wir hatten wir einfach Lust, mal wieder etwa 'Ursprüngliches' zu machen, wirklich einfach Swing zu spielen".

Einfach hat es sich Lyambiko nach eigenen Angaben dabei nicht gemacht: "Das Thema Gershwin ist wirklich reizvoll. Es ist ja nicht so, als wären wir die ersten, die diese Songs singen." Schließlich zählt George Gershwin (1898-1937) zu den produktivsten Beiträgern zum 'Great American Songbook'. Nicht nur Ella Fitzgerald und Frank Sinatra, auch Miles Davis und Janis Joplin haben seine Songs längst in unsterblichen Versionen ins kulturelle Gedächtnis unserer Zeit eingegraben.

Lyambiko
Lyambiko

„Ich wollte auch Sachen machen, die man noch nicht so gehört hat", "Will ich jetzt etwas vollkommen Neues machen?" fragte sich Lyambiko, "oder mich ganz und gar auf das Original besinnen? Letztlich habe ich den einzig richtigen Weg gefunden und mich selbst in der Musik gesucht". Lyambiko studierte Gershwins Partituren und entwickelte zusammen mit den Musikern ihrer Band - Marque Lowenthal (Klavier), Robin Draganic (Bass) und Heinrich Koebberling (Drums) -ihre eigene Interpretation der Songs, die einst als Musical-Nummern und für die Jazz-Oper »Porgy and Bess« geschrieben wurden.

"Ich wollte nicht unbedingt nur die Gershwin-Hits machen, die jeder kennt, sondern eben auch Sachen, die man noch nicht so gehört hat. Oft gibt es zum Beispiel diese Einleitungen, so genannte 'Verses'. Jeder kennt 'Love Walked In' – aber wer kennt den Verse dazu?" So gibt es viel zu entdecken auf »Lyambiko sings Gershwin«: überzeugende Versionen der Hit-Kompositionen Gershwins und dazu einige seiner weniger bekannten Meisterstücke.

Lyambiko sings Gershwin
Sony Classical (Sony Music) 2012, 16,99 EUR

Video-Interview mit Lyambiko über ihre neue CD


Verleihung des Jazz-ECHO 2011 an Lyambiko

ECHO Jazz Award

Die in der Schweiz lebende deutsch-tansanische Sängerin Lyambiko gewann erstmals den wichtigsten deutschen Musikpreis, den ECHO Jazz Award 2011, der von der Deutschen Phonoakademie vergeben wird. Sie erhielt den Preis als „Sängerin des Jahres National“ fü ihre aktuelle CD „Something like reality“. 

Mutter aus Thüringen, Vater aus den Pare-Bergen

Lyambiko ist eine gebürtige Thüringerin mit tansanischen Wurzeln. Ihr Vater, den sie vor einigen Jahren erstmals in Ostafrika besuchte, lebt heute in den Pare-Bergen im Nordosten Tansanias. In ihrem fünften Album „Saffronia“, einer Referenz an die amerikanischen Jazz-Ikone Nina Simone, bekannte sich Lyambiko mit dem Lied „Mawe Mawe / I Sing Just To Know That I`m Alive“ erstmals auf einer CD zu ihren eigenen afrikanischen Wurzeln. Lymbiko lebt nach vielen Jahren in Berlin heute mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Schweiz. 

Foto: Wikipedia
Lyambiko

Am 17. Juni 2011 fand in Dresden zum zweiten Mal in einer eigenständigen Zeremonie die Preisverleihung statt.

Unter den illustren Preisträgern befanden sich neben Lyambiko die US-Stars Bobby McFerrin, David Sanborn, Lee Ritenour, Herbie Hancock und Charlie Haden mit seinem Quartet West und international bekannte deutsche Größen wie Joachim und Rolf Kühn, Till Brönner und Thomas Quasthoff.

Moderator der Preisverleihung war Dieter Moor.

Weitere Infos zum Jazz-ECHO 2011