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Keine Angst vorm Schwarzen Mann: VHS-Veranstaltungsreihe „Wie weit ist Afrika?“

"Tief in Afrika": Die Multivisionsshow von Hartmut Fiebig zeichnet ein faszinierendes Porträt von Landschaften und Menschen Ostafrikas.

Von Peter Harke

Ahlen. Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? Die vielen Ahlener Schulkinder – ein paar Tausend dürften es inzwischen sein –, die in den vergangenen Jahren Trommelunterricht bei Nkwabi hatten, bestimmt nicht mehr. In seinen Workshops vermittelt der Dozent vom Bagamoyo College of Arts in Tansania den Jungen und Mädchen nicht nur ein Gefühl für Rhythmus, sondern nimmt ihnen mit seiner natürlichen, sympathischen Ausstrahlung auch die Befangenheit gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe. Insofern ist die Projektreihe „Wie weit ist Afrika?" der VHS vielleicht das beste Präventionsprogramm gegen Rassismus. An den neun Schulen, die Nkwabi diesmal „gebucht" haben, wird er jedenfalls schon sehnsüchtig erwartet, bestätigt Reinhardt Böhm, Leiter der Freiligrath-Grundschule am Röteringshof. „Die Kinder sind jedes Jahr aufs Neue begeistert", sagt er. Böhm erhofft sich auch nachhaltige Impulse für den Musikunterricht.

Apropos Musik: Das Afrikanische Klangorchester von Prof. Ulrich Martini – vor zwei Jahren eine der Attraktionen in der „Zauberwelt der Sinne" auf der Zeche – erlebt vom 21. Mai bis zum Beginn der Sommerferien eine Neuauflage. Vier Wochen lang werden Martini und der in Deutschland lebende tansanische Musiker Benjamin Mgonzwa im Forum der Stadtbücherei mit Schulklassen und Kindergartengruppen ein afrikanisches Märchen vertonen, wobei keineswegs nur traditionelle Instrumente zum Einsatz kommen.

Interesse und Verständnis für den geheimnisvollen „schwarzen Kontinent" vor Europas Haustür wollen die Volkshochschule und ihre Kooperationspartner nicht zuletzt mit visuellen Mitteln wecken. „Tief in Afrika", so der Titel, dringt zum Beispiel Hartmut Fiebig mit seiner Multivisionsshow ein, die er am Dienstag, 22. Mai, um 19.30 Uhr in der Stadthalle zeigt. Eine ebenso poetische wie informative Bilderreise durch Tansania, Kenia, Uganda und den Süden des Sudan.

Große Leinwand, großes Kino buchstäblich auch im „Cinema Ahlen": Vom 24. bis 30. Mai läuft der auf der diesjährigen Berlinale ausgezeichnete Film „Goodbye Bafana", der zur Zeit der Apartheid in Südafrika spielt und von der langsamen Annäherung des weißen Gefängnisaufsehers James Gregory (Joseph Fiennes) zu seinem prominenten Häftling Nelson Mandela (Dennis Haysbert) erzählt.

Nkwabi wird nicht nur an den Ahlener Schulen und an der VHS im Dauereinsatz sein: Als Pantomime – mit Diplom von der Universität Helsinki – ist er am Pfingstsonntag, 27. Mai, um 10 Uhr in der Christuskirche zu erleben, wo er erstmals sein neues Solostück „Die biblische Geschichte von Zachäus" aufführt. Die Geschichte von Jona, ein älteres Programm, zeigt er am Freitag, 1. Juni, um 20 Uhr bei der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde an der Beckumer Straße.

Mit von der Partie ist Nkwabi außerdem, wenn es heißt „Weiterbildung geht zur Schule". Das von der Volkshochschule initiierte Projekt, gefördert vom NRW-Schulministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, ist interdisziplinär angelegt. VHS-Leiter Rudolf Blauth erklärt: „Unter dem Einsatz von Musik, Literatur und Film sollen entwicklungspolitische und interkulturelle Fragestellungen bearbeitet werden. Themengebiete sind unterschiedliche Kulturen, Religionen, Sitten und Gebräuche, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus." Beteiligt sind die Johanna-Rose-Schule, die Bodelschwinghschule und die Realschule. Vorgesehen ist eine gemeinsame Abschlusspräsentation, zu der auch die Eltern eingeladen werden sollen.|www.vhs-ahlen.de