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Für 10 EUR bekommen 700 Schulkinder eine warme Mahlzeit

Foto: Peter Harke
Die neue Schulmensa

„Kein Kind ohne Mahlzeit“ – dieses Ziel hat unlängst die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen propagiert und für zunächst zwei Jahre ein Sonderprogramm aufgelegt, um Ganztagsschülern aus sozial schwachen Familien die Teilnahme an der Mittagsverpflegung zu ermöglichen. Bei der Zuschussberechnung wird ein Preis von 2,50 Euro pro Essen zugrunde gelegt. 10 Euro kostet also die Verpflegung von 4 Kindern.

Unglaublich, aber wahr: Für die gleiche Summe können demnächst im tansanischen Bagamoyo täglich rund 700 Kinder satt werden. Da gibt’s dann zwar nicht mehrere Gänge, keine Suppe vorweg oder Pudding zum Nachtisch, sondern nur ein einfaches Porridge, aber Hauptsache, die Schüler an der Mwambao School bekommen wenigstens einmal am Tag etwas Warmes in den Bauch. Das ist für viele von ihnen, die überwiegend aus den ärmsten Familien Bagamoyos kommen, nämlich keineswegs selbstverständlich.

Und was nutzt die schönste Schule, wenn den Kindern der Magen knurrt und sie sich nicht konzentrieren können? Hier will darum jetzt die Ahlener Marienschule mit ihrer Hilfe für die Partnerschule in Afrika ansetzen. Als vorläufiger Höhepunkt der seit 2003 bestehenden Schulpartnerschaft war im vergangenen Jahr das noch aus der deutschen Kolonialzeit stammende Hauptgebäude der Mwambao School renoviert und im Beisein des deutschen Botschafters in Tansania, Wolfgang Ringe, feierlich übergeben worden (die „AZ“ berichtete). Zwischenzeitlich wurde auch ein fast komplett neu errichteter Nebentrakt fertig gestellt, in dem sich zwei Klassenräume und die künftige Mensa befinden, in der die Essensausgabe erfolgen soll.

„Jetzt geht es darum, die Lern- und Lebensbedingungen der Schüler langfristig zu verbessern“, erklärte Helga Rohden bei einem Pressegespräch, an dem auch Schulpflegschaftsvorsitzender Helmut Flötotto sowie weitere Mitglieder aus dem „Arbeitskreis Mwambao“ teilnahmen.

Die Leiterin der Marienschule ist erst kürzlich, in den Herbstferien, wieder in Bagamoyo gewesen und hat vor Ort mit ihrem tansanischen Kollegen Alli Jumanne das Projekt „Porridge für jedes Kind“ in die Wege geleitet, bei dem beide ebenso wie 2006 bei der Baumaßnahme wieder auf die Unterstützung „ihrer“ Eltern zählen. Getreu dem Motto der Schulpartnerschaft, „Hand in Hand“, soll es „nicht nur ein Geben auf der einen und ein Nehmen auf der anderen Seite“ sein, betont Helga Rohden. Also werden die Mütter und Väter der Mwambao-Schüler sich um den Einkauf der Zutaten sowie um die Zubereitung des Haferbreis in einer selbst gebauten, mit Holzkohle befeuerten Kochhütte kümmern – die Marienschule stellt die Finanzierung sicher.

Wie, erläutert Helmut Flötotto: „Wir haben uns überlegt, so genannte Anteilsscheine im Wert von zehn Euro zu verkaufen. Wer einen solchen Schein erwirbt, kann so für einen ganz bestimmten Tag die Schulspeisung an der Mwambao School garantieren.“ Das könnte der eigene Geburtstag oder Hochzeitstag, aber auch ein beliebiges Datum sein. In einem großen Wandkalender an der Marienschule werden alle Spender eingetragen. Im Idealfall für 2008 also 250 – so viele Unterrichtstage hat das Schuljahr in Tansania. (...)

(Peter Harke in "Ahlener Zeitung" v. 13.11.2007)

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Renovierung der Mwambao Grundschule Bagamoyo (Alte Deutsche Schule)

Foto: Archiv
Die historische "Alte deutsche Schule"
Foto: Archiv Freundeskreis Bagamoyo e.V.
Die Schule vor der Renovierung
Foto: Privatbesitz
Aufbau des Gerüstes
Foto: Privatbesitz
An der Baustelle im Juni 2006
Foto: Archiv Freundeskreis Bagamoyo e.V.
Sanierung der Decken in den Klassenräumen
Foto: Archiv Freundeskreis Bagamoyo e.V.
Sanierung in der zweiten Oberetage

"Hand in Hand" – so lautet das Motto der Schulpartnerschaft, die zwischen der Marienschule Ahlen und der Mwambao Grundschule in Bagamoyo seit 2003 besteht.

In der Mwambao Grundschule wurden bis zum Mai 2006 ca. 800 afrikanische Kinder unter äußerst schlechten Bedingungen unterrichtet. Es sind Kinder aus der Altstadt von Bagamoyo, aus sehr armen Familien, darunter über 300 Waisenkinder und weitere 150 Halbwaisen sowie (was in Afrika sehr selten vorkommt) eine Gruppe lernbehinderter Kinder.

Das Gebäude der Mwambao Schule spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte Bagamoyos. Der Inder Sewa Haji, einer der in Bagamoyo einflussreichsten Kaufleute des 19.Jahrhunderts, übergab das Gebäude, eine der ersten multikulturellen Schulen Ostafrikas, im Jahr 1896 an die deutschen Kolonialherren.

Nicht nur vor diesem historischen Hintergrund, sondern auch architektonisch ist die Mwambao School als Alte Deutsche Schule eines der eindrucksvollsten Gebäude im Herzen der Altstadt von Bagamoyo. Das Gebäude befand sich baulich in einem derart schlechten Zustand, dass es nur sehr eingeschränkt für den Unterricht genutzt werden konnte. Die Gebäudesubstanz allerdings war nachweislich gut, was eine Sanierung als gut realisierbare und langfristig lohnenswerte Maßnahme erscheinen ließ. Ziel war eine nachhaltige Verbesserung der Lernbedingungen für die afrikanischen Schüler.

Die Sanierungsmaßnahme wurde in dem Zeitraum zwischen Ende Mai und Ende Oktober 2006 durchgeführt - und zwar von der Marienschule in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Bagamoyo e.V., dessen Ingenieure und Experten Planung, Organisation und Projektleitung übernahmen. Lehrer, Eltern und Schüler der Mwambao Schule beteiligten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Maßnahme und wurden unter dem Aspekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ auch in die Sicherung der Instandhaltung eingebunden.

Kostenrahmen

Die Kosten für das Sanierungsprojekt betrugen insgesamt ca. 70.000 EUR. Die vor Ort tätigen deutschen Ingenieure und Experten – überwiegend Mitglieder des Freundeskreises Bagamoyo e.V. – verzichteten auf Entlohnung und arbeiteten ehrenamtlich.

Foto: Peter Harke
Die Fassade vor der Renovierung

Die durchgeführten Maßnahmen im Einzelnen

Die umfassende Gebäudesanierung umfaßte sämtliche Außen- und Innenwände, Decken und Fußböden, Fenster, Treppen, Türen, Schüler- und Lehrertoiletten, den Wiederaufbau eines vollkommen zusammengebrochenen Nebengebäudes mit Lehrerzimmer, Klassenräumen und einer neuen Schulmensa sowie den Außenbereich.

Strenge Beachtung des Denkmalschutzes

In enger Abstimmung mit der nationalen und der örtlichen Denkmalschutzbehörde wurden alle nur denkbaren Gesichtspunkte berücksichtigt. Beispielsweise wurden die zahlreichen historischen Holzfenster des Gebäudes einzeln restauriert und nach Jahrzehnten erstmals wieder verglast. Eine überraschend freigelegte Bordüre aus der Kolonialzeit wurde an einer Stelle zum Zwecke der Dokumentation im Originalzustand belassen. Sämtliche Putzarbeiten wurden unter weitestgehender Vermeidung von Zement in der überlieferten Materialmischung vorgenommen.

Finanzierung durch private Spenden und das Auswärtige Amt

Die Baukosten von insgesamt ca. 70.000 EUR wurden durch Einzelspenden
an die Marienschule Ahlen und an den Freundeskreis Bagamoyo e.V. sowie durch einen Zuschuss des Auswärtigen Amtes in Höhe von ca. 28.000 EUR finanziert. U.a. war in Ahlen unter Beteiligung tansanischer Künstler ein Benefiz-Gottesdienst durchgeführt worden.

EDUCATION IS THE KEY OF LIFE
BILDUNG IST DER SCHLÜSSEL DES LEBENS

Die Marienschule Ahlen sammelt weiter Geld für den Kauf von Unterrichtsbänken, Unterrichtsmaterial sowie für ein tägliches Mittagessen für die ca. 300 Aidswaisen an der Schule. Letzteres kostet ca. 100 EUR pro Monat.

JEDER EURO HILFT! DANKE!

Spendenkonto
Kontoinhaber: Stadt Ahlen
Kontonummer: 18 0000 18
Bank: SPK Münsterland-Ost
Bankleitzahl 400 501 50
Verwendungszweck Spende Schulpartnerschaft

Kontakt bei Rückfragen
Helga Rohden
Marienschule
Tel. 02382 - 805347 


Bewegende Einweihung der renovierten Alten Deutsche Schule in Bagamoyo

Foto: Peter Harke
Die Rektoren der Partnerschulen sowie der Deutsche Botschafter pflanzen vor der Schule einen Baum (anklicken!)

Zahlreiche Ehrengäste

Am Freitag, den 6.10.2006, ist die Mwambao-Grundschule in Bagamoyo, die ehemalige Alte Deutsche Schule, nach über viermonatiger umfassender Renovierungsarbeit unter reger Anteilnahme von Eltern, Schülern, Lehrern und der Bevölkerung von Bagamoyo eingeweiht worden.   

Auf der über dreistündigen Zeremonie sprachen neben den Schulleitern und Elternpflegschaftsvorsitzenden der Mwambao Primary School und der Marienschule Ahlen (deutsche Partnerschule) auch der Deutsche Botschafter in Tansania, Wolfgang Ringe, sowie ein Vertreter der Distriktverwaltung von Bagamoyo, der Regionalverwaltung der Küstenregion sowie als Repräsentant der Regierung Tansanias der tansanische Minister für die Entwicklung der Viehzucht, Dr. Shukuru Kawambwa, der ebenso wie Staatspräsident Jakaya Kikwete früher die Mwambao Schule als Grundschüler besucht hatte.   

Die Schüler der Mwambao-Schule gestalteten den kulturellen Teil des Programms mit Akrobatik, Musik, Gesang und Tanz. Zwischen den einzelnen Reden spielte ein "Master of Ceremony" über die vom Bagamoyo College of Arts bereit gestellte Lautsprecheranlage Lieder aus dem deutsch-tansanischen Kindermusical "Mtoto Boga" ein.

Für die Marienschule Ahlen sprach Schulleiterin Helga Rohden, für die Elternpflegschaft Helmut Flötotto. Für den Freundeskreis Bagamoyo e.V. ergriff Bauleiter Ulli Malisius das Wort. Das Bagamoyo College of Arts war durch College-Leiter Juma Bakari und durch Nkwabi Ngangasamala vertreten. Seitens der deutschen Botschaft war nebem dem Botschafter u.a. auch Nancy Reck anwesend. 


Impressionen von der Einweihungsfeier

Foto: Peter Harke
Foto: Peter Harke
Foto: Peter Harke