Sehenswürdigkeiten
Kaole-Ruinen
Die ältesten Ruinen einer islamischen Moschee der Region aus dem 13. Jahrhundert. Sie liegt einige km südlich von Bagamoyo am Ort Kaole. Möglicherweise war sie die erste Moschee auf dem Festland Ostafrikas überhaupt.
Die ersten Siedler in Kaole waren die "Shirazi" aus der Stadt Shiraz in Persien. Die Stadt sah sich im Jahre 1256 den Angriffen der Mongolen ausgesetzt. Wenn sie auch der mongolischen Besetzung durch ein Arrangement entkommen konnte, so war die mongolische Unterdrückung bis zum Jahr 1352 möglicherweise ein Grund für die Flucht einiger Shirazi nach Ostafrika.
Im nördlichen Teil der Moschee sind zwei große Grabsteine zu sehen, die beide vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammen. Ein Grabstein zitiert die Sure II aus dem Koran.
Der nördliche Teil der Moschee stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, das wohl auch als das Gründungsdatum von Kaole betrachtet werden darf. Hier sind externe Treppenstufen zu sehen, die der Muezzin benutzte, um vom Dach der Moschee zum Gebet aufzurufen. Eine solche externe Treppe ist ansonsten nur noch in Kilwa im Süden des Landes zu finden.
Der Forscher Freeman-Grenville macht darauf aufmerksam, dass nur in Ostafrika muslimische Friedhöfe auf einem Moscheegelände zu finden sind: In der Nähe der nördlichen Moschee stehen 22 Grabsteine, davon acht mit Säulen, die als die ältesten Gräber betrachtet werden können. Alle anderen stammen wohl aus dem 18. Jahrhundert.
Die Säulen waren mit chinesischem Porzellan dekoriert, das aus Sicherheitsgründen im Nationalmuseum in Dar es Salaam ausgestellt ist.
Ein Doppelgrab trägt die Bezeichnung "Liebesgrab", in dem ein Ehepaar beigesetzt wurde, dass nach einem Schiffsuntergang auf der Fahrt von Sansibar nach Bagamoyo ertrunken ist.
Das sogenannte "Heilige Grab" mit einem pyramidenähnlichen Dach gilt auch heute noch als heilige Opferstelle. Wer hier opfert und sich etwas wünscht, der legt gleichzeitig den Schwur ab, nach Erfüllung des Wunsches nach Bagamoyo und an das "Heilige Grab" zurückzukehren und erneut ein Dankesopfer abzugeben.
Ehemaliges FRELIMO-Hauptquartier Bagamoyo
Noch ziemlich unbekannt und bislang auch noch von keinem Reiseführer erwähnt ist die Tatsache, dass sich auf dem Gelände einer privaten Secondary-School direkt links an der Straße zwischen Kaole und Bagamoyo früher das Hauptquartier der Befreiungsbewegung FRELIMO befunden hat, von dem aus der spätere Staatspräsident Samora Machel den Kampf zur Befreiung von Mosambik organisierte.
Noch heute kommen jedes Jahr hochrangige Delegationen aus Mosambik nach Bagamoyo, um an dem "Geburtsort des unabhängigen Mosambik" dem Befreiungskampf und seinen Opfern zu gedenken.
Bagamoyo College of Arts
Das Bagamoyo College of Arts ist die einzige staatliche Kunsthochschule Ostafrikas und die Heimat der Bagamoyo Players, des staatlichen Nationalensembles von Tansania.
Gelegentlich gibt es öffentliche Vorführungen im College-Theater - allerdings ohne spezielle Auftritte für Touristen. Empfehlenswert ist das International Bagamoyo Arts Festival, das in der Regel (Ausnahme: Ramadan 2007) in der letzten September-Woche stattfindet.
Weitere Infos über das Bagamoyo College of Arts.
Mwana Makuka Friedhof
Unmittelbar nördlich an das College-Gelände angrenzend, zwischen der Mwanamakuka-Grundschule und dem Deutschen Kolonialfriedhof gelegen, befindet sich der durch Bäume begrenzte älteste muslimische Friedhof der Stadt.
Hier sind heute noch 35 Gräber zu sehen. Das größte Grab ist umrandet und soll das Grab von Mwana Makuka sein, der nach mündlichen Überlieferungen aus der Tabora Region stammen und sich in Bagamoyo niedergelassen haben soll. Sollte dies zutreffen, dann haben sich auch wohlhabende Afrikaner unter den ersten Siedlern Bagamoyos befunden.
Deutscher Kolonialfriedhof
Auf dem alten Deutschen Kolonialfriedhof, der sich unmittelbar am Strand zwischen dem Bagamoyo College of Arts und dem Badeco-Gästehaus befindet, sind hauptsächlich in deutscher Sprache gehaltene Grabstätten deutscher Soldaten der Wissmann-Truppe zu finden.
Hier befinden sich 20 Gräber: 18 Gräber deutscher Soldaten, ein Grab von Antonie Bäumler, einer deutschen Krankenschwester, die am 24.9.1889 verstarb, und das Grab von Gretel Schuller, die sechs Tage nach ihrer Geburt gestorben ist. Ihr Vater war der Repräsentant der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) in Bagamoyo.
Der Friedhof wurde zwischen 1889 und 1894 benutzt.
In einem gesonderten Grab, außerhalb der deutschen Gräber, ruht der britische District Commissionar Hon. William Bamphile, der im Jahre 1939 starb.
Hanging-Place
Vermutlich nicht an dieser, sondern (einem zeitgenössischen Foto folgend) an einer anderen Stelle in der Nähe des Alten Forts hängten die Deutschen im Dezember 1889 sechs Araber auf, die den Bushiri-Aufstand gegen die deutsche Kolonialherrschaft unterstützt hatten. Anführer Bushiri selbst wurde von den Deutschen am 15.12.1889 in Pangani erhängt.
Jedenfalls ist der berühmte "Hanging Tree" unmittelbar vor dem Badeco-Gästehaus heute ein nationales Denkmal zur Erinnerung an alle Widerstandskämpfer, die während der deutschen Kolonialzeit ermordet wurden.
Altes Fort
Es handelt sich um das vermutlich von Abdallah Selemani Marhabi gebaute, älteste noch existierende Steingebäude von Bagamoyo. Das ursprünglich private Gebäude wurde 1856 von Sultan Majid (Sansibar) in ein Fort integriert.
1890 gelangte das Fort in den Besitz des Händlers Sewa Haji, der es 1894 an die Deutschen übergeben hat, es wurde anschließend als Garnison benutzt und weiter ausgebaut.
Nach dem Ersten Weltkrieg diente es den Engländern als Gefängnis, nach der Unabhängigkeit auch als Polizeistation.
Heute ist hier eine Tagungsstätte der Denkmalschutzbehörde untergebracht.
Liku-Haus
Das Liku-Haus, auch Ratu-Haus oder Datoo-Haus genannt, wurde von einem asiatischen Kaufmann gebaut und von Ratu Bhimji an die deutsche Kolonialverwaltung verkauft. Die Deutschen benutzten das Gebäude für Verwaltungsbüros und Wohnungen. Unter Wissmann befand sich hier auch eine Offizierskantine.
Das Gebäude erlangte internationale Berühmtheit, als der deutsche Afrikaforscher Emin Pascha in Anwesenheit des großen britischen Entdeckers Richard Burton versehentlich rückwärts aus einem Fenster der 1. Etage fiel und sich dabei schwer verletzte.
Burton und Speke haben 1857 beide eine Nacht in diesem Gebäude verbracht, bevor sie zur "Entdeckung" des Tanganjika-Sees und des Viktoria-Sees ins Landesinnere aufbrachen.
Boma
Bei der sogenannten "Boma" handelt es sich um ein ehemaliges deutsches Kolonialgebäude, das wegen der Baufälligkeit allerdings gegenwärtig nicht betreten werden darf.
Die Boma wurde in den Jahren 1895-1897 gebaut und diente nach seiner Fertigstellung bis zum ersten Weltkrieg als Amtssitz der deutschen kolonialen Bezirksverwaltung.
Die Boma, direkt zwischen der kolonialen "Kaiserstraße" (heutige India Street) und der "Gravenreuther Strasse" gelegen, wurde im Dezember 1897 ihrer Bestimmung übergeben. Sie enthielt Hallen und Besprechungsräume und ist 42 m lang und 33 m breit. Es handelt sich um ein zweistöckiges Gebäude mit zwei Türmen an der Frontseite.
Im Erdgeschoss befanden sich eine Versammlungshalle, sechs Büros mit zwei Safes, eine Küche, sechs Abstellräume, zwei Wohnungen und eine Toilette.
In der ersten Etage gab es früher eine Küche, zehn Räume, eine Halle sowie zwei Toiletten.
Unter dem ursprünglichen Giebeldach (aus dem erst die Briten ein Flachdach gemacht haben) war ein Wassertank untergebracht.
Zum Zeitpunkt der Fertigstellung befand das deutsche Hauptquartier, das im Frühjahr 1892 von Bagamoyo nach Dar es Salaam verlegt worden war, bereits in Dar es Salaam.
Nach der Unabhängigkeit war in der Boma viele Jahre die Verwaltung des Bagamoyo Districts untergebracht, bis diese wegen der zunehmenden Baufälligkeit das Gebäude verlassen musste.
Als Folge des El Nino Regens stürzte 1998 die Vorderfront mit dem dazugehörigen Balkon ein.
Lesen Sie hierzu auch die neuesten Informationen über die aktuellen Bemühungen um ein UNESCO-Weltkulturerbe "Ostafrikanische Sklavenroute"
Das Wissmann-Denkmal
Das von den Briten Ende der 40er Jahre entfernte Wissmann-Denkmal wurde vor der Boma in Richtung Strand errichtet und sollte der deutschen Soldaten gedenken, die in den Kämpfen mit den Arabern und Afrikanern ums Leben gekommen waren. Es wurde am 21.12.1894 eingeweiht und ist damit älter als die Boma.
Die Bronzeplatten des Denkmals befinden sich heute im Nationalmuseum Dar es Salaam.
Öffentlicher Garten
Zwischen der Boma und dem 200 m entfernten Strand gab es früher einen öffentlichen Garten mit einem Pavillon, Sportplatz und Blumenbeeten.
Das Alte Arabische Teehaus
Das Gebäude wurde von einem indischen Kaufmann gebaut mit einem Laden und einem Hotel in der ersten Etage.
Später wurde es von den Deutschen und den Briten erweitert. Während der deutschen Kolonialzeit waren hier u.a. im Erdgeschoss Büros und im Obergeschoss ein Offiziers-Krankenhaus eingerichtet.
Zwei angrenzende Flügel wurden 1913 in das Gebäude integriert.
Nach der Unabhängigkeit waren hier zuerst eine Bank und später die Stadtverwaltung von Bagamoyo untergebracht. Inzwischen steht das Gebäude wegen Baufälligkeit leer. Es gibt aber Pläne der schwedischen Entwicklungshilfe, das Gebäude zu renovieren und hier die erst seit 2005 offiziell existierende neue eigenständige Stadtverwaltung von Bagamoyo unterzubringen.
Die historische "Kaiserstrasse"
Die historische "Kaiserstrasse" (die heutige India Street) führt vom Alten Fort parallel zur Küste bis an die Alte Post und weiter Richtung Krankenhaus.
Mit finanzieller Unterstützung der schwedischen Entwicklungshilfe wurde im Jahre 2006 die Strasse neu gepflastert.
Rechts und links sind viele alte Gebäude aus der arabischen oder der deutschen Kolonialzeit zu sehen - oft allerdings nur noch als Ruine.
Die Alte Deutsche Post: Das erste Post- und Telegrafenamt in Ostafrika
Das alte Postgebäude an der Ecke India Street/Customs Road (Straße hinunter zum Fischereihafen) gehörte ursprünglich dem indischen Kaufmann Sewa Haji, der es am 6.9.1896 der deutschen Kolonialverwaltung vermachte. Noch bis 1995 wurde das Gebäude als Post genutzt.
Hier war das erste Post- und Telegrafenamt auf dem ostafrikanischen Festland untergebracht.
Das Nasser Virji Haus
Das während der deutschen Kolonialzeit gebaute Haus gehörte Nasser Virji Muraj Haji (1865-1942). Er gehörte zur Muslim Ithnaasharia Community und eröffnete 1888 sein erstes Geschäft in Bagamoyo. Nachdem er immer mehr expandieren und weitere Häuser in Bagamoyo aufkaufen konnte, brachte er es bis 1914 schließlich zu 72 Filialen in ganz Tanganyika.
Das Haus wurde von der schwedischen Entwicklungshilfe sorgfältig restauriert, erlangte aber nie seine geplante neue Funktion als Hotelfachschule.
Alte Suaheli-Holztüren
Diese weltberühmten Türen, in Zanzibar Stonetown noch zu Dutzenden und zum Teil wunderschön renoviert zu sehen, sind in Bagamoyo leider nur noch ansatzweise und leider überwiegend sehr verkommen zu besichtigen.
Deutsches Zollamt
Während das ursprüngliche, an dieser Stelle befindliche Alte Arabische Zollamt im Jahre 1895 nach Saadani gebracht worden ist, wurde unmittelbar am Dhau-Hafen 1894-95 ein neues Zollamt gebaut mit zwei Türmen am jeweiligen Ende des Gebäudes.
Es ist der Platz, an dem die Sklaven in die Boote gezwungen und zum großen Sklavenmarkt nach Sansibar verschifft wurden.
Der nördliche Teil des Hauses wird noch heute als Zollhaus benutzt, der südliche Teil ist zusammengebrochen.
Traditionelle Dhau-Werft
Noch heute werden auf einer kleinen Werft in Bagamoyo die traditionellen Segelschiffe des Indischen Ozeans, die Dhaus, ganz ursprünglich und fast ausschließlich unter Verwendung sehr schlichter Werkzeuge hergestellt. Die Dhau-Werft befindet sich zwischen dem Fischereihafen und dem Badeco-Gästehaus.
Das Usagara-Haus
Unmittelbar neben dem alten Zollamt am Fischmarkt zeugen noch vorhandene Betonsockel mit gusseisernen Stützen aus dem Jahre 1999 vom Usagara-Haus der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG). Hier wohnten der deutsche Kaufmann Schuller mit seiner Familie. Die als Baby verstorbene Gretel Schuller liegt auf dem deutschen Friedhof in Bagamoyo begraben.
Das Usagara-Haus soll der zentrale gesellschaftliche Treffpunkt der Deutschen in Bagamoyo gewesen sein. Es handelte sich um eine typisch deutsche Fachwerkkonstruktion.
Die Schalen, die noch heute an den gusseisernen Stützen zu sehen sind, wurden mit Parafin oder ähnlichen Substanzen gefüllt und dienten der Abwehr von Schädlingen.
Fischmarkt
Nach Eintreffen der Fischerboote versammelt sich immer der halbe Ort auf dem Fischmarkt, wo nicht nur gekocht und gegessen wird, sondern die Fische auch an Ort und Stelle im Rahmen einer Auktion versteigert werden. Die Auktionshalle stammt noch aus der deutschen Kolonialzeit.
Achtung: Sicherheitsmaßnahmen treffen!
Dhau Hafen
Unmittelbar vor dem Zollamt und dem Fischmarkt befindet sich seit Jahrhunderten der Dhau-Hafen von Bagamoyo. Noch heute fahren von hier aus täglich die Fischer von Bagamoyo zum Fischfang.
Alter Markt
Hier befand sich unter einer Baumgruppe der Sklavenmarkt von Bagamoyo. Die Sklaven wurden nach möglichen Überlieferungen angeblich von hier aus durch einen unterirdischen Tunnel am Zollhaus vorbei zum Strand gebracht, um bei Flut nach Sansibar auf den großen Sklavenmarkt verschifft zu werden.
Das Zollhaus spielte insofern eine Rolle, weil für jeden exportierten Sklaven ein Kopfgeld zu zahlen war.
Die Alte Deutsche Schule
In dem großen dreigeschossigen Gebäude, einem Geschenk des indischen Kaufmanns Sewa Haji an die deutsche Kolonialverwaltung, war die Deutsche Schule untergebracht. Die Bedingung des Spenders: In der Schule müsse ein sogenannter "multirassischer Unterricht" durchgeführt werden.
In der Schule wurde dann tatsächlich auch, nach Etagen getrennt, Unterricht für europäische, indische und afrikanische Kinder durchgeführt. In dem Gebäude ist heute die Mwambao Primary School untergebracht, unter deren ca. 800 Schülern, darunter ca. 350 Waisenkindern, sich auch eine der wenigen Behindertenklassen Tansanias befindet.
Im Jahre 2006 hat die deutsche Partnerschule, die Marienschule Ahlen, gemeinsam mit dem Freundeskreis Bagamoyo e.V. und mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland die Schule komplett und unter strenger Beachtung des Denkmalschutzes renoviert. Hierzu weitere Infos
Deutsches Wachhaus
Das Alte Deutsche Wachhaus (Dunda Tower / Block House) sicherte während der deutschen Kolonialzeit den Zugang nach Bagamoyo im Westen des Ortes ab. Es wurde 1889 auf Anweisung von Major Wissmann während des Bushiri-Krieges gebaut.
Damals gab es fünf solcher Wachtürme in Bagamoyo, die sämtliche Ortseingänge bewachten.
An der Ostseite des Turmes befindet sich das Grab der früheren Sklavin Mama Ngonera, die nach Abzug der Deutschen in dem Wachturm gewohnt hat.
Alte Karawanserei
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Bagamoyo der Endpunkt der wichtigsten Karawanenroute Ostafrikas. Schon im Jahre 1800 endeten hier die Karawanen des Wanyamwezi-Volkes.
Die Karanwanserei wurde bereits vor Ankunft der Deutschen gebaut, und zwar als Versammlungsort für die ankommenden und abziehenden Karawanen. Aus dieser Zeit stammt auch der Text des neu vertonten Liedes "We are reaching Bagamoyo".
Rund um die Karawanserei gab es einen großen Zaun zum Schutz der Tiere sowie Unterkünfte für die Träger.
Die Karawanserei war auch das wichtigste Camp für die von den Arabern gefangenen Sklaven.
Später gehörte die Karawanserei, nach 1870 neu gebaut, zur Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft. Das Gebäude hatte zwei Stockwerke u.a. für die Aufbewahrung von Elfenbein sowie Lagerräume und Unterkünfte für die Träger.
Im Inneren des Gebäudes, in dem auch das Tourismusbüro von Bagamoyo untergebracht ist, kann eine kleine Fotoausstellung zur Geschichte des Gebäudes besichtigt werden.
Bagamoyo District Hospital
1886 bot der indische Kaufmann Sewa Haji der Katholischen Mission Land und Geld an für ein neues Krankenhaus für die arme Ortsbevölkerung. Am 25.3.1891 wurde in Gegenwart des deutschen Gouverneurs Wissmann der Grundstein gelegt.
Im Jahre 1912 übernahm die deutsche Kolonialverwaltung das Krankenhaus, es befindet sich heute in der Trägerschaft der Regierung und ist als einziges Krankenhaus des Bagamoyo Distrikts für ein Gebiet von der Größe des Libanon zuständig.
Das gesamte Krankenhaus wurde vom Freundeskreis Bagamoyo e.V. für über 100.000 EUR ausschließlich aus Spendengeldern saniert. Zuletzt wurde 2006 das Dach des historischen deutschen Gebäudeteils saniert. Hierzu weitere Infos.
Katholische Mission: Die älteste Mission Ost- und Zentralafrikas
Bei der Katholischen Mission Bagamoyo handelt es sich um die älteste katholische Mission Ost- und Zentralafrikas aus dem Jahre 1868.
Auf dem Gelände der Mission steht auch der Livingstone-Turm, der ursprünglich zur ersten katholischen Kirche Ostafrikas gehörende Kirchturm. Inzwischen wurde die Kirche abgerissen, und es steht nur noch der Turm als Gedenkstätte, in der 1874 der Leichnam Livingstones auf dem Wege nach England aufgebahrt worden ist. In dieser sehenswerten kleinen Gedenkstätte wird auch allen anderen europäischen "Entdeckern" gedacht.
Ferner sind die große katholische Kirche (gebaut 1910-15) mit ihrer Altar-Malerei (die Geschichte der Sklaverei darstellend), ein Missionsdenkmal und ein Missionsfriedhof von Interesse.
Das "Old Fathers-House" (gebaut 1873-1904) sieht noch seiner Renovierung entgegen.
In dem alten Schwesternhaus, gebaut 1876-77, befindet sich heute das Katholische Museum.
Auf dem riesigen Missionsgelände, das vom Besucher durch eine wunderschöne lange Allee erreicht wird, befinden sich u.a. auch ein historischer Baobab-Baum (von 1868), eine 1876 gebaute und 1879 von Papst Leo XIII. geweihte Grotte, ein katholisches Mädchengymnasium, ein katholisches Krankenhaus, eine Holzwerkstatt, eine Lehrerfortbildungsstätte und ein Friedhof mit 27 Gräbern der ersten Missionare der Spiritaner und 20 Gräbern der ersten Schwestern von der Kongregation "Töchter Marias". Die erste Schwester, die hier beerdigt worden ist, war Schwester M . Julienne am 17.4.1870.
Katholisches Museum
Das erst vor wenigen Jahren mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung renovierte Museum befindet sich im ehemaligen Sisters-House in der katholischen Missionsstation im Norden von Bagamoyo.
Das Museum wurde mit Unterstützung des deutschen Paters Johannes Henschel eingerichtet und bietet Informationen zur Ortsgeschichte, zur Sklavenzeit, zum deutschen Kolonialismus und allgemein zur Kultur des Landes. Die Hauptattraktion ist der in deutscher Sprache formulierte Freibrief des letzten Sklaven.
Das Christliche Kreuz
In direkter Linie zur katholischen Mission befindet sich am Strand ein großes monumentales Kreuz, das an die Ankunft der ersten Missionare in Ostafrika und an die Christianisierung Afrikas erinnern soll.
Die Nunge-Salzfelder
Ca. 2 km nördlich von Bagamoyo liegen die Nunge-Salzfelder von Bagamoyo, die bereits in der ersten Häfte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zum Reichtum des Ortes leisteten. Auch heute wird hier noch Salz gewonnen.
Keramikfunde aus dem 9. Jh. lassen auf eine jahrhundertelange Tradition des Salzgewinnens an der Küste Ostafrikas schließen.
Die meisten Angaben stellte uns freundlicherweise Pater Johannes Henschel zur Verfügung, der in jahrelangen historischen Forschungen und mit zahlreichen Veröffentlichungen den bislang wichtigsten Beitrag für die Erforschung der Geschichte Bagamoyos geleistet hat und der für sein Werk mit dem höchsten Kultupreis Tansanias, dem "Zeze-Award", ausgezeichnet worden ist.
























