Ahlener Zeitung: Bei strahlender Sonne gefror das Wasser in der Flasche (25.03.2006)
Ahlener nahmen nach "AZ"-Bericht an Kilimanjaro-Tour teil
Ahlen / Bagamoyo. Es war ein Bericht in der "Ahlener Zeitung" über eine Studienreise in eine der interessantesten Regionen der Welt, der in den drei Ahlenern Werner Schwab, Rainer Richter und Jürgen Henke die Abenteuerlust weckte. Die Reise zum Kilimanjaro und andere Gebiete Tansanias wurde organisiert vom Bagamoyo Freundeskreis e.V.. Die Ahlener waren Teil einer bunt zusammengestellten Gruppe von 24 Gipfelstürmern in spe aus ganz Deutschland zwischen 16 bis 71 Jahren.
Die Truppe ging die "Marangu-Route" und durchlief in fünf Tagen ber 4000 Höhenmeter - bei einem Akklimatisierungstag - verschiedene Vegetationszonen im Zeitraffer, für die man normalerweise durch viele Staaten fahren müsste, vom tropischen Regenwald bis zum Gletscher. Dabei bewunderte man den Regenwald mit phantastischen Palmen, Zedern, Lianen, Farnen, Heidelandschaften mit hohen Riesen-Lobelien und Proteas mit tollen Blüten oder Senecien, die der Landschaft einen ganz eigenwilligen Reiz geben. Schließlich endete der Trip in der vegetationsarmen alpinen Zone, die einer Mondlandschaft gleicht, aber immer unter einem strahlend blauen Himmel.
Der Weg zum Gipfel ist ein steiler Hang mit viel Geröll und feinem Sand, der langsam, aber kontinuierlich nach dem Motto "pole pole" (langsam, langsam) in unzähligen Serpentinen bezwungen werden muss. Dabei überschätzten viele Teilnehmer ihre Leistungsfähigkeit. Mitten in Afrika, fast auf Äquator-Höhe, liegt die Temperatur bei minus 15 Grad Celsius, in den Trinkflaschen gefriert das Wasser. Gerade rechtzeitig zum beeindruckenden Sonnenaufgang erreichten Werner Schwab und Rainer Richter den Gillman's Point. Jürgen Henke hatte noch Kraft und stieg weiter zum Uhuru Peak, dem höchsten Punkt Afrikas (5895 Meter), der aufgrund der globalen Klimaerwärmung wohl nur noch wenige Jahre mit seiner Schneekuppe und den vielen Gletschern bestaunt werden kann.
Beim zweiten Teil der Tansania-Expedition erlebte man auf einer Safari im Arusha National Park Tiere in freier Wildbahn und konnte den Eindruck eines unverfälschten Afrikas gewinnen. Auch der Besuch der Hatari-Lodge, die ehemalige Farm von Hardy Krüger, stand auf dem Programm.
Die Wersestädter tauchten ein in ganz verschiedene, auch beklemmende soziale Welten abseits der Touristenpfade. Sie besuchten Kirchen, Schulen für geistig behinderte und autistische Kinder, ein Waisenhaus, eine Blindenschule und eine Farm in den Usambara-Bergen.
Die paradiesisch-pittoreske Strandszenerie mit ihren Kolonialbauten in Bagamoyo, der ersten Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas, erlebten die Reisenden bei 42 Grad. Hier gaben die auch in Ahlen bekannten "Bagayomo Players" Zeugnis von der Fröhlichkeit der afrikanischen Lebensweise ab, so dass die Ahlener ein sowohl kulturell als auch landschaftlich vielfältiges Tanzania erlebten.




