# Blickpunkt: Vom Victoriasee an die Werse (14.08.2005)
Benjamin Mgonzwa ist die Seele im afrikanischen Dorf / Heute 10 000. Gast?
Ahlen (pes). Sein Lachen steckt an und zaubert selbst an einem Nieselregentag ein Lächeln in das Gesicht jedes Besuchers. Seit gut zwei Monaten ist die "Zauberwelt der Sinne" auf dem alten Zechengelände jetzt geöffnet und in Benjamin Mgonzwa hat sie ihre Seele gefunden. Seit rund drei Jahren lebt der Tansanier in Deutschland und hat in dieser Zeit bereits zwei Mal das afrikanische Dorf betreut: Schon auf der Landesgartenschau (Laga) in Gronau im Jahre 2003 stand Benjamin Mgonzwa dem Initiator des Projektes, Professor Ulrich Martini, helfend zur Seite. Jetzt, in Ahlen, ist Benjamin wieder Dauerbewohner des afrikanischen Dorfes.
Eines Dorfes, das Benjamin seine Heimat zwar nicht ersetzen kann, aber doch die Erinnerung und Sehnsucht an sie lebendig hält. "In Deutschland bleiben will ich nicht", steht für den Mann aus Mwanza, einer 200 000-Einwohner-Stadt am Ufer des Victoriasees im nördlichen Tansania, fest. Trotz aller Sehnsucht nach den Ufern des blauen Victoriasees und der heißen Sonne Afrikas: Seiner Arbeit im afrikanischen Dorf geht der diplomierte Theaterwissenschaftler mit Leidenschaft nach. Dort bietet er regelmäßig Trommelworkshops an so wie bereits auf der Laga in Gronau. Dort allerdings, erinnert sich Mgonzwa, sei die Arbeit mit den Besuchern nicht immer ganz einfach gewesen. "Die Leute hatten einfach keine Zeit", erzählt Mgonzwa.
In Ahlen ist das zum Glück anders auch, weil das afrikanische Dorf nicht nur kleiner Teil eines großen Projektes ist, sondern Anziehungspunkt der Ausstellung. Aber: Auch wenn die Besucher der "Zauberwelt" ausreichend Zeit mitbringen zurückhaltend seien sie dennoch, sagt Mgonzwa. Es würden einfach die Unterschiede zwischen der heimischen und der afrikanischen Mentalität deutlich, berichtet er. "Die Menschen sind gespannt, aber sehr zurückhaltend", hat Mgonzwa festgestellt, "doch wenn das Eis erst gebrochen ist, dann sind sie sehr begeistert."
Dabei freut Benjamin Mgonzwa sich vor allem, wenn Kinder ins afrikanische Dorf kommen. Schließlich seien sie es, die weniger verkrampft als die Erwachsenen an die Trommeln herangingen. Doch irgendwann, erzählt Mgonzwa, ließen sich auch die Papas und Opas vom Trommelfieber anstecken: "Dann liefern sie sich einen richtigen Wettstreit."
