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"Mother Africa": Dritte Tournee in über 50 Städten mit Künstlern aus Tansania und Bagamoyo

Tourneeplakat
Tourneeplakat

Akrobatik, Musik und Tanz aus Afrika sind weiter „in“: Mit „Mother Africa - Circus der Sinne“ tourt parallel zur großen André Heller Show „Afrika! Afrika!“ bereits seit Dezember 2006 eine weitere Zirkusshow durch Europa, deren Artisten, Musiker und Sänger ausschließlich vom afrikanischen Kontinent stammen. Die 50 Mitwirkenden gehören allesamt zur großen Zirkusschule von Winston Ruddle und werden nun in einer dritten Tournee mit z.T. neuen Programmpunkten von Dezember 2008 bis April 2009 in über 50 deutschen Städten gastieren. 

Unter einem riesigen, fluoreszierenden Moskitonetz präsentieren sich Menschenpyramiden, Schlangenmänner, werden Luft- und Jonglagenummern gezeigt. Unter anderem dabei: die „Dream Circus Acrobats“. Sie holten als offizielle Mitglieder des „National Ethiopian Gymnastic Teams“ bei den Afrikanischen Spielen 2003 sechs Medaillen.

Die beteiligten Künstler und Künstlerinnen, die bisher bereits über 500.000 Zuschauer angelockt haben, stammen aus Tansania, Äthiopien, Südafrika, Kongo, Simbabwe und Elfenbeinküste.

Interview mit zwei Akrobaten aus Bagamoyo

Pressefoto: "Mama Africa"

„Plastic Boys“: Akrobaten aus Tansania

Erstaunliche Körperbeherrschung der Extraklasse zeigen die erst 17- und 23-jährigen „Plastic Boys“, Hassan Mohamed aus Tansania und Lazarus Gitu aus Kenia. Kraft, Mut und Anmut hoch oben am Trapez beweisen die Ladys des „Trios Shaka“ aus Südafrika und der Meister der Comedy-Artistik, „Wobogodjo“, sorgt für blankes Erstaunen.

Drei Jahre lang Proben in Tansania

Nach der Auswahl der Künstler durch einen Scout, der auch bereits für "Afrika! Afrika!" gearbeitet hat, trainierten alle beteiligten Künstler drei Jahre lang in Tansania für ihren Einsatz.

Pressefoto "Mama Africa"

Musikband aus Dar es Salaam

Bei der beteiligten Musikband handelt es sich um eine Gruppe, die 1999 in Dar es Salaam gegründet worden war.

Aufwändige Diaprojektionen machen das Bühnenbild wandlungsfähig und bereichern die Show mit Impressionen aus Afrika. Die Musiker präsentieren mitreißende Solonummern und die Tänzer zeigen eine Auswahl der unterschiedlichsten afrikanischen Volkstänze in farbenfrohen exotischen Kostümen. Zeitgenössische afrikanische und internationale Songs stehen neben traditionellem folkloristischem Liedgut auf dem Programm.

„Mama Africa“ ist eine Unterhaltungsshow für die ganze Familie und möchte darüber hinaus dem Zuschauer das Lebensgefühl und die Kultur des schwarzen Kontinents näher bringen. „Mama Africa“ unterstützt zudem mit einem Euro pro verkaufter Eintrittskarte die Kindernothilfe (Duisburg) für ein Hilfsprojekt für ehemalige Kindersoldaten in Nord-Uganda.

Bilder aus dem Trainingscamp in Tansania


Meister der Verrenkung

Passt der Mensch durch ein Nadelöhr? Wohl kaum. Passt er durch einen Tennisschläger ohne Bespannung? Ja, das tut er, aber nur, wenn er sich verrenkt und verknotet wie eine Schlange und sich geschmeidig zu bewegen weiß. Wobogodjo ist ein Meister dieser akrobatischen Disziplin, und er verleiht mit seinen Faxen dem Ganzen eine humoristische Note. „Mama Afrika - Der Circus der Sinne“ gastierte im Theater am Tanzbrunnen, und die 50 Künstler aus Äthiopien, Tansania, Südafrika, dem Kongo, Simbabwe und von der Elfenbeinküste verzauberten das Publikum.

800 Zuschauer erlebten an einem faszinierenden Abend die Mitglieder der „African Acrobats Association“ in Aktion - schöne und lächelnde Menschen auf der Bühne, in fantastischen Kostümen, tanzend und jonglierend, zaubernd und singend, begleitet von den Spitzenmusikern „The Inafrica Band“ aus Tansania unter der Leitung von Roy Figueiredo. Ein Highlight reihte sich nonstop an das andere, unter anderem „The Dream Circus Acrobats“, zwei Frauen mit ihrer graziösen Diabolo-Nummer, „Lady

Bounce Meaza“, die acht Bälle gleichzeitig jongliert und „Hatuna Matata“, zehn Männer, die eine Schwindel erregende menschliche Pyramide bilden. Nervenkitzel war angesagt und Rhythmus. Als die Band „Black Magic Woman“ von Santana spielte, flippte das Ensemble aus. Lebensfreude pur.

Doch „Mama Africa“ hat auch ein ernstes Anliegen: Das Ensemble tritt wie Unicef gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten ein. 58 Staaten einer Konferenz in Paris hatten jetzt ebenfalls den Kriegseinsatz von Kindern verurteilt. Die Show läuft am 1. März in Wuppertal.

Jörg Böhnk in "Kölner Stadtanzeiger" v. 7.2.2007


Funkensprühende Lebensfreude

Afrikanische Trommeln sind mächtig", heißt es in der Musikshow "Umoja" - die Stimmen der afrikanischen Darsteller aber ebenso. Und nicht nur das: Sie strahlen eine unglaubliche Lebensfreude aus, die geradezu funkensprühend ist und sofort aufs Publikum überspringt.

"Grandios", "Einmalig", "So etwas hab‘ ich noch nicht gesehen" - die Reaktionen des Publikums im fast ausverkauften Musicaltheater waren bei der Premiere am Dienstagabend eindeutig. Kaum jemand blieb ruhig auf seinem Platz sitzen, irgendwie wippte oder trommelte jeder mit. Zum Schluss gab es von den 1 400 Zuschauern minutenlange stehende Ovationen.

Diese ungeheure Kraft, die von den 40 Frauen und Männern ausgeht, diese Begeisterung über ihr eigenes Tun, diese Musikalität, das ist schlichtweg beeindruckend. "Dass die Show temperamentvoll wird, habe ich mir schon gedacht. Aber das hier übertrifft meine Erwartungen", schwärmt eine Zuschauerin nach zweieinhalb Stunden. Eine andere sagt: "Da ist eine solche Lebensfreude drin, dass es einen umhaut. Alles ohne Punkt, Komma, Gedankenstrich."

Gewaltige Trommelschläge zu Beginn gehen mitten in Bauch und Herz. Und so ist es auch zum Schluss, wenn noch einmal die verschiedenen Elemente zusammengefasst werden. Apropos zusammen: "Umoja" ist ein Xhosa-Wort für "Geist des Zusammenseins". Die Musikshow ist eine Zeitreise durch die lange, leidensreiche Geschichte Afrika - vom Bierbrauen bis zum Kwaito, den frechen Texten, dem Groove aus den Townships der 90er Jahre. Wie erklärt es der angenehme Erzähler, dessen Englisch dezent auf einem transparenten Tuch (dahinter spielt die Band) übersetzt wird? Auch beim südafrikanischen Discosound, HipHop und R&B bleiben die Wurzeln der Musik erkennbar. Kwaito ist der erste Musikstil nach der Apartheid. "Mama Afrika ist zeitlos, die Musik auch."

Sie singen und tanzen überall, die Afrikaner. Bei Krieg, Geburt, Tod, Hochzeit und anderen Zeremonien. Und davon gibt es viele. Den Venda Schlangentanz zum Beispiel. Dabei überprüft eine ältere Frau die Jungfräulichkeit der jungen Frauen. Wer keine Jungfrau mehr ist, muss einen Kürbis tragen, dessen obere Hälfte abgetrennt ist.

Ob Männer oder Frauen - sie tanzen wie ein Trommelwirbel. Jedes Körperteil (bis hin zum Allerwertesten), jeder Muskel, jede Faser ist in Bewegung. Bei den drahtigen, schlanken Herren ebenso wie bei den vom Bauchnabel abwärts eher etwas üppigen Frauen. Die stets bunte Kleidung wechselt in der Show von typisch Afrikanisch mit viel nackter Haut bis zu Abendkleidung in den Clubs für Schwarze, den Shebeens mit den "Big Mamas". Hier gibt‘s Anleihen an Miriam Makebas "Pata Pata" und viel Swing.

Themen wie Apartheid, wie das Weggehen der Männer aus den Dörfern in die Stadt, um dort in den Goldminen in Egoli (Zulu-Name für Johannesburg) zu arbeiten, werden gestreift. Ganz stark der A-Capella-Gesang, beispielsweise bei den Gospels. Wer schon einmal Gelegenheit hatte, in einer kleinen Kirche in einem Township einem Gottesdienst beizuwohnen, in dem einfach irgendwann jemand aus dem Publikum zu singen beginnt, fühlt sich unweigerlich daran erinnert. Plötzlich kommt aus verschiedenen Ecken des Theaters Gesang. Die Männer tragen weiße Gewänder mit rotem Kragen, die Frauen mit blauem Kragen. Eine großartige Atmosphäre, die die Zuschauer gefangennimmt.

Elisabeth Gnuschke in "Bremer Kreiszeitung" v. 15.2.2007


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