Colloqium mit Bartholomäus Grill über sein Buch "Gott, Aids, Afrika"
Das Buch "Gott, Aids, Afrika" handelt zwar nicht vorrangig von Tansania, ist aber trotzdem für alle unverzichtbar, die sich mit dem Thema „HIV/Aids“ in Tansania bzw. in Schwarzafrika auseinander setzen. Es ist eine sehr zornige Streitschrift – wider die Engstirnigkeit, Sexualfeindlichkeit und Realitätsverweigerung der katholischen Kirche angesichts des schwarzafrikanischen Massensterbens.
Bartholomäus Grill ist in Südafrika lebender Afrika-Korrespondent der „Zeit“ und Träger zahlreicher Preise wie den Medienpreis der Deutschen Aids-Stiftung (2005) oder den Henri-Nannen-Preis (2006).
Ko-Autor Stefan Hippler ist seit 1997 Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kapstadt und arbeitet dort im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz. In Kapstadt baute er die Aids-Hilfsorganisation HOPE Cape Town auf.
Der renommierte Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch hat in einer Pressemitteilung dagegen protestiert, dass Stefan Hippler, Co-Autor des ZEIT-Afrika-Korrespondenten Bartholomäus Grill, nach einem Beschluss der katholischen Deutschen Bischofskonferenz aus dem Buch „Gott, Aids, Afrika“ in Deutschland nicht öffentlich vorlesen darf.
Die Pressemitteilung des Verlages:
„Stefan Hippler, katholischer Pfarrer in Kapstadt und Gründer der Aids-Hilfsorganisation HOPE Cape Town, darf nicht mehr aus seinem Buch vorlesen. In der Streitschrift 'Gott, Aids, Afrika' geht er kritisch mit der Aids-Politik seiner Kirche ins Gericht. Der Autor informierte seinen Verlag per E-Mail aus Südafrika, dass er von einer für April 2008 geplanten Lesereise „nach Rücksprache mit meiner vorgesetzten Dienststelle … Abstand nehme“.
Hippler wollte sein Buch „Gott, Aids, Afrika“ u.a. in Hamburg, Berlin, München, Osnabrück, Regensburg, Dresden und Graz vorstellen.
Pfarrer Hippler untersteht der Abteilung „Weltkirche“ der Deutschen Bischofskonferenz, die offenbar das „Leseverbot“ ausgesprochen hat. Das Buch, das sich mit den verheerenden Folgen der katholischen Sexualmoral gerade für Afrika auseinander setzt, hat er gemeinsam mit dem langjährigen Afrika-Korrespondenten der Zeit, Bartholomäus Grill, verfasst.
Die beiden Autoren hatten es auch an Papst Benedikt XVI. geschickt – verbunden mit der Hoffnung, dass er eine Wende in der Aids-Politik einläutet. Denn die katholische Kirche untersagt den Gläubigen noch immer, sich mit Kondomen vor der Seuche zu schützen, die in Afrika Millionen hinrafft. Diese Hoffnung auf ein Umdenken der „größten globalen Institution“, die „wie keine andere gegen die HIV/Aids-Pandemie kämpfen“ könnte, wie Hippler und Grill in ihrem Buch schreiben, scheint mit der Entscheidung der Deutschen Bischöfe zunächst zunichte gemacht.“
In Form eines öffentlichen Colloquiums besteht nun die Möglichkeit, persönlich mit Bartholomäus Grill über sein Buch zu diskutieren. Vertreter von Kirchen und Missionsgesellschaften wurden eingeladen, mit einem eigenen Statement zur Diskussion beizutragen.
Dienstag, 27. Mai, 15.00 Uhr
Altes Rathaus am Markt, Alter Ratssaal, Ahlen
Veranstalter: VHS Ahlen in Kooperation mit Freundeskreis Bagamoyo e.V.
Anmeldungen Tel. 02382/59-435

