Ahlener Zeitung: Tänze geben Einblick in afrikanische Lebensweise (11.08.2005)
Ahlen (pes). Dass im Ahlener "Afrikanischen Dorf", Teil der Ausstellung "Zauberwelt der Sinne" in der alten Zechen-Maschinenhalle, getrommelt wird, ist bekannt. Dienstagnachmittag wurde es richtig afrikanisch, denn die Jugendgruppe aus Bagamoyo (Tansania), die zurzeit im Vorfeld des Kölner Weltjugendtages in der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus zu Gast ist, führte äußerst temperamentvoll Tänze aus ihrer ostafrikanischen Heimat vor.
Der "Dorfplatz" in der großen Halle war gut gefüllt mit Eltern und Kindern. Aber auch zahlreiche Jugendliche, die sich über die exotischen Tänze und Rhythmen informieren wollten, machten es sich auf den Baumstammhockern bequem und lauschten gespannt, was ihnen VHS-Leiter Rudolf Blauth zur Erklärung von Gervase Ndyamukama, dem Leiter der Besuchergruppe aus Bagamoyo, übersetzte.
Bei dem ersten Tanz handelte es sich um einen Initiationstanz, erklärte Ndyamukama. Dazu holte er noch ein wenig aus und erläuterte die Bedeutung dieser Initiation. Dabei werden Jungen und Mädchen in getrennten Lagern von älteren Stammesangehörigen in die Rechte und Pflichten eines vollwertigen Stammesmitgliedes eingewiesen. Dabei geht es um handwerkliche Dinge wie auch um gesellschaftliche, soziale und spirituelle Fragen.
Diese Initiation entspricht für die Jugendlichen etwa dem, was bei uns die Konfirmation oder Kommunion darstellt - die Aufnahme in die Gemeinschaft der Erwachsenen. Ist dieser wichtige Abschnitt von den Jungen und Mädchen, oder treffender jungen Männern (früher Krieger) und jungen Frauen erreicht, beginnt für sie ein neues anderes Leben.
Zur Begrüßung des veränderten Daseins praktizieren sie nach dem Trainingskurs, fern von ihrem Zuhause, diesen Tanz. Natürlich sind sie dann auch für den Erwerb des täglichen Brotes verantwortlich. Um sich bei den "zuständigen" Geistern für die nicht immer sicheren Ernteerträge zu bedanken, vollführten die Frauen und Männer einen Erntetanz, von richtig mitreißenden Trommelrhythmen unterstützt.
Nicht weniger als sechs Vorführungen bestritten die sichtlich gut gelaunten tansanischen Gäste - und das war schon rein konditionell eine reife Leistung. Denn diese afrikanischen Tänze erfordern maximalen Körper- und Stimmeinsatz, der von ihnen in jeder Phase der Vorführungen gezeigt wurde.


