Jörg Gabriel, "Tansania, Sansibar, Kilimanjaro"
Reise Know-How Verlag, Bielefeld, 2007
4. aktualisierte und erweiterte Auflage
961 S., 25 EUR
Der Reiseführer bleibt mit seinen nunmehr biblischen 960 Seiten auch weiterhin die Nr. 1 unter den Tansania-Reiseführern dank seiner unzähligen korrekten Reisetipps, den ausführlichen Infos über Land und Leute, Orts-, Landschafts- und Routenbeschreibungen mit interessanten Hintergrundinformationen sowie einem umfassenden Anhang, der das gesamte Informationsbedürfnis eines Tansania-Reisenden mit hohem Informationsbedarf erfüllt. Dazu zählen auch die vielen nützlichen Internet-Adressen, umfangreichen Literaturhinweise und insbesondere der mehrfarbig gestaltete Landkarten-Anhang inkl. der vielen Stadtpläne, die der Autor persönlich erstellt hat. Toll auch erneut die Farbseiten über die Tierwelt Tansanias.
Allerdings muss sich der Verlag Reise Know-How mit seiner 4. Auflage am eigenen Anspruch einer "komplett aktualisierten und erweiterten Auflage" messen lassen. Und da weist das Buch einige unerklärliche (weil unnötige) Ungereimtheiten auf – leider ausgerechnet im Abschnitt über die Stadt Bagamoyo, die von allen tansanischen Städten immerhin die umfangreichste Homepage in deutscher Sprache vorweisen kann.
So fehlen in Bagamoyo z.B. die beiden neuen, 2004 eröffneten Hotels (ein Hotel gehört immerhin der Familie des tansanischen Staatspräsidenten), die Homepage der Travellers Lodge ist falsch, und der Abschnitt über das historische Bagamoyo ignoriert fast vollständig die jüngsten historischen Erkenntnisse und enthält mehrere falsche Darstellungen wie z.B. die „Usagara-Lagerhalle“, die in Wirklichkeit das im deutschen Fachwerkstil errichtete Zentrum der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft und Wohnhaus des deutschen Kaufmanns Schuller gewesen ist. Auch soll nicht "der östliche Ortskern von Bagamoyo" Weltkulturerbe werden, sondern ganz Bagamoyo wurde als Bestandteil eines neuen Weltkulturerbes "Zentrale Sklaven- und Elfenbeinroute" von Ujiji und Kigoma über Tabora bis nach Bagamoyo auf die UNESCO-Vorschlagsliste gesetzt.
Aber auch in anderen Regionen wie z.B. am Tanganyika-See ist die Aktualisierung z.T. nicht wirklich geglückt: So wird in Kigoma immer noch Sunset Tours als Reiseveranstalter hervorgehoben, obwohl inzwischen schon so manche Gruppe vom Inhaber der Firma finanziell aufs Kreuz gelegt wurde. Das Fort von Kasanga kann aus Sicherheitsgründen (militärisches Sperrgebiet) schon lange nicht mehr besichtigt werden und die 224 km lange Straße von Tunduma nach Sumbawanga befindet sich in einem katastrophalen Zustand und benötigt nicht einmal stärkeren Regen, um vollkommen unpassierbar zu sein. Und das schon immer recht schwache Kapitel über Kunst und Kultur in Tansania hat sich (über einhundert Seiten zu diesem Thema auf www.bagamoyo.com zum Trotz) auch noch nicht verbessert.
Dennoch: Dies alles sind Nebensächlichkeiten angesichts der unglaublich detaillierten Darstellungen und tiefschürfenden Informationen im fast gesamten Werk, das immer noch zu den besten im Verlagsprogramm gehört und international Maßstäbe gesetzt hat.

