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Ahlener Zeitung: Afrika auf und vor der Leinwand (08.06.2004)

Lieder und Tänze begleiteten Diavortrag über Bagamoyo

Ahlen (D. Hat.). Afrika kann so nahe sein. Wie am Sonntag in der Stadthalle beim 3. Eine-Welt-Tag, auf dem sich 15 Gruppen aus dem Kreis Warendorf mit ihren Projekten vorstellten. Auch der tansanische Botschafter in Berlin, Ali Karume, zeigte sich bei seinem Rundgang in Begleitung der ?beiden ?Schirmherren, Bürgermeister Benedikt Ruhmöller und Landrat Dr. Wolfgang Kirsch, sehr beeindruckt von dem Engagement, das vor allem die beteiligten Schulen bei der Knüpfung internationaler Kontakte und Durchführung konkreter Hilfsprojekte an den Tag legen.

Afrika auf und vor der Leinwand
Afrika auf und vor der Leinwand

Dass die Spendengelder gut angelegt sind, zeigte Peter Harke am Nachmittag in seiner Live-Dia-Show "Bagamoyo - Lay down your heart". Der "AZ"-Redakteur verstand es, die 250 Zuschauer von Beginn an mit faszinierenden Bildern aus Tansania, dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika, in den Bann zu ziehen. Die kolonialen Zeiten sind längst vorbei, wobei es immer noch zahlreiche, zumeist dem Verfall preisgegebene Gebäude gibt, die daran erinnern. Besonders in der Distrikthauptstadt Bagamoyo am Indischen Ozean, mit der viele Menschen aus Ahlen und dem Kreis eine besondere innige Beziehung verbindet, existieren solche nicht immer erfreulichen Reminiszenzen.

Doch auf Vorurteile sind die deutschen Gäste bei ihren inzwischen zahlreichen Besuchen nicht gestoßen, wie Harke deutlich machte. Nach einem einführenden historischen Exkurs, der auch an die Zeit der Sklaverei und die Missionierung Ostafrikas, die in Bagamoyo ihren Ausgang nahm, oder an den schottischen Entdecker der Victoria-Fälle David Livingstone erinnerte, widmete sich der Tansania begeisterte Referent dem heutigen Bagamoyo.

Ohne jemals aufdringlich zu wirken, ging Harke mit der Kamera der Frage nach, wie Nkwabi Nghangsamala und sein Kollege John Mponda, beide Dozenten am Bagamoyo College of Arts und Mitglieder der inzwischen legendären "Bagamoyo Players", in ihrer ostafrikanischen Heimat leben. Anschaulich dokumentierte der Referent die Unterstützung für das District-Hospital durch den "Freundeskreis Bagamoyo" und verschiedene Schulpartnerschaften, zum Beispiel zwischen der Ahlener Marienschule und der Mwambao Primary School, die in einem sanierungsbedürftigen Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit untergebracht ist.

Besonders anrührend die visuelle und dank eingespielter "O-Töne" auch akustische Wiederbegegnung mit dem wohl bekanntesten Musiker Tansanias, Hukwe Zawose, der überraschend Ende vergangenen Jahres verstorben ist. Ohne übertriebenes Pathos erinnerte Harke an den Auftritt Zawoses im Jahr 2000 in der Stadthalle Ahlen mit den Kindern der Kreismusikschule.

Die setzten ebenfalls während des Diavortrags mit Liedern wie "People from Africa" die musikalischen Akzente und sorgten für eine sehr authentische Atmosphäre. Auch Nkwabi und John traten in Aktion, um die eindrucksvollen Fotos von traditionellen Tänzen zum Leben zu erwecken und sich ein fulminantes Tanz- und Trommelduell auf der Bühne zu liefern.